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Die Rote Laterne ein Warnsignal für 2016

Lokalsport: Die Rote Laterne ein Warnsignal für 2016
Daniel Pietta sorgte im Januar für eine spektakuläre Nachricht im deutschen Eishockey. Er verlängerte seinen Vertrag bei den Pinguinen um zehn Jahre. Zuletzt steckte er in einem Leistungstief und legte sein Kapitänsamt nieder. FOTO: BB
Del. Eishockey: Bei den Krefeld Pinguinen drehte sich in diesem Jahr das Personal-Karussell besonders schnell. Das Team braucht neues Blut Von H.-G. Schoofs

Das Eishockey-Jahr 2015 begann mit einem negativen und einem positiven Paukenschlag. Zunächst löste Adam Courchaine am 13. Januar auf eigenen Wunsch seinen Vertrag auf. Vor dem Morgentraining war der 30-jährige Torjäger in die Trainer-Kabine marschiert. Dort soll es dann zu einem heftigen Wortgefecht mit Rick Adduono gekommen sein. Anschließend teilte Courchaine mit, dass er nicht mehr für Krefeld spielen werde. Drei Tage später sorgten die Pinguine für ein Ereignis, das als spektakuläres Novum in die Geschichtsbücher des deutschen Eishockeys einen festen Platz findet: Daniel Pietta verlängerte seinen Vertrag um zehn Jahre bis 2025. Das war für Krefeld die sensationellste Nachricht seit der Rückkehr von Christian Ehrhoff während des "Lockouts" in der NHL.

Sportlich lief es zu Beginn des Jahres nicht gut. Die Qualifikation für die Pre-Play-offs war in Gefahr. Auf der Zielgeraden der Hauptrunde entwickelte sich zwischen Krefeld, Köln und Nürnberg ein Vierkampf um die Plätze neun und zehn. Die Pinguine verschafften sich mit einem Überraschungs-Heimsieg gegen Spitzenreiter Mannheim etwas Luft und konnten in den verbleibenden Spielen aus eigener Kraft Platz zehn erreichen. Am Ende betrug der Vorsprung auf Platz elf (Köln) fünf Punkte.

In den Pre-Play-offs ging es gegen den Tabellensiebten Wolfsburg. Da wurden Erinnerungen wach an das dramatische Halbfinale gegen die Grizzlys von 2011, als sich die Krefelder in zwei der drei Spiele unglücklich nach Verlängerung geschlagen geben mussten. So war es dann auch am 8. März beim 3:4 n.V. im ersten Pre-Play-off Spiel in der Autostadt. Mit einem 2:0-Sieg glichen die Pinguine im KöPa die Serie aus. Auch im dritten Spiel waren sie insgesamt das bessere Team, unterlagen aber mit 2:3.

Kurz nach dem Saisonende nahm das Personal-Karussell an der Westparkstraße Fahrt auf. Die GmbH vollzog die intern angedeutete Trennung von Geschäftsführer Robert Haake. Die Verträge mit den beiden Trainern Rick Adduono und Reemt Pyka sowie den Spielern Kyle Sonnenburg, Andi Driendl, Istvan Sofron, Norman Hauner, Yared Hagos und Herberts Vasiljevs wurden verlängert. Sehr früh wurden die Neuzugänge Hendrik Eriksson, Hunter Bishop, Mike Collins und Lukas Koziol gemeldet.

Als sich die Pinguine Ende Juli zur Vorbereitung auf die neue DEL-Saison trafen, herrschte angesichts der personellen Veränderungen allgemeine Zuversicht. Allerdings drohte das seit dem Jahreswechsel angespannte Verhältnis zwischen Cheftrainer und Mannschaft bei ausbleibenden Erfolg zu einem Problem zu werden. So kam es dann auch. Rick Adduono musste nach fast sechs Jahren seinen Platz an der Bande räumen. Seine Motivationskünste erreichten einen Großteil des Teams nicht mehr. Der Kanadier hatte seit Ende 2009 das Team nur zwei Mal nicht in die Play-offs führen können. Zwei Mal erreichten die Pinguine unter seiner Regie das Halbfinale. Nach Adduono musste auch der erst gerade verpflichtete Stürmer Jeff Szwez gehen. Stürmer Hunter Bishop war erst gar nicht lizenziert worden. Wenigstens war die Nachverpflichtung von Verteidiger Scott Valentine ein guter Griff. Auch Stürmer Mark Hurtubise und Torwart Patrick Galbraith deuteten an, dem Team helfen zu können. Doch der durchschlagende Erfolg blieb trotz Trainerwechsel und Neuverpflichtungen aus. Dazu sorgte das Theater um Daniel Pietta, der nach einer Denkpause sein Kapitänsamt abgab, sowie die Trennung von Geschäftsführer Axel Nagel und der Rücktritt von Pressesprecher Andre Schicks für Unruhe. Das alles spiegelt sich nun in der Tabelle wider. Die Rote Laterne ist ein Warnsignal für 2016. Am 6. März wird die Eiszeit der Pinguine enden. Viele Spieler werden Krefeld verlassen. Das Team braucht frisches Blut. Die GmbH steht vor der größten Bewährungsprobe ihrer DEL-Geschichte. Es haben sich viele Probleme angehäuft. Die gilt es ganz schnell zu lösen. Ansonsten droht das Aus.

Quelle: RP
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