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Krefeld
Köpa-Streit: Neuer Plan von CDU und SPD

Krefeld: Köpa-Streit: Neuer Plan von CDU und SPD
KEV-Ehrenspielführer Uwe Fabig (2. von links) überreichte gestern der Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Seidenweberhaus GmbH, Barbara Behr, die über 7000 Unterschriften der Petition zum Erhalt des DEL-Standortes Krefeld. FOTO: TL
Krefeld. Die beiden großen Parteien kommen den Pinguinen entgegen. Heute werden Details über den geplanten Mietvertrag für den Königpalast bekannt gegeben. Die Bezirksregierung warnt die Stadt derweil vor zu großen Zugeständnissen. Von S. Peters, O. Schaulandt, H.-G. Schoofs und J. Voss

Im monatelangen Streit zwischen der Seidenweberhaus GmbH und den Krefeld Pinguinen um einen neuen Mietvertrag für den Königpalast haben sich CDU und SPD gestern Nacht bei der Sitzung des Aufsichtsrates der Seidenweberhaus GmbH auf eine gemeinsame Linie verständigt und sind den Pinguinen entgegen gekommen.

Nach RP-Informationen soll die Basis dafür bei einem Treffen der Fraktionsspitzen aus dem Rat gestern Nachmittag gelegt worden sein. Details des neuen Angebotes an den Eishockeyverein sollen heute bei einer Pressekonferenz bekanntgegeben werden. Die Pinguine hatten zuvor ihr eigenes Angebot noch einmal nachgebessert. Die Politik hofft, dass die Pinguine das Angebot annehmen und, so ein Beteiligter, "die Kuh damit vom Eis ist". Dann wäre der Eishockey-Standort Krefeld gerettet.

Unterdessen hat die Bezirksregierung Düsseldorf die Stadt Krefeld davor gewarnt, dem Eishockeyverein allzu günstige Konditionen zu gewähren, da die Stadt sich im Nothaushalt befindet. Die Bezirksregierung sieht die Stadtverwaltung in der Pflicht, im Streit um den Mietvertrag zwischen Seidenweberhaus GmbH und den Pinguinen eine Lösung zu finden, die einen größtmöglichen Ertrag für den städtischen Haushalt abwirft.

Im Zuge des Nothaushalts wacht die Bezirksregierung als Kommunalaufsicht derzeit über die Ein- und Ausgaben der Stadt. Zwar hat sie direkt nicht die Haushalte der städtischen Töchter wie der Seidenweberhaus GmbH im Blick. Die Bezirksregierung erklärte aber auf Anfrage unserer Zeitung: "Sofern die Stadt aus dem Kernhaushalt ihre städtischen Töchter bezuschusst, unterliegen diese Zuschüsse jedoch auch den Restriktionen des Nothaushaltsrechts. In der Situation des Nothaushaltsrechts und in der Haushaltssicherung muss die Stadt auch in ihren Tochtergesellschaften alle Erträge und Aufwendungen auf Verbesserungspotentiale hin überprüfen, um möglichst schnell wieder den gesetzlich vorgeschriebenen Haushaltsausgleich zu erlangen."

Befürworter des Vertrages argumentieren aber, dass das Defizit der Seidenweberhaus GmbH ohne die Pinguine weit größer wäre, weil rund eine halbe Million Euro Einnahmen wegbrechen. Zudem generiert sportlicher Erfolg mehr Einnahmen: So haben die Pinguine 2013, als sie in den Play-offs spielten, 180.000 Euro mehr als erwartet in die Kassen der GmbH gespült. 2013 erhielt die Seidenweberhaus GmbH für das Seidenweberhaus und den König-Palast einen städtischen Zuschuss von rund 2,9 Millionen Euro, davon 1,8 Millionen Euro Pacht an die Bau GmbH für den König-Palast.

Problematisch ist: Nach RP-Informationen bedeutet der neue Vertrag mit der Seidenweberhaus GmbH trotz des neuen Angebotes der Pinguine in letzter Konsequenz eine finanzielle Verschlechterung für die Seidenweberhaus GmbH - die Rede ist von 200.000 bis 400.000 Euro mehr. Eine Verschlechterung in dieser Höhe müsste Rat und Finanzausschuss vorgelegt werden, weil die Stadt den Fehlbetrag letztlich tragen muss.

Die Pinguine hatten gestern ihr Angebot deutlich erhöht. Im Entwurf des fünf Jahre gültigen Mietvertrages, der unserer Zeitung vorliegt, bieten sie gestaffelte Mietpreise an. Angefangen von 330 000 Euro soll die Miete bis zum vierten Jahr schrittweise steigen, so dass in den Jahren 2019 und 2020 der Höchstsatz von 400 000 Euro anfällt.

Zudem bieten die Pinguine an, einen Euro pro verkaufter Eintrittskarte an die GmbH abzuführen; bei einem durchaus möglichen Zuschauerschnitt von 5000 Besuchern macht dies bei 26 Heimspielen weitere 130.000 Euro. Kommen 4000 Zuschauer im Schnitt, wären es 104.000 Euro. Im Gegenzug dürfen die Pinguine die Halle nutzen wie bislang und sämtliche Business-Plätze sowie alle Logen (mit Ausnahme der Königpalast-Logen) in Eigenregie vermarkten.

Quelle: RP
 
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