| 14.09 Uhr

Sturmersuche bei den Pinguinen
Kristiansen geht – was passiert mit der letzten Ausländerlizenz?

Krefeld Pinguine: Tommy Kristiansen löst seinen Vertrag auf
Das ist am Sonntag im Heimspiel einer der letzten Wechsel von Tommy Kristiansen im Trikot der Pinguine. Hier versucht er bei Mikko Vainonens Schuss, der am Außenpfosten landet, Torwart Jerry Kuhn die Sicht zu nehmen. FOTO: Lammertz
Krefeld. Tommy Kristiansen fühlt sich in Krefeld nicht wohl und kehrt in seine Heimat zurück. Sportdirektor und Trainer wollen sich in der Deutschland-Cup-Pause entscheiden, was mit der letzten Ausländerlizenz geschieht. Von H.-G. Schoofs und Josef Hermanns

Auch wenn die Pinguine nach ihrem punktlosen Wochenende auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht sind, ist ihr Saisonziel noch lange nicht in Gefahr. Das wird beim Blick auf die aktuelle Tabelle deutlich. In der oberen Hälfte tummeln sich bereits alle Teams, die als Top-Sechs-Kandidat gehandelt werden. Der Rest liegt dicht auf.

Um den Anschluss nicht zu verlieren, würde den Krefeldern am Sonntag im letzten Spiel vor der Deutschland-Cup-Pause ein Sieg gegen Schlusslicht Straubing gut zu Gesicht stehen und für wohltuende Ruhe im Umfeld sorgen. Die Tigers können am Donnerstag die Krefelder mit einem Heimsieg gegen Bremerhaven vom 13. Platz verdrängen. Die Fans der Niederbayern haben eine sehr schöne Rote Laterne gebastelt, die sie am Sonntag sicher mit in den König-Palast bringen werden.

"Ich bin hier in Krefeld nicht Tommy gewesen"

Zu diesem Zeitpunkt befindet sich Tommy Kristiansen schon lange in Norwegen. Der Stürmer bat am Montag um die Auflösung seines Vertrages. "Insgesamt ist es für mich nicht so gelaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich konnte mein Leistungspotenzial nicht abrufen und bin hier in Krefeld nicht Tommy gewesen. Oftmals war ich in den letzten Wochen frustriert und enttäuscht. Es tut mir leid, dass ich nicht mein bestes Hockey gezeigt habe. Ich möchte mich bei den Verantwortlichen bedanken, dass der Vertragsauflösung zugestimmt wurde und ich in meine Heimat zurückkehren kann", sagte der Stürmer, der am Sonntag 45 Minuten nach dem Spiel alleine gedankenlos in der Mixedzone stand und in den leeren König-Palast starrte.

Ein neuen Verein hat Kristiansen schnell gefunden. Am Dienstag wurde der 28-Jährige in seiner Heimat beim IHK Sparta Sarpsborg als Zugang präsentiert.

Noch vor dem Heimspiel gegen Schwenningen hatten Trainer und Sportdirektor Kristiansen trotz seiner Torflaute den Rücken gestärkt. Prompt traf er gegen die Wild Wings ins Schwarze. "Tommy gehen zu lassen, ist eine harte Entscheidung für uns. Er wird uns in den nächsten Monaten definitiv fehlen. Grundsätzlich macht es jedoch nur wenig Sinn einen Spieler, der in seine Heimat zurückkehren möchte, zu behalten und auf Vertragserfüllung zu bestehen. Daher haben wir seinem Wunsch entsprochen", erklärte Sportdirektor Matthias Roos.

Kristiansen war in den Heimspielen gegen Köln und Iserlohn vom norwegischen Nationaltrainer beobachtet worden. Vielleicht hat der Stürmer befürchtet, dass er sich in Krefeld nicht ausreichend für die Olympischen Winterspiele empfehlen kann, weil ihm als überzähliger Kontingentspieler ein Platz auf der Tribüne drohen kann, wenn alle Ausländer fit sind. Dazu passt, dass er bei seinem Stammverein IHK Sparta Sarpsborg aus der norwegischen Topliga als Neuzugang gehandelt wird. Dort will der Verein jedenfalls heute eine Neuverpflichtung bekannt geben. Auch familiäre Gründe sollen zu seiner Entscheidung beigetragen haben.

Abschied über die Whats-App-Gruppe

Die Spieler bedauern, dass Kristiansen, der sich über die Whats-App-Gruppe bei seinen Teamkollegen verabschiedete, geht. "Das ist ein Stürmer, den wir sehr gut gebrauchen können. Gerade jetzt, wo wir so viele Ausfälle haben, tut das natürlich weh. Aber wir müssen das Beste daraus machen und hoffen, dass nach der Pause wieder einige der verletzten Spieler aufs Eis zurückkehren", sagte Daniel Pietta. Es besteht wenigstens Hoffnung, dass Dragan Umicevic und Andrew Engelage am Sonntag eingesetzt werden können.

Mike Mieszkowski, Diego Hofland und Patrick Seifert werden noch länger ausfallen. Sollten sich die Befürchtungen bestätigen, so wird auch Martin Schymainski einige Wochen fehlen. Nach der Pause könnte Nikolas Linsenmaier, der in Freiburg bisher in 15 Spielen 16 Scorerpunkte(7/9) vorweisen kann, wieder zum Team gehören und in der DEL erstmals beim Auswärtsspiel in Köln (15.11.) zum Einsatz kommen.

Da die Abwehr immer noch nicht so konstant stabil ist, um die Play-off-Ränge zu erreichen, liegt es auf der Hand, die letzte Kontingentstelle mit einem Verteidiger zu besetzen. "Wir sprechen fast täglich darüber, was wir mit unserer letzten Lizenz machen sollen", sagte Roos. Der bisherige Plan sieht vor, die letzte Lizenz für einen Torwart zu reservieren, falls Engelage länger ausfallen sollte. Doch was nutzt ein neuer Torwart, wenn Weihnachten der Play-off-Zug schon wieder abgefahren ist. Und der finanzielle Spielraum ist durch Kristiansens Abschied größer geworden.

Quelle: RP
 
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