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Pietta gibt die Hoffnung nicht auf
"Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken"

Krefeld Pinguine: Daniel Pietta - "Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken"
Kann Trainer Rick Adduono morgen in Berlin auf Stürmer Mathias Trettenes bauen? Der norwegische Nationalspieler wurde für das Vierländer-Turnier vom 14. bis 16. Dezember in Hamar nominiert. FOTO: samla
Krefeld. Bei den Spielern der Pinguine und ihren Fans war die Stimmung nach der Niederlage gegen Augsburg am Boden. Sportdirektor Roos war Sonntag als Interimscoach im Einsatz. Mathias Trettenes könnte morgen und Freitag fehlen. Von H.-G. Schoofs und Josef Hermanns

Wenn die Pinguine nach dem Ende der DEL-Hauptrunde die Pre-Play-offs nur knapp verpassen sollten, dann werden sie sich nachträglich über unnötig verlorene Spiele ärgern. Ganz oben auf der Liste wird dann die Niederlage am Sonntag gegen Augsburg stehen. Ziemlich sprachlos verließen die KEV-Fans nach dem 3:4 n.V. den König-Palast. Vereinzelnd waren Pfiffe zu hören, die allerdings auch den Schiedsrichtern galten.

"Die Stimmung in der Kabine war sehr gedrückt, weil wir alle sehr enttäuscht sind", sagte Adrian Grygiel nach dem Spiel. Die wird gestern Abend bei der Weihnachtsfeier der Mannschaft nebst Kind und Kegel nicht viel besser gewesen sein. "In der Tabelle ist es sehr eng, gerade deshalb wollten wir mit einem Sieg gegen Augsburg etwas nach oben klettern. Der eine Punkt ist einfach zu wenig, vor allem wenn man den Spielverlauf sieht. Nach unserer 3:0-Führung haben wir keine Zweikämpfe mehr gewonnen und unsere Beine nicht mehr bewegt. Wir waren gegen Augsburg nicht über 60 Minuten bei 100 Prozent, dann kann man in der Liga gegen keinen Gegner gewinnen. So was wie gegen Augsburg darf uns nicht mehr passieren, sonst verlieren wir den Anschluss an die Play-off-Plätze", sagte der Kapitän.

Der Anschluss ist bei fünf Punkten Rückstand auf Platz zehn zweifelsohne noch vorhanden. Das meint auch Daniel Pietta, der sich Sonntag trotz einer Unterkörperverletzung in den Dienst der Mannschaft stellte: "Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken. Wenn wir jetzt an jedem Wochenende vier Punkte holen, erreichen wir noch die Play-offs. Aber wir machen immer wieder die gleichen Fehler, das müssen wir endlich abstellen." Besonders die groben Schnitzer in der Abwehr müssen teuer bezahlt werden. Und es sind fast immer dieselben Akteure, die dabei auffallen. Das hat in der Regel nichts mit fehlendem Einsatzwillen oder mangelndem Selbstvertrauen zu tun, sondern mit Qualität. Das beweist auch die Tabelle. Der Tabellendritte Nürnberg erzielte nur einen Treffer mehr als die Pinguine, kassierte aber 27 weniger. Die Frage nach einem neuen, starken Verteidiger drängt sich also weiter auf.

Davon will Matthias Roos nach wie vor nichts wissen. Am Sonntag war der Sportdirektor nicht im Stadion. Mitarbeiter der Geschäftsstelle konnten oder wollten auf Nachfrage unserer Zeitung nicht sagen, warum der Sportdirektor fehlte. Er stand ab 16 Uhr in Erfurt als Interimscoach des Oberligisten Herner EV an der Bande, weil Aushilfscoach Elmar Schmitz mit dem DNL-Team in Landshut war.

Gestern musste sich Roos mit dem norwegischen Eishockey-Verband auseinandersetzen. Denn Mathias Trettenes wurde für ein Vierländer-Turnier in Hamar nominiert, bei dem die Norweger von Donnerstag bis Samstag als Vorbereitung auf das olympische Turnier in Südkorea auf Russland, die Slowakei und Frankreich treffen. Sollte es bei der Nominierung bleiben, wird Trettenes den Pinguinen in den Auswärtsspielen morgen in Berlin und am Freitag in Mannheim fehlen.

Heute früh werden sich die Krefelder nach einer Trainingseinheit auf dem Weg an die Spree machen. Möglicherweise kann Andrew Engelage nach überstandener Gehirnerschütterung schon bald wieder mit dem Aufbautraining beginnen. Wann der Kanadier wieder einsatzbereit ist, werden die nächsten Tage zeigen. Eile ist jedenfalls nicht geboten, da das Duo Klein/Pätzold derzeit in Bestform ist. Wer morgen in Berlin im Tor stehen wird, entscheidet Rick Adduono wahrscheinlich erst wieder kurz vor dem Spiel. Für das Duell am Freitag in Düsseldorf hatte er sich zwei Tage vorher für Patrick Klein entschieden. Beim Auftaktbully war es dann Dimitri Pätzlod. Klein war es, der am 19. November beim ersten Saison-Gastspiel in Berlin mit einer starken Leistung wie ein Fels in der Brandung stand. Es waren wieder Fehler seiner Vorderleute oder die Klasse der Eisbären dafür verantwortlich, dass die Pinguine nach einer 3:1-Führung noch mit 3:4 unterlagen - Augsburg lässt grüßen.

Quelle: RP
 
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