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Krefeld Pinguine
Wiedergeburt der Powerplay-Pinguine

Krefeld Pinguine: Wiedergeburt der Powerplay-Pinguine
Krefelds Torjäger Marcel Müller, der hier mit dem Augsburger Stürmer Matthew Mackay um den Puck kämpft, erzielte gestern den wichtigen Anschlusstreffer zum 1:2 und bereitete den Ausgleich zum 3:3 durch Nick St. Pierre vor. FOTO: Kolbert-press
Augsburg. Die Krefelder machten im Auswärtsspiel in Augsburg wie schon am Freitag beim Sieg gegen Mannheim in Überzahl einen Zweitore-Rückstand wett, mussten sich aber in der Verlängerung geschlagen geben. Von H.-G. Schoofs und Josef Hermanns Berichten Aus Augsburg

Das Eis des Augsburger Curt-Frenzel-Stadions bleibt für die Pinguine ein fruchtbares Parkett. Nach nun elf Spielen in Folge sind sie zum neunten Mal mit etwas Zählbarem an den Niederrhein zurückgefahren. Gestern Abend war es bei der 3:4-Niederlage nach Verlängerung aber nur ein Punkt. Den muss man am Ende allerdings als Gewinn bezeichnen.

Denn die Krefelder enttäuschten im ersten Drittel vor allem in der Defensive und mussten ab der 25. Minute einem Zweitore-Rückstand hinterherlaufen. Das war aber schon wie beim Heimsieg gegen Mannheim mit zwei Überzahltreffer von Erfolg gekrönt. Damit erzielten die Schwarz-Gelben am ersten DEL-Wochenende vier ihrer sieben Treffer mit einem Mann mehr auf dem Eis. Das könnte die Wiedergeburt der Powerplay-Pinguine sein, die schon sehr lange in einem Dornröschenschlaf lagen.

Noch sehr lange wurde Freitagnacht an den Krefelder Theken über den furiosen Start der Pinguine gegen Mannheim gejubelt. Natürlich stand dabei die Massenkeilerei nach Spielende im Mittelpunkt. Zum Glück zogen die Spieldauerdisziplinarstrafen keine Sperren nach sich. So fuhren die Krefelder am Samstag bis auf den verletzten Marco Rosa in Bestbesetzung nach Augsburg. Dort gingen sie gestern früh zum Pre-Game-Skating aufs Eis. Dabei schaute auch die Eltern von Lukas Koziol zu, die aus Füssen angereist waren und anschließend ihren jüngeren Sohn Fabian beim DNL-Spiel mit Kaufbeuren gegen Augsburg beobachteten.

Trainer Franz Fritzmeier wollte sich vor dem Auftaktbully nicht so recht in die Karten schauen lassen, wen er letztendlich aufs Eis schicken wird: "Das entscheide ich während des Spiels. Wir können hier nur etwas holen, wenn jeder zu 100 Prozent seine Aufgabe erfüllt. Es kommt darauf an, hinten stabil zu stehen."

Das schienen seine Schützlinge, die in ihren weißen Ausweichtrikots antraten, nicht gehört zu haben. Denn sie liefen in der Anfangsphase zweimal ins offene Messer und lagen mit 0:2 hinten. Torwart Patrick Galbraith war jeweils ohne Abwehrchance. Fritzmeier begnügte sich mit drei Sturmreihen, die sich schwertaten, den Panthern die Krallen zu ziehen. Erst 55 Sekunden vor der Pause sorgte Marcel Müller für den Anschlusstreffer. Der war psychologisch wertvoll. Das zeigte sich sofort nach Wiederbeginn, als die Pinguine zunächst mehr vom Spiel hatten. Dabei vergab Martin Schymainski eine Großchance zum Ausgleich (23.). Dagegen erhöhten die Panther bei einem Konter auf 3:1 (25.).

Die Krefelder blieben aber am Drücker. Fritzmeier stellte seine drei Reihen um. Umicevic rückte für Vasiljevs in Reihe eins. Der Kapitän kam für Koziol, jetzt dritte Reihe, in den zweiten Sturm. Und prompt verkürzten die Gäste durch den Ex-Augsburger Mark Mancari auf 2:3. Doch die Hauptschiedsrichter erkannten den Treffer wegen Torraumabseits nicht an. Eine Szene, die angesichts der neuen Regelauslegung sicher noch für Diskussionsstoff sorgen wird. Im Schlussdrittel verstärkten die Panther die Defensive, um den Vorsprung zu verteidigen.

Erst als der Ex-Krefelder Valentine auf die Strafbank musste, gerieten die Gastgeber in Gefahr. Dabei schlug die erste Powerplay-Formation der Schwarz-Gelben durch Daniel Pietta zu (47.). Jetzt schöpften die knapp 50 KEV-Fans auf den Rängen wieder Hoffnung. Zumal Valentine erneut in die Kühlbox musste, sogar für vier Minuten. Doch Mancari und Collins nutzten ihre Chancen nicht. Fritzmeier nahm noch während der Überzahl seine Auszeit, und das mit Erfolg. Denn Verteidiger Nick St. Pierre hämmerte den Puck mit einem wuchtigen Schlagschuss zum Ausgleich in die Maschen (53.). Die Augsburger änderten sofort wieder ihre Taktik.

Es entwickelte sich in den letzten Minuten ein offener Schlagabtausch, bei dem Vasiljevs mit einem gefährlichen Schuss an Torwart Meisner scheiterte. So ging es in die Verlängerung, wo pro Team nur noch drei Spieler auf dem Eis stehen. Die Pinguine begannen mit Müller, Pietta und St. Pierre. Letzter leistete sich kurz vor der Augsburger blauen Linie einen leichtsinnigen Rückhandpass. Den Konter bestraften die Panther durch Holzmann mit ihrem Siegtreffer.

Quelle: RP
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