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Stürmer der Krefeld Piguine
Daniel Pietta darf kein Sündenbock sein

Krefeld Pinguine: Daniel Pietta darf kein Sündenbock sein
Ein Bild, das an einem DEL-Spieltag fast schon zur Tagesordnung geworden ist. Das Erfolgstrio Daniel Pietta, Marcel Müller und Dragan Umicevic (von links) bejubelt wie hier am Sonntag gegen Schwenningen einen Treffer. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Für die Krefeld Pinguine ist nach dem ersten Sieg im neuen Jahr die Chance auf einen Pre-Play-off- Platz nicht größer geworden. Dennoch besteht nach der Leistung im Spiel gegen Schwenningen wieder etwas Hoffnung. Von H.-G. Schoofs und Josef Hermanns

Die Krefelder Eishockey-Welt war am Sonntagnachmittag nach dem 4:0-Sieg über Schwenningen für kurze Zeit wieder in Ordnung. Kaum auszudenken, wenn die Serie von vier Niederlagen in Folge nicht gestoppt worden wäre. Die Leistung gegen die Wild Wings nährt wieder die Hoffnung, das rettende Ufer vielleicht doch noch erreichen zu können. "Was die Play-offs angeht, sind wir natürlich in keiner komfortablen Situation, das wissen wir alle. Gerade in den Heimspielen gegen Iserlohn und Straubing hatten wir uns mehr ausgerechnet, das sollten eigentlich sechs Punkte werden. Diese beiden Niederlagen waren natürlich besonders bitter, weil wir da immer eine Führung weg gegeben haben. Wir stecken natürlich nicht auf und müssen jetzt eine Siegesserie starten. Das ist schwer, aber im Eishockey ist alles möglich", sagte Marcel Müller am Sonntag. Mit seinem Hattrick schraubte der Torjäger sein Konto auf 21 Treffer und belegt Platz zwei der DEL-Torschützenliste.

Warum die Mannschaft am Wochenende wieder zwei verschiedene Gesichter zeigte, begründete Müller so: "In Bremerhaven haben wir uns als Mannschaft nicht gut präsentiert. Gegen Schwenningen haben wir nicht viel zugelassen und gleich von Beginn an gut und konzentriert gespielt. Der Shut-out freut mich für Dimitri, vor allem deshalb, weil er in Bremerhaven sechs Nüsse kassiert hat." Zum Fehlen seines kongenialen Partners Daniel Pietta in Bremerhaven wollte Müller nichts sagen. Fakt ist, dass der Mittelstürmer leicht vergrippt war, aber spielen wollte. Denn wenn es eben geht, steht er auf dem Eis.

Doch die sportliche Leitung verordnete ihm eine Pause. Seit der Heimniederlage gegen Augsburg am 10. Dezember hatte er kein Tor mehr erzielt. Aber deswegen darf er kein Sündenbock sein und man auf ihn sollte man in einer so entscheiden Saisonphase nicht verzichten. Nach 39 Einsätzen ist Pietta mit jetzt 12 Treffern auf einem guten Weg, seinen internen Rekord aus der Saison 14/15 (52 Spiele/17 Tore) zu übertreffen. Er belegt in der DEL-Vorlagen-Rangliste mit 28 Assists Platz zwei. Insgesamt erzielte seine Reihe über ein Viertel der 114 Krefelder Treffer. Dass so eine Reihe in einem Spiel auch mal leer ausgeht - davon gab es bisher nur vier - ist auch normal. Schließlich versucht jeder Gegner, mit seinen beiden besten Verteidigern und drei defensiv starken Stürmern das Trio Müller/Pietta/Umicevic auszuschalten.

Pietta ist ein Typ Spieler, an dessen Körpersprache man erkennt, was in ihm vorgeht und wie unzufrieden er mit der Situation in Krefeld ist. Trotzdem schlägt sein schwarz-gelbes Herz auf dem richtigen Fleck. Bisher zeichnet sich nichts davon ab, was ihm vor drei Jahren bei seiner Unterschrift unter dem Zehnjahresvertrag versprochen wurde. Er weiß selbst am besten, dass Krefeld nicht jedes Jahr um die Meisterschaft mitspielen wird. Aber er konnte auch nicht damit rechnen, dass es drei Jahre lang sportlich nicht aufwärts geht und das Umfeld in einigen Bereichen noch unprofessioneller wird.

Pietta und Müller werden weiter Gas geben, und das nicht nur, weil sie am Montag bestimmt zum vorläufigen Aufgebot für Olympia gehören werden. Sie wollen wie alle ihre Teamkollegen in die Play-offs. "Wir schauen von Spiel zu Spiel und gehen jedes Spiel so an, als wenn es das entscheidende in einer Play-off-Serie wäre. Dann schauen wir, was am Ende dabei herauskommt", sagte Verteidiger Patrick Seifert am Sonntag.

Quelle: RP
 
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