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Krefeld Pinguine
Mental nicht über 60 Minuten bereit

Krefeld Pinguine: Mental nicht über 60 Minuten bereit
Marcel Müller (li.), der hier gegen Iserlohn die 1:0-Führung der Pinguine erzielte, belegt in der DEL-Scorerliste den zweiten Platz. FOTO: samla.
Die Krefeld Pinguine verpassten gegen die Iserlohn Roosters erneut die große Chance, einen Gegner auf Augenhöhe im König-Palast zu bezwingen. Am Kräfteverschleiß lag es diesmal nicht, das bestätigte die Leistung im letzten Drittel. Müller auf Platz zwei der Scorerliste. Von H.-G. Schoofs und Josef Hermanns

Von totaler Begeisterung bis hin zur extremen Niedergeschlagenheit reichte am Wochenende die Gefühlswelt der KEV-Fans. Nach dem Derbysieg gegen Köln, das vielleicht beste Match der vergangenen beiden Spielzeiten, folgte eine für Krefelder fast schon traditionelle Niederlage gegen den Tabellenletzten Iserlohn. Das verflixte siebte Heimspiel wurde den Schwarz-Gelben ausgerechnet beim krönenden Abschluss der Faninitiative "Der Siebte Mann" zum Verhängnis.

"Drei Punkte am Wochenende gegen einen starken Gegner wie Köln sind nicht schlecht. Gegen Iserlohn hätten wir diesen Sieg aber vergolden müssen. Die Tabelle ist im Augenblick noch sehr eng, da sollten wir jetzt auch nicht hinschauen. Im Dezember hat die Tabelle mehr Aussagekraft. Gegen Iserlohn war der Tank nicht leer. Das schwere Spiel gegen Köln hat mit der Niederlage am Sonntag nichts zu tun", sagte Martin Schymainski. Wie voll der Tank trotz der anstrengenden Vorwoche noch war, zeigte das letzte Drittel, besonders nach dem Anschlusstreffer. "Da hatten wir nicht das nötige Glück. Gerne hätten wir gegen Iserlohn die drei Punkte mitgenommen, aber vier oder fünf Gegentore in einem Spiel sind schon zuviel, dann kann man in der DEL kaum ein Spiel gewinnen. Wir haben nicht auf die Tabelle geschaut, und sicherlich Iserlohn auch nicht unterschätzt", sagte Kapitän Adrian Grygiel. Vielleicht aber doch im Unterbewusstsein. Besonders zu Spielbeginn und nach der 2:1-Führung fehlte dem Team die mentale Stärke, die gegen jeden Gegner der Liga erforderlich ist. "Der Unterschied war, dass Iserlohn mit dem 4:2 den Sack zugemacht hat, was Krefeld nach der 2:1-Führung nicht gelungen ist. Iserlohn hat aber insgesamt mehr Druck gemacht und deshalb auch die Tore erzielt. Krefeld war insgesamt nicht gut genug, um die Punkte zu holen", sagte Ex Kapitän Herberts Vasiljevs.

Bitter ist, dass die Mannschaft nach Augsburg und Bremerhaven erneut auf eigenem Eis ein Spiel gegen ein Team auf Augenhöhe verloren hat. So wird das nichts aus der Festung, die der KöPa laut Sportdirektor Matthias Roos wieder werden muss. Auch beim Blick auf die Tabelle tun diese Heimniederlagen sehr weh, zumal jetzt die Duelle gegen das Spitzenduo Nürnberg und Berlin auf dem Programm stehen.

Trotz der Galavorstellung gegen Köln steht fest, dass die Ausfälle von Dragan Umicevic und Justin Feser nicht in jedem Spiel kompensiert werden können. Zum Glück sind Daniel Pietta und Marcel Müller derzeit in Topform. Besonders Müller war am Wochenende nicht nur wegen seiner drei Treffer bester Angreifer auf dem Eis, sondern auch in Sachen Einsatzwillen und Laufbereitschaft ein Vorbild.

Die Defensive ist auch durch die Stürmer insgesamt stabiler geworden. Es gab zuletzt nur noch wenige Situationen, wo der Gegner im Krefelder Drittel bei gleicher Spieleranzahl in Überzahl war. Dennoch werden immer noch mehr Schüsse als die von Trainer Rick Adduono geforderte Minimalgrenze von 25 zugelassen. Und alle Fehler kann auch ein Torwart wie Andrew Engelage nicht immer ausbügeln. Von den fünf gesetzten Abwehrspielern ragte zuletzt Neuzugang Markus Nordlund heraus, der neben Kurt Davis auch Offensivpotenzial besitzt. Sowohl Maxi Faber und als auch Joel Keussen sind für die Rolle als Verteidiger Nummer sechs noch nicht konstant genug.

Quelle: RP
 
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