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Krefeld Pinguine
Ausrufezeichen zur richtigen Zeit

Krefeld Pinguine: Ausrufezeichen zur richtigen Zeit
Beim ersten DEL-Duell gegen Bremerhaven erzielte Marcel Müller den vorentscheidenden Treffer zum 4:2. Morgen gibt es für den Krefelder Stürmer im KöPa ein Wiedersehen mit dem Neuling von der Nordsee. FOTO: Samla
Krefeld. Nach dem Sieg in Köln tritt das Team gegen Bremerhaven mit breiter Brust an. Ein finnischer Verteidiger an der Angel. Von H.-G. Schoofs und Josef Hermanns

Derbys stehen im Sport immer unter einem besonderen Stern und besitzen oft keine brauchbare Aussagekraft für die kommenden Aufgaben. So war es zum Beispiel nach dem 4:2-Erfolg der Pinguine in Düsseldorf. Anschließend folgten unnötige Niederlagen gegen Berlin und in München. Am Dienstag setzten die Krefelder in Köln mit ihrem zweiten Derbysieg erneut ein Ausrufezeichen, das für die kommenden drei Heimspiele gegen Bremerhaven, Schwenningen und Straubing genau zum richtigen Zeitpunkt kam. Ob es dann auch die entsprechende Wirkung besitzt, werden diese Duelle zeigen. Der Druck ist nach wie vor groß, nach neun Niederlagen in Folge auf eigenem Eis unbedingt gewinnen zu müssen.

Einer, der diesem Druck eigentlich standhalten müsste, ist Marcel Müller. Mit seiner großen Erfahrung aus 823 Pflichtspielen auf nationalem und internationalem Parkett sowie seiner Klasse kann der 28-jährige Stürmer eine ganze Mannschaft mitreißen. So wie in Köln, wo er die Haie fast im Alleingang an die Angel nahm. "Malla", wie ihn seine Teamkollegen und Freunde rufen, berührte mit seinen Kufen jeden Zentimeter der 30x60-Meter großen Eisfläche der Lanxess-Arena. Mit hochrotem Kopf und sichtlich erschöpft stand er nach dem Spiel im Kabinengang. "Wir sind heute als Mannschaft aufgetreten und haben alle gute Arbeit geleistet. Im ersten Drittel haben wir in der Defensive gut gestanden. Ab dem zweiten Drittel haben wir dann gut mitgespielt und auch die Tore gemacht. Der Sieg gerade hier in Köln war super wichtig für den Kopf und für unser Selbstvertrauen. An die Leistung von heute müssen wir nun in den folgenden drei Heimspielen anknüpfen. Wenn wir so spielen wie hier, dann können wir alle drei Spiele gewinnen und mit der Unterstützung unserer Fans Heimsiege feiern", sagte er, der an seiner ehemaligen Wirkungsstätte der beste Spieler auf dem Eis war.

Angesichts der ungünstigen Vorzeichen war die Freude bei Franz Fritzmeier und Elmar Schmitz nach dem Sieg in Köln besonders groß. a FOTO: saml

Müller musste nach der Niederlage in München angesichts seiner schwachen Defensivleistung viel Kritik einstecken. "Ich weiß selber, dass ich in München schlecht gespielt habe, das braucht mir keiner zu sagen", erklärte er im Gespräch mit unserer Zeitung. Franz Fritzmeier hatte am Montag ein längeres Gespräch mit Müller geführt. "Er genießt bei uns auf dem Eis alle Freiheiten, darf dabei aber seine Defensivaufgaben nicht vernachlässigen. Er ist ein Stürmer, der defensiv sehr gut arbeiten kann. Er muss dazu nur bereit sein und das stabilisieren, daran arbeiten wir gemeinsam", sagte der Trainer. Kritik und das Gespräch fielen in Köln auf fruchtbaren Boden. Unterstützt wurde Müller von allen Teamkollegen. So viele Zweikämpfe wie vorgestern gewannen die Pinguine in dieser Saison in keinem anderen Spiel. Sie erarbeiteten sich mit großem Einsatzwillen das notwendige Scheibenglück, wie bei den Treffern zum 1:1-Ausgleich durch Marc Mancari und beim 4:1 durch Marcel Müller. Im Tor strahlte Patrick Galbraith eine große Ruhe aus und zog den Haien in brenzligen Lagen die Zähne.

Gestern gönnte Fritzmeier seinem Mini-Aufgebot von Köln einen freien Tag. Morgen soll die personelle Lage schon wieder besser aussehen. Daniel Pietta hat seine Sperre abgesessen. Bei Dragan Umicevic und Christian Kretschmann stehen die Chancen für einen Einsatz 60:40. Und vielleicht läuft morgen ja auch ein neuer Verteidiger im schwarz-gelben Trikot auf. Nach RP-Informationen steht ein Abwehrspieler des finnischen Erstligisten Tappara Tampere auf der Wunschliste ganz oben. Auch ein tschechischer Verteidiger soll im Gespräch sein. Gemeldet hat sich Andy Reiß "Er konnte sich noch nicht mit Wolfsburg einigen. Das ist für mich ein Zeichen, dass er nicht unbedingt zu einem anderen Verein will", sagte Fritzmeier. Der Coach hofft, dass er heute eine Neuverpflichtung melden kann. "Wir arbeiten daran mit Hochdruck."

Quelle: RP
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