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Krefeld Pinguine
Fritzmeier will Adduonos Weg fortsetzen

Krefeld Pinguine: Fritzmeier will Adduonos Weg fortsetzen
Die beiden Aufsichtsratsmitglieder Wolfgang Schulz (re.) und Dieter Berten (li.) stellten gestern Nachmittag den zahlreichen den Medienvertretern den neuen Trainer Franz Fritzmeier vor. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Der zurückgetretene Trainer machte sich beim Aufsichtsrat für seinen Nachfolger stark, der am Mittwoch den Medien vorgestellt wurde. Der neue Krefelder Coach will an die gute Arbeit seines Vorgängers anknüpfen. Von H.-G. Schoofs und Josef Hermanns

Dynamisch, zielbewusst und kämpferisch präsentierte sich am Mittwoch Franz-David Fritzmeier, den die Krefeld Pinguine wie erwartet als neuen Trainer vorstellten. Der 35-jährige A-Lizenz-Inhaber, der einen Vertrag bis zum 30. April 2017 unterschrieb, ist aus echtem Tölzer Holz geschnitzt. "Dass heißt aber nicht, dass wir eine Kopie von Hans Zach, der ja auch aus Tölz kommt, in der DEL sehen. Hans ist ein erfolgreicher Trainer gewesen. Wir wollen auch den Erfolg. Wir brauchen auch eine eigene Philosophie, die auf unseren Kader zutrifft. Wir wollen für unser Publikum attraktives und offensives Eishockey spielen", sagte Rüdiger Noack.

Wolfgang Schulz wirkte nach den Ereignissen der vergangenen Tage noch ziemlich mitgenommen und enttäuscht. "Es ist sehr viel passiert, das wir am Montag in der Pressemitteilung ausführlich geschildert haben. Ich bedanke mich noch einmal bei Rick für seine tolle Arbeit. Er hat mit viel Herz alles für uns gegeben. Er wird uns als Scout erhalten bleiben. Seine letzten Worte im Gespräch mit mir waren, wenn ihr einen neuen Trainer nehmt, und es ist kein Ausländer, dann nehmt Franz Fritzmeier", erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende. In seiner Stimme klang Abschiedsschmerz.

Freudig erregt gab sich dagegen der neue Trainer: "Ich freue mich sehr, dass mir dieses Vertrauen entgegengebracht wurde, diese Mannschaft übernehmen zu dürfen. Das ist eine große Ehre. Hier sind einige Spieler, mit denen ich schon gearbeitet habe und wir jetzt diese Arbeit fortsetzen können. Aber auch der Rest der Mannschaft ist mir gut bekannt." Er wolle an die gute Arbeit von Adduono anknüpfen, mit dem er ja schon als Trainer der Füchse Duisburg aufgrund der Kooperation engen Kontakt hatte.

Seit Montag beschäftigt sich Fritzmeier bereits intensiv mit seiner neuen Aufgabe: "Ich habe mir schon sieben oder acht Spiele angeschaut und analysiert. Es gibt natürlich immer einen Grund, warum wir in der Tabelle da stehen, wo wir jetzt sind. Aber ich habe auch viele positive Dinge gesehen. Ich freue mich besonders über den Sieg in Berlin, auf den wir jetzt aufbauen wollen." Der ehemalige Stürmer bedankte sich bei den Kölner Haien, dass er dort seinen Vertrag auflösen konnte. "Franz durfte nur zu uns gehen, das war die Bedingung der Haie", sagte Noack.

Auf die Frage, was er so schnell wie möglich ändern und verbessern möchte", antwortete Fritzmeier: "Wichtig ist, dass wir alle ganz eng zusammenrücken. Das geht nur als Team. Für mich ist das oberste Gebot, in jedem Spiel alles zu geben. Das geht mit Leidenschaft und Herz sowie mit Struktur. Wir werden einige Dinge einstudieren. Das dauert natürlich ein paar Tage." Den Hebel will er zunächst in der Defensive ansetzen: "57 Gegentore in 16 Spielen sprechen schon für sich. Die Frage lautet immer, wo beginnt die Defensive. Sie beginnt dann, wenn wir den Puck verlieren." Abendfüllende Lehrstunden erwarten die Pinguine aber nicht: "Die Arbeit soll den Spielern Spaß machen. Sie sollen nicht denken, wir spielen hier Schach und schieben den Puck hin und her. Disziplin auf dem Eis und außerhalb ist für mich wichtig."

Fritzmeier kennt die Liga im Schlaf. Er ist davon überzeugt, dass er mit den Pinguinen in der Tabelle viel weiter nach oben kommen kann: "Die sogenannten Favoriten haben immer wieder Probleme. Wenn man gut arbeitet und in jedem Spiel das Maximum gibt, kannst du mehr erreichen, als von den Experten erwartet wird. Wir müssen uns von Tag zu Tag steigern. Dann schau'n mer mal, was dabei herauskommt."

Angst vor seinem ersten Chefposten in der höchsten deutschen Klasse hat der jüngste Trainer der Liga nicht: "Ich habe von Trainern wie Rick Adduono, Uwe Krupp, Niklas Sundbald oder Jeff Tomlinson viel lernen können. Ich habe versucht, von jedem das Beste mitzunehmen. Jetzt habe ich meine eigenen Vorstellungen und bin bereit für diese Aufgabe."

Quelle: RP
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