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Krefeld Pinguine
3:5 - KEV-Fans fordern Adduonos Kopf

Krefeld Pinguine: Fans fordern Rick Adduonos Kopf
War das am Freitag im König-Palast Rick Adduonos (re.) letzte Gang zur Trainerbank? FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Die Mannschaft der Krefeld Pinguine gab gestern bei ihrer 3:5-Heimniederlage gegen Schwenninge deutlich zu erkennen, dass sie unter der Regie ihres Trainers nicht entscheidend in die Erfolgsspur kommen kann. Von H.-G. Schoofs

Schade, dass nicht schon gestern Halloween war. Denn die Vorstellung der Pinguine war in ihrem achten Saisonmatch gruselig und erinnerte phasenweise an Arbeitsverweigerung. Entsprechend sauer waren die Fans der Krefelder nach der 3:5-Niederlage gegen die Schwenninger Wild Wings und forderten lautstark die Entlassung von Trainer Rick Adduono. Von den Verantwortlichen konnte sich gestern leider keiner das Geschehen auf dem Eis ansehen. Schlimmer als gestern kann es auf dem Eis des KöPa kaum zugehen. Wenn die Notbremse nicht gezogen wird, droht ein finanzieller Kollaps. Morgen droht in Berlin die nächste Pleite. Die über 400 Fans, die sich mit dem Sambazug auf den Weg an die Spree machen werden, sind wahrlich nicht zu beneiden.

Der Tag begann für die Pinguine mit einer Hiobsbotschaft. Verteidiger Nick St. Pierre meldete sich mit einer fiebrigen Mandelentzündung ab. Bereits am Donnerstagnachmittag war Oliver Mebus wegen einer Schulterprellung aus dem Straubingspiel nach Untersuchung von den Teamärzten krankgeschrieben worden. Damit blieben Trainer Adduono nur noch fünf Verteidiger, die er rotieren ließ.

Das erste Drittel war für die KEV-Fans Eishockey zum Abgewöhnen. Ihre Mannschaft zielte zwar häufiger auf das gegnerische Tor als die Schwenninger und spielte sich auch die Mehrzahl der klareren Torchancen heraus, doch die Pinguine waren im Abschluss zu harmlos. Viermal waren sie bis zur 20. Minute in Überzahl. Viermal stellte Adduono dem Duo Eriksson/Collins einen anderen Stürmer an die Seite. Die Gäste hatten vor allem kämpferisch mehr zu bieten und mit Acton einen Stürmer in ihren Reihen, der bei der 5:6-Niederlage im Schwarzwald an fünf der sechs Treffer beteiligt war. Und er knüpfte nahtlos an diese stolze Bilanz an. Er ließ Scott Valentine und Robin Weihager ganz alt aus sehen und ließ Torwart Tomas Duba keine Abwehrchance (5.).

Ihre vierte Überzahl nahmen die Pinguine mit ins zweite Drittel. Und siehe da, nach nur 30 Sekunden staubte Martin Schymainski mit seinem zehnten Saisontreffer zum Ausgleich ab. Nur drei Minuten später war schon wieder der Alltag im KöPa angebrochen, als Stastny die Wild Wings mit einem Flachschuss wieder in Führung brachte. Gäste-Torwart Pätzold war es zu verdanken, dass die KEV-Fans noch mal jubeln durften. Beim Versuch, den Puck hinter seinem Tor zu stoppen, rutschte ihm die Scheibe von der rechten Kufe vor das Tor. Yared Hagos bedankte sich für diese kuriose Vorarbeit und schob zum erneuten Ausgleich ein. Viele Zuschauer waren bereits in der ersten Pause der Meinung, die Pinguine wollen nicht unbedingt das Tor treffen. Diese Meinung bestätigte David Fischer in der 28. Minute, als er frei vor dem Tor stand und den Puck noch vertändelte. Zu allem Übel handelte er sich noch eine Strafe ein, die Stastny in Überzahl mit seinem zweiten Treffer bestrafte. Weil die Pinguine bis zur zweiten Pause bei zwei Überzahlspielen desolat agierten und die Gäste auf 4:2 erhöhten, hatten die KEV-Fans auf der Nordtribüne endgültig die Nase voll. "Wann schmeißt ihr den Trainer raus?", schallte es von den Rängen.

Im Schlussdrittel drängten die Schwenninger auf die frühe Vorentscheidung. Doch obwohl sich die Pinguine drei Strafen in Folge einhandelten, war Torwart Duba nicht zu bezwingen. Als Weihager noch auf der Strafbank saß, erzielte Schymainski bei einem schönen Konter den Anschlusstreffer (50.).

Jetzt keimte natürlich noch einmal Hoffnung bei den meisten Fans auf. Doch drei Minuten vor dem Ende griffen alle vor dem eigenen Tor postierten Pinguine nicht energisch genug ein, als Danner im zweiten Nachschuss alles klar machte. Die Pinguine wurden nach Spielende mit Pfiffen in die Kabine verabschiedet. "Ihr macht nur das Eis kaputt", sangen die Fans. Überall auf den Rängen war das Entsetzen nach dieser Vorstellung sehr groß. "Wann merkt Wolfgang Schulz endlich, dass Rick Adduonos Zeit in Krefeld vorbei ist. Ich mag den Trainer als Mensch unheimlich gerne, aber sportlich gehen die Pinguine mit ihm unter", sagte Ex-Aufsichtsratsmitglieder Wilfrid Fabel.

(can/areh/RP)
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