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Krefeld Pinguine
Gawlik ist eine Verstärkung mit Risiko

Krefeld Pinguine: Christoph Gawlik ist eine Verstärkung mit Risiko
Hier trug Christoph Gawlik noch das blaue DEL-Trikot des ERC Ingolstadt. Die Ex-Krefelder Joshua Meyers und Torwart Tomas Duba sichern den Puck ab. FOTO: ispfd
Krefeld. Die Pinguine verpflichteten gestern den 30-jährigen Stürmer Christoph Gawlik, der zuletzt in der DEL2 mit Frankfurt Meister wurde. In der näheren Vergangenheit war er häufig verletzt. Ein Stürmer soll abgegeben werden. Von H.-G. Schoofs

Als Matthias Ross vor vier Wochen gefragt wurde, ob die Pinguine Interesse an einer Verpflichtung von Christoph Gawlik haben, bestätigte er zwar, dass man über den erfahrenen DEL-Stürmer gesprochen habe, aber mit dem aktuellen Kader zufrieden sei. Das hat sich seit den letzten Testspielauftritten geändert. Denn gestern nahmen die Schwarz-Gelben den erfahrenen DEL-Stürmer (524 Spiele /104 Tore / 141 Vorlagen) unter Vertrag.

"Christoph hatte sich vor zwei Jahren in der Vorbereitungsphase einen Kreuzbandriss zugezogen, der ihn die komplette Spielzeit 2015/16 gekostet hat. Vergangene Saison hat er sich wieder zurück gearbeitet und seit dem Jahreswechsel in Frankfurt schmerz- und verletzungsfrei gespielt. Wir haben ihn wiederholt beobachtet und uns mit ihm beschäftigt", sagte Roos.

Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass Gawlik kein zusätzlicher Neuzugang sei: "Wir werden uns von einem anderen Stürmer trennen. Wer das sein wird, muss die sportliche Leitung entscheiden." Aus dem Umfeld des Teams war zu hören, dass es Nikolas Linsenmaier oder Diego Hofland erwischen könnte.

Christoph Gawlik stammt aus Deggendorf, wo er im Juni heiratete und seit neun Monaten Vater des kleinen Leo ist, und schaffte bei den Eisbären den Sprung in die DEL. Mit den Berlinern wurde er zweimal Meister. Das gelang ihm auch mit dem ERC Ingolstadt, für den er insgesamt fünf Spielzeiten auf dem Eis stand und dort auch heute noch gefeiert wird. Weil er beim Titelgewinn 2014 im letzten Play-off-Spiel gegen Köln in der 37. Minute das vorentscheidende 1:0 erzielte und sein Team mit einem Empty-net-Treffer 2:0 gewann, singen die ERC-Fans bei jedem Heimspiel in der 37. Minute "Der Christoph Gawlik schoss das Tor."

Vor zwei Jahren ging Gawlik erstmals in den Eishockey-Westen zur DEG. Dort zog er sich gleich im ersten Testspiel einen Kreuzbandriss im Knie zu und verpasste die komplette Saison. Im zweiten Jahr in Düsseldorf setzte ihn ein Muskelfaserriss im Adduktorenbereich lange außer Gefecht. Nach nur drei DEL-Einsätzen wechselte er Ende des Jahres nach Frankfurt. Dort ging es für ihn sportlich wieder aufwärts, und er führte das Team als Leistungsträger zum Titelgewinn: "Gerade nach eineinhalb schwierigen Jahren war der Titel mit Frankfurt in der DEL2 im April Balsam für die Leidenszeit davor. In Krefeld möchte ich zeigen, dass ich immer noch ein guter DEL-Spieler bin und noch einige Jahre auf diesem Level spielen kann", sagt der 176 cm große und 84 kg schwere Neuzugang.

Und das sind keine leeren Worthülsen. Gawlik gilt als sehr charakterstark, mannschaftsdienlich und geht auf dem Eis in Sachen Kampfgeist voran. Er scheut keine Zweikämpfe und harte Checks, was ihm in Ingolstadt schon eine schwere Schulterverletzung einbrachte.

Auch wenn seine offensichtliche Verletzungsanfälligkeit ein Risiko mit sich bringt, trifft die Einschätzung von Trainer Rick Adduono über diese Verpflichtung durchaus zu: "Christoph ist ein schneller und erfahrener Zwei-Wege-Stürmer. Er bringt Siegermentalität mit und verfügt über das Potenzial in jeder Sturmreihe eingesetzt werden zu können. Mit ihm bekommen wir mehr Qualität und auch mehr Tiefe in unseren Kader. Zudem können wir ihn auch in jeder Spielsituation einsetzen."

Heute wird Gawlik zum ersten Mal im dem Team trainieren.

Quelle: RP
 
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