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Krefeld Pinguine
Der Spaß am Beruf ist zurück

Krefeld Pinguine: Der Spaß am Beruf ist zurück
Mit knüppelharter Arbeit mit dem Schläger, wie sie hier Martin Schymainski gegen den 18 Zentimeter größeren Ingolstädter Topscorer Brandon Buck zeigt, machten die Pinguine am Donnerstag ihrem Gegner das Leben schwer. FOTO: ISPFD
Del. Nach drei Auswärtssiegen wollen die Krefelder gegen Straubing endlich auch mal wieder im KöPa gewinnen. Das ist für die Mannschaft doppelt wichtig. Sie will auf Platz zehn und ihrem Chef ein Geburtstagsgeschenk machen. Von H.-G. Schoofs

Als Mannschaft der Stunde gelten die Pinguine in der Deutschen Eishockey-Liga nach drei Auswärtserfolgen sicher noch nicht. Doch mit ihrer kleinen Siegesserie sorgten sie zum Jahreswechsel schon für Furore und versetzten damit ihren Mitkonkurrenten um Platz zehn schon einen Schrecken. Nach wie vor ist es für das Quintett ein langer Weg bis in die Pre-Play-offs. Wer es am Ende schaffen wird, ist schwer zu sagen. Alle Prognosen oder Hochrechnungen besitzen derzeit wenig Aussagekraft. Denn die DEL bringt in dieser Saison so viele unerwartete Ergebnisse ans Tageslicht wie selten zuvor.

Warum die Krefelder seit dem Trainerwechsel wieder so Eishockey spielen, wie man es vor der Saison erwarten konnte, ist einfach zu beantworten. Die Spieler haben wieder Spaß an ihrem Beruf. Von Spiel zu Spiel wird immer deutlicher, dass die zwischenmenschlichen Probleme bei der Zusammenarbeit von Team und Trainer der Grund für den mangelnden Erfolg waren. Wer bei der Arbeit keinen Spaß hat, die Vorgaben seines Chefs umzusetzen, tut sich in der Regel schwer. "Rick hat uns super motiviert. Wenn man dann auch gewinnt, kommt der Spaß natürlich schneller zurück", sagte Lukas Koziol am Donnerstagabend nach dem 3:1-Erfolg in Ingolstadt.

Die Mannschaft setzte die Marschroute ihres Trainers fast zu 100 Prozent um. Mit großer Laufbereitschaft, einem starken Einsatzwillen und knüppelharter Arbeit mit dem Schläger stutzten sie den Panthern die Krallen, die nach dem harten Match zwei Tage zuvor gegen die Tigers aus Nürnberg sowieso schon ziemlich stumpf waren. Das schmälerte die Leistung der Schwarz-Gelben keineswegs. Ihre Zonenverteidigung funktionierte bis zum Ausgleichstreffer durch Greilinger ziemlich gut. Und das Team erarbeitete sich das Glück des Tüchtigen, allen voran Torwart Patrick Galbraith. Fleißkärtchen verdienten sich die vier Sturmreihen. 45 Schüsse sind eine stolze Bilanz. Gegen Nürnberg hatten die Ingolstädter 48 Stunden zuvor gerade mal die Hälfte zugelassen. Die Schüsse verteilten sich auf die ersten drei Reihen fast gleichermaßen. Dass bei der Chancenverwertung die Hauptlast auf den Schultern des Paradesturms liegt, ist nicht nur in Krefeld so. Marcel Müller beendete in Berlin nach elf Spielen ohne Treffer seine lange Durststrecke und führt jetzt die interne Torschützenliste an. "Als ich kam, habe ich ihn gefragt, wieso er noch keine 30 Treffer erzielt hat", sagte Adduono.

Mit dem zurückgekehrten Spaß und dem gestiegenen Selbstvertrauen bestreiten die Pinguine morgen um 19 Uhr gegen die Straubing Tigers ihr Heimdebüt 2017. Den Niederbayern gelang ähnlich wie den Krefeldern am Donnerstag ein Überraschungserfolg (3:0 gegen Wolfsburg). Sie stellen vom Papier her eigentlich das beste Team der fünf Kellerkinder. Sollte Schwenningen heute das Wintergame der DEL gegen Mannheim und die DEG morgen in Iserlohn verlieren, dann könnten die Krefelder mit einem Sieg gegen Straubing auf Platz zehn klettern. Aber nicht nur das ist das erklärte Ziel der Mannschaft. Sie will ihrem obersten Chef zum Geburtstag das schönste Geschenk machen. Denn Wolfgang Schulz wird morgen 70 Jahre alt. Ohne den Aufsichtsrats-Vorsitzenden wäre der DEL-Standort Krefeld vielleicht schon von der Landkarte verschwunden. Sein Engagement für und seine Verdienste um das Krefelder Eishockey genießen in der ganzen Liga großen Respekt und Anerkennung. Dass er im Vorjahr öffentlich erklärte, sich vielleicht schon nach der Saison 2017/18 aus der Hauptverantwortung zurückziehen zu wollen, bereitet vielen Kennern der Szene große Sorgen. Jetzt ist aber auch bei ihm der Spaß am Eishockey wieder da. Und sollte seine Rückholaktion von Trainer Adduono mit einem Platz in den Pre-Play-offs enden, wäre bei ihm die Freude sicher besonders groß.

Quelle: RP
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