Krefeld Pinguine

Gegen die Haie Frust abbauen

Während sich die Abwehr der Pinguine schon ganz gut einspielen konnte, musste Trainer Rick Adduono im Angriff immer wieder Umstellungen vornehmen. Seine erste Sturmreihe (9/86/84) stand von den bisher neun Punktspielen nur viermal auf dem Eis. Dabei gab es gegen Ingolstadt und Düsseldorf die einzigen beiden Siege nach 60 Minuten. FOTO: samla

Krefeld. Die Krefelder beschäftigte auch am Mittwoch noch die Niederlage in Wolfsburg. Für die beiden Westduelle im König-Palast gegen Köln und Iserlohn bleibt die personelle Lage unverändert. Trainer Marco Sturm ist morgen zu Gast.

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Es ist momentan nicht einfach, für die Mannschaft der Krefeld Pinguine Anspruch und Wirklichkeit auf einen Nenner zu bringen. Eigentlich wollten sich Verantwortliche, Spieler oder Fans nach zehn bis 12 Punktspielen einigermaßen festlegen, ob das Saisonziel Play-offs erreicht werden kann. Angesichts der aktuellen Personallage ist für dieses Fazit Geduld erforderlich. Bisher konnte sich das neuformierte Team noch nicht so richtig einspielen. Woche für Woche war Trainer Rick Adduono zu Umstellungen innerhalb der Sturmreihen gezwungen. Dagegen zahlte sich positiv aus, dass die Abwehr einschließlich Torwart seit der Verpflichtung von Markus Nordlund nahezu unverändert auflaufen konnte.

Alleine das Tabellenbild drückt derzeit aus, dass die Krefelder trotz einiger leichtfertig oder unglücklich verlorenen Zählern im Kampf um einen Play-off-Platz weiter gut im Rennen liegen. Mit einem Sieg morgen Abend (19.30 Uhr) im Heimspiel gegen den rheinischen Rivalen Kölner Haie würden sie sogar bis auf einen Zähler an einen der Titelanwärter heranrücken. Auch wenn die Saison der Haie bisher einer Achterbahnfahrt gleicht, treten sie als Favorit an. Genau anders herum sind die Vorzeichen dann am Sonntag, wenn die Iserlohn Roosters zu später Stunde (19 Uhr) im KöPa zu Gast sind. Der Tabellenletzte ist derzeit ein gern gesehener Punktelieferant. Aber gerade deswegen besteht die Gefahr, den Gegner zu unterschätzen. "Iserlohn bleibt für mich ein gefährlicher Gegner", sagte Rick Adduono gestern.

Nach dem kräfteraubenden Auswärts-Dreier innerhalb von sechs Tagen gab der Trainer seinen Schützlingen am Tag der Deutschen Einheit zusätzlich frei. "Das tat richtig gut. Wir haben eine sehr harte Woche hinter uns", sagte Martin Schymainski gestern. Er ärgerte sich immer noch, dass er in Wolfsburg im ersten Drittel seine Großchance zur Führung nicht nutzen konnte: "Die Scheibe stand. Ich habe lange gewartet, aber irgendwann muss man sich entscheiden, zu schießen." Nicht nur er kehrte mit viel Frust aus der Autostadt zurück. Auch Rick Adduono kam gestern noch einmal auf die unglücklichen Schiri-Entscheidungen zu sprechen: "Ich habe großen Respekt vor den Schiedsrichtern. Aber für mich hätte es für Marcel einen Penalty geben müssen. Und die Fanghand mit dem Puck war beim Penalty von Matthias für mich hinter der Linie." Der Trainer sparte gestern aber auch nicht mit Kritik für sein Team: "Wir dürfen nicht mehr so häufig auf der Strafbank sitzen und müssen einfach die Scheibe mehr zum Tor bringen und treffen." Letzteres war gestern einer der Schwerpunkte beim Training. Von einem neuen torgefährlicher Stürmer muss Adduono weiter träumen. Aber er hofft, dass dieser Traum "schnell wahr wird". Denn von den Offensivkräften fallen Justin Feser, Dragan Umicevic und Mike Mieszkowski weiter für unbestimmte Zeit aus.

Matthias Roos hatte am Montag die Frage nach einem Neuzugang vor dem Kölnspiel mit "vielleicht" beantwortet, gestern mit "unwahrscheinlich". Es gibt Überlegungen, eventuell Nikolas Linsenmaier früher aus Freiburg zurück zu holen, der dort nach sieben Spielen zehn Scorerpunkte aufweist. Persönlich ist der Sportdirektor kein Freund davon, die zehnte Ausländerlizenz schon jetzt zu vergeben, obwohl der finanzielle Spielraum vorhanden ist. Er tendiert mehr dazu, bis zur Deutschland-Cup-Pause zu warten. Für dieses Turnier im November nimmt Bundestrainer Marco Sturm derzeit seine Nationalspieler unter die Lupe. Morgen Abend ist er im König-Palast zu Gast.

Quelle: RP

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