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Krefeld Pinguine
Der Teamgeist kompensiert die Schwächen

Krefeld Pinguine: Der Teamgeist kompensiert die Schwächen
Nach dem Krimi gegen die Eisbären Berlin wurden die Pinguine von ihren Fans ausgiebig gefeiert. Mit Unterstützung von den Rängen bewies die Mannschaft nach dem 0:2-Rückstand eine tolle Moral und erkämpfte sich die zwei Punkte. FOTO: samla
Die Pinguine sind nach einem Viertel der DEL-Saison 2017/18 auf einem guten Weg, an erfolgreiche Zeiten anzuknüpfen. Die Neuverpflichtungen sind besser eingeschlagen als in der Vorsaison. Der Zuschauerzuspruch ist in der Liga derzeit rückläufig. Von H.-G. Schoofs und Josef Hermanns

Es war nur ein Wimpernschlag, der am Sonntagabend die fünfte die fünfte Heimniederlage der Pinguine verhinderte. Nur knapp ein Meter war der Puck nach dem Distanzschuss des Berliners Sean Backman vor Ablauf der Verlängerung vom Krefelder Tor entfernt, ehe er dann im Netz zappelte. Es war das Glück des Tüchtigen, das den Krefeldern am Ende den 3:2-Sieg nach Penaltyschießen bescherte.

Zu den besonders Tüchtigen des Teams zählte Christoph Gawlik, der endlich seinen erster Treffer für Krefeld erzielte, als der gegnerische Torwart noch auf dem Eis stand. Das war sein später Lohn für viele gute Spiele. "Wir haben in beiden Spielen am Wochenende kämpferisch alles gegeben, leider aber unglückliche Gegentore bekommen. Gegen Berlin haben wir die ersten zehn Minuten verschlafen, aber auch das wirft uns nicht um, denn wir treten immer als Mannschaft auf. Es ist auch egal, ob wir hinten liegen, wir geben nie auf. Durch unseren kämpferischen Einsatz haben wir auch gegen Spitzenteams immer eine Chance zu punkten. Mental sind wir sehr stark, die Punkte gegen Berlin haben wir uns als Mannschaft verdient", sagte der Schütze des Ausgleichstreffers zum 1:1.

Nach einem Viertel der neuen Eiszeit belegen die Pinguine Platz zehn. Mit diesem Ergebnis wären Mannschaft, Verantwortliche und Fans sicher auch am Ende der Hauptrunde zufrieden. Seitdem die Abwehr nahezu unverändert aufläuft, hat sich das Team in der Defensive stabilisiert. Dabei ist Torwart Andrew Engelage der entscheidende Faktor. Der Kanadier ging auch den Eisbären mächtig auf den Zeiger. "Das ist ja ein Fußballtorwart, der ein Eishockeytor fast ganz ausfüllt", sagte Meister-Pinguin Steffen Ziesche in seiner Funktion als Co-Trainer der Berliner. Es ist schon beeindruckend, wie beweglich der fast 29-Jährige mit seiner Größe (193 cm) und seinem Gewicht (103 kg) agiert. Kein anderer Torhüter der Liga hat so viele Schüsse (373) kassiert wie er.

Bisher überwiegen auch sonst nach 13 Punktspielen die positiven Erkenntnisse. Die Neuverpflichtungen tun dem Team gut. Bei Stürmer Tommy Kristiansen gilt das nur wegen seiner körperlichen Präsenz. Ansonsten konnte der norwegische Nationalspieler seine DEL-Tauglichkeit noch nicht unter Beweis stellen. Überaus erfreulich und für viele Fans sogar überraschend tritt Marcel Müller in Erscheinung. So wie der Torjäger derzeit defensiv ackert, das ist eindrucksvoll. Und seine Sorerpunkte (15) deuten an, dass der 29-Jährige auf dem Weg zu seiner DEL-Bestmarke (60) von 2010 ist.

Vielversprechend verlief das Debüt von Stürmer Jordan Caron. "Jordan hilft uns sehr. Er ist ein Profi mit einem super Charakter. Er setzt seinen Körper gut ein und checkt gut vor. In Nürnberg hat er ja auch gleich ein Tor gemacht. Wenn er noch einige Spiele mehr absolviert hat, wird er noch stärker", sagt Daniel Pietta über seinen neuen Sturmpartner. Auch wenn der Center mit sich am Wochenende nicht ganz zufrieden war ("ich selber hätte auch noch das eine oder andere Tor machen können"), sieht er den kommenden Aufgaben zuversichtlich entgegen: " Wichtig ist, dass wir uns in Überzahl und in Unterzahl verbessert haben. Alleine das hat uns an den vergangenen beiden Wochenenden fünf Punkte gebracht. Auf diese fünf Punkte müssen wir weiter aufbauen. Wir müssen die Scheibe in den nächsten Spielen aber noch schneller von der blauen Linie aufs Tor bringen." Es gibt auch noch andere Schwächen, die nicht immer vom Teamgeist und Torwart Engelage kompensiert werden können. Die Abwehr könnte durchaus noch eine Verstärkung gebrauchen. Da die letzte Ausländerlizenz für den Notfall (Torwart) aufbewahrt werden soll und wohl der letzte Cent für Caron ausgegeben wurde, wird daraus sicher nichts.

Der durchaus zu erkennende Aufwärtstrend spiegelt sich noch nicht so richtig in den Zuschauerzahlen wider. Nach acht Heimspielen liegt der Schnitt bei 4333. Das sind 39 weniger als der Gesamtdurchschnitt der Vorsaison (4372). Allerdings weisen bis auf Iserlohn alle anderen Vereine einen deutlich höheren Rückgang auf. In Köln sind es 2735 Fans, beim Liga Krösus Berlin 1554.

Quelle: RP
 
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