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Krefeld Pinguine
"Wir glauben weiter an uns"

Krefeld Pinguine: Daniel Pietta gibt sich kämpferisch
Kapitän Adrian Grygiel, der hier im Spiel gegen die Straubing Tigers von Verteidiger Maurice Edwards attackiert wird, verletzte sich und droht heute auszufallen. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Der Mittelstürmer der Krefeld Pinguine gibt sich kämpferisch und ist davon überzeugt, das Saisonziel noch erreichen zu können. Adrian Grygiel muss für das Auswärtsspiel in Bremerhaven wahrscheinlich passen. Von H.-G. Schoofs und Josef Hermanns

Die Uhr tickt unaufhaltsam gegen den DEL-Standort Krefeld. Spätestens bis zum 15. Februar muss der neue Mietvertrag unterschrieben sein. Dann muss bei der Liga die Lizenz für die Saison 2018/19 beantragt und eine Kaution (100.000 Euro) hinterlegt werden. Und ohne Mietvertrag kann der Antrag nicht gestellt werden. Spätestens in sechs Wochen wird feststehen, ob die Pinguine auch in der kommenden Spielzeit in der höchsten deutschen Eishockey-Liga antreten werden.

Die anhaltende Ungewissheit belastet zwangsläufig die Stimmung im Lager der Schwarz-Gelben. "Wir wollen natürlich alle hier so schnell wie möglich wissen, ob es weitergeht. Das betrifft die Trainer und Spieler genauso wie die Mitarbeiter der Geschäftsstelle", sagte gestern Matthias Roos, der zugeben musste, dass ihm die Arbeit als Geschäftsführer und Sportdirektor derzeit nicht besonders viel Spaß bereitet. Er bedauert, dass sein Ziel, den Mietvertrag bis Weihnachten unter Dach und Fach zu bringen, nicht erreicht wurde. "Wir sind im Gespräch mit der Seidenweberhaus GmbH", sagte Roos, ohne aber den nächsten Gesprächstermin nennen zu können oder wollen. Auch Paul Keusch, Geschäftsführer der Seidenweberhaus GmbH nannte gestern ebenfalls keinen Termin und erklärte, man sei im Gespräch. Auf die Frage, warum der neue Mietvertrag bei den Pinguinen nicht unter dem Christbaum lag, antwortete er: "Damit habe ich nichts zu tun. Das ist Sache des Aufsichtsrates unserer GmbH und der Politik." Paul Keusch liegt der vorläufige DEL-Spielplan für die neue Saison schon lange vor. Schließlich musste er danach die übrigen Veranstaltungen im König-Palast planen.

Auch wenn es für die Spieler um ihre sportliche Zukunft und ihre private Existenz geht, stellen sie ihre tägliche Aufgabe in den Vordergrund. "Wir sind Profis und können zu der Situation wenig sagen. Die Mannschaft muss gewinnen. Vielleicht hilft das, damit es hier weiter geht", sagte gestern Martin Schymainski. Auch Daniel Pietta gibt sich kämpferisch: "Wir glauben weiter an uns und haben noch 13 Spiele vor uns. Wir wissen, dass wir mehr als die Hälfte gewinnen müssen." Nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Straubing klingen die Aussagen von Spielern wie typische Durchhalteparolen. Das gehört zum Geschäft. Aber selbst bei den ganz treuen KEV-Fans ist der Glaube an bessere Zeiten wohl schon verloren gegangen. Einige Dauerkarten-Inhaber, die im KöPa links von der Pressetribüne ihre Stammplätze haben, verließen im zweiten Drittel vorzeitig die Arena.

Rick Adduono war nach der 4:5-Niederlage gegen die Tigers derart niedergeschlagen, dass er große Mühe hatte, auf der Pressekonferenz die Ereignisse in deutscher Sprache zu analysieren. Normalerweise schaltet der Kanadier dann schnell auf Englisch um und hält einen minutenlangen Monolog. Aber der Auftritt seines Teams hatte ihm komplett die Sprache verschlagen. Auch am Donnerstag wirkte der Trainer nach einer kurzen Trainingseinheit noch angeschlagen. Zuvor hatte er in der Kabine lange auf seine Spieler eingeredet. Denn bereits am Freitag kann die Mannschaft im Auswärtsspiel gegen die Fischtown Pinguins (19.30 Uhr) wieder ihr wahres Gesicht zeigen und beweisen, dass sie die Durchhalteparolen auch ernst meinen. Davon ist Sportdirektor Roos überzeugt: "Natürlich haben wir ein schwächeres Spiel abgeliefert. Aber nach sechs guten Spielen kann das mal vorkommen, obwohl das für uns der denkbar schlechteste Zeitpunkt war. Bis zu Platz zehn sind es nach wie vor sechs Punkte. In Bremerhaven bietet sich die nächste Chance auf drei Punkte, die die Mannschaft nutzen will."

Welche Spieler nach dem Abschlusstraining in den Mannschaftsbus steigen werden, war am Donnerstag sehr fraglich. Neben Christoph Gawlik droht auch Kapitän Adrian Grygiel wegen einer Verletzung auszufallen. Dazu sind einige Akteure leicht krank oder angeschlagen. Dazu zählt auch Torwart Dimitri Pätzold, der sich am Mittwoch trotzdem als Back-Up auf die Bank gesetzt hatte. Wahrscheinlich wird Patrick Klein wieder den Vorzug erhalten.

In Bremerhaven treffen die Pinguine auf ein Team, dass derzeit ebenfalls über 60 Minuten keine konstant gute Leistung abrufen kann. Zuletzt kassierten die Artgenossen von der Nordsee sieben Niederlagen in Folge. Entsprechend heiß werden die Gastgeber aus der Kabine kommen, um diese längste Negativserie ihrer noch jungen DEL-Geschichte endlich beenden zu können. Für die Krefelder gab es bisher in sechs Spielen gegen Bremerhaven nur einmal was zu holen. Das war am 18. Oktober 2016 bei ihrem Debüt in der dortigen Arena (5:2).

Quelle: RP
 
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