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Krefeld Pinguine
Jetzt auf die letzten Wochen der alten Eiszeit aufbauen

Krefeld Pinguine: Jetzt auf die letzten Wochen der alten Eiszeit aufbauen
Daumen hoch und Applaus für die KEV-Fans. Franz Fritzmeier und Reemt Pyka bedankten sich für die tolle Unterstützung. Ob das Trainergespann in dieser Form zusammenbleibt, steht noch nicht fest. FOTO: samla
Eishockey. Irgendwie erinnerten am Sonntagnachmittag die Ereignisse im König-Palast an Zeiten, in denen sich die Pinguine am letzten Hauptrundespieltag auf eigenem Eis die Teilnahme an den Play-offs sicherten. Fast ausverkaufte Ränge und eine große Begeisterung der Fans - das passte eigentlich nicht zur 22. DEL-Saison der Krefelder. Von H.-G. Schoofs

Schließlich stand die Mannschaft nach 52 Punktspielen noch nie so weit unten in der Tabelle. Doch der furiose Endspurt mit 24 Punkten aus zehn Spielen sorgte im Lager der Schwarz-Gelben für eine Aufbruchstimmung, die über den langen Sommer hinweg aufrecht erhalten werden soll. Selbst Oberbürgermeister Frank Meyer war angesichts der Stimmungslage im KöPa angetan, was er per "Twitter" kund tat. Die Verantwortlichen wollen jetzt akribisch und mit reichlich Fingerspitzengefühl auf die letzten Wochen der alten Eiszeit aufbauen.

"Das war Sonntag ein mehr als versöhnlicher Abschluss einer Saison, die unter keinem guten Licht stand. Daher ist es aller Ehren wert, was die Mannschaft zuletzt geleistet hat. Aber man darf nicht verkennen, dass wir die wenigsten Tore erzielt haben und vieles nicht passte. Daher muss es einen Umbruch geben", sagte Wolfgang Schulz gestern. Der Aufsichtsratschef will in dieser Woche mit der sportlichen Leitung eine Abschluss-Analyse erstellen: "Danach werden wir Entscheidungen treffen. Zunächst wird feststehen, welche Spieler uns auf jeden Fall verlassen werden. Hinter anderen Spielern stehen noch Fragezeichen. Wichtig ist zunächst, dass wir in Sachen Torwart und Center für die zweite Sturmreihe Klarheit haben." Für Schulz sind alle Entscheidungen vom Etat abhängig. Der soll ähnlich hoch sein wie bisher. Allerdings ist im Laufe der abgelaufenen Saison in der Kasse ein Loch entstanden. "Das ist nicht gravierend, aber nicht eingeplante Kosten, zum Beispiel beim Personal, sorgen dafür, dass wir keinen ausgeglichenen Haushalt aufweisen können", sagte Schulz.

Yared Hagos machte bei der Verabschiedung auf dem Eis Fotos von seinen Teamkollegen. Der schwedische Stürmer wird bei den Pinguinen wohl keinen neuen Vertrag mehr bekommen. FOTO: samla

Die vielen Fragezeichen bei der Zusammenstellung der neuen Mannschaft sollen auch bei weiteren Scouting-Maßnahmen beantwortet werden. Rüdiger Noack musste am Wochenende einen Flug nach Schweden stornieren, weil der Kandidat, den er beobachten wollte, wegen einer fiebrigen Erkältung nicht spielen konnte. Franz Fritzmeier fliegt heute nach Schweden und soll sich dort einen Torwart anschauen. Laut Schulz wird sich der Trainer demnächst gemeinsam mit seinem Vorgänger Rick Adduono bei einer "Kanada-Tour" neun bis zehn Spiele anschauen. Ferner sollen auch in der DEL die Augen offen gehalten werden. "Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, dass Hamburg oder auch andere Clubs Spieler abgeben werden", erklärte Schulz. Namen wollte er gestern nicht nennen. Sicher ist nur, dass bei der Verpflichtung eines Topverteidigers so lange gewartet wird, bis feststeht, wie die Zukunft von Christian Ehrhoff aussieht: "Wenn er nach Deutschland zurückkehren wird, werden wir alles tun, damit er für uns spielt."

Neben Mike Collins wird auch wohl Mark Mancari im Angriff eine Kontingentstelle besetzen. Jedenfalls berichteten Medienvertreter aus Augsburg unabhängig voneinander, dass der Torjäger bei den Pinguinen einen Zweijahresvertrag unterschrieben haben soll. Sonntag hielt sich der 30-jährige Italo-Kanadier, der über 700 AHL- und 43 NHL-Spiele auf dem Buckel hat, nach dem Spiel verdächtig lange in den Katakomben des KöPa auf und unterhielt sich mit Krefelder Spielern. Von einem Verteidiger, der in Norwegen beobachtet wurde, soll die sportliche Leitung nicht angetan sein.

FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)

Zur abschließenden Party im Umlauf der Arena erschienen Sonntag mehr Fans als üblich. Im Mittelpunkt standen besonders die Akteure, deren Zukunft in Krefeld ungewiss ist. So ließ Scott Valentine die Fans wissen, dass er gerne bleiben würde. Das gilt natürlich auch für Tomas Duba, dessen Worte auch nach der Verabschiedung auf dem Eis nach Abschied klangen. Das wollte Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz gestern nicht bestätigen: "Die Torwartfrage ist nach allen Seiten offen." Auch mit Kapitän Herberts Vasiljevs werde noch gesprochen.

Für Diskussionsstoff sorgte Nachricht, dass die "Telekom" als neuer Fernseh-Partner der DEL die Spieltermine auf mehrere Tage verteilen will. "Davon halte ich gar nichts", sagte Schulz, der am Samstag in Straubing bei der DEL-Gala zu Gast ist, wo dieses Thema sicher besprochen wird. Der neue Fernsehvertrag soll den Clubs zwar mehr Geld in die Kassen spülen, aber für sie werden die Kosten steigen, wenn alle Spiele live übertragen werden sollen.

Quelle: RP
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