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Krefeld Pinguinie
Pinguine: Krisensitzung noch kein Thema

Del. Eishockey: Die Kritik an Rick Adduono ist nach den Niederlagen gegen Nürnberg und Straubing lauter geworden. Die KEV-Fans sind in zwei Lager gespalten. Viele glauben nicht mehr, dass der Trainer das Ruder noch herumreißen kann. Von H.-G. Schoofs

In schwierigen Zeiten stehen die KEV-Fans in der Regel wie ein Mann hinter ihrer Mannschaft. Ein Beweis dafür war am frühen Dienstagabend die Autogrammstunde der Pinguine bei ihrem neuen Sponsor "Burgers" am Neumarkt. Gut 200 Anhänger waren gekommnen und freuten sich über die neuen Autogrammkarten der Spieler. Gerade jetzt, wo Trainer und Mannschaft mit dem Rücken zur Wand stehen, ist die Unterstützung der Fans enorm wichtig. Doch die immer lauter werdende Kritik an der sportlichen Leitung, insbesondere an Trainer Rick Adduono, macht deutlich, dass die Fans mittlerweile in zwei Lager gespalten sind. Viele glauben nicht mehr daran, dass der Kanadier das Ruder noch einmal entscheidend herumreißen kann. Die Kritik an seiner Person spürt natürlich auch Adduono. Mittlerweile hat sogar seine Ehefrau Melanie bei Facebook einigen KEV-Fans die "Freundschaft" gekündigt. Ein dickes Fell mussten sich die Adduonos in Krefeld bisher nie zulegen. Dafür lief es in den vergangenen Jahren insgesamt sehr gut.

Selten war für den Coach in dessen jetzt schon fast sechsjährigen Amtszeit in Krefeld die Lage so bedrohlich wie momentan. Er braucht nicht nur Siege. Es muss schnellstens zu erkennen sein, dass die neuformierte und junge Mannschaft unter seiner Regie ihr Leistungsvermögen langfristig abrufen und das gesteckte Saisonziel erreichen kann. Morgen im Heimspiel gegen Schwenningen ist ein Sieg Pflicht. Denn je größer der Abstand auf die Pre-Play-off-Plätze wird, umso größer wird der Druck. Die Spieler befinden sich in einer Zwickmühle. Durch die Blume gesprochen wird deutlich, dass Adduono die meisten seiner Schützlinge nicht mehr erreicht. Die Leistungsträger zweifeln daran, dass es aufwärts geht, die jungen Spieler sind teilweise verunsichert. Denn der Coach hackt nach Niederlagen schon mal gerne auf den ein oder anderen Akteur herum, was er am vergangenen Freitag im Anschluss an das Nürnbergspiel im Kreise von Medienvertretern deutlich verneinte.

Eine Krisensitzung, die den Pinguinen diese Woche von der "Eishockey News" angedichtet wurde, gab es (noch) nicht. Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz ist in Asien auf Geschäftsreise. Rüdiger Noack war am Wochenende privat verreist. Beide telefonieren fast täglich, auch nach Siegesserien. Ob Schulz rechtzeitig zum Spiel gegen Schwenningen in Krefeld eintreffen wird, stand gestern noch nicht fest. "Vermutlich wird er erst Samstag eintreffen", sagte Noack. Der schaute am Montag neidisch nach Iserlohn und Ingolstadt, wo jeweils ein Stürmer verpflichtet wurde. Brandon McMillan, der 179 NHL-Spiele absolvierte und jetzt für den Tabellenletzten von der Donau aufläuft, hätte Noack schon vor fast drei Wochen verpflichten können, er soll aber 90 000 Euro plus Nebengeräusche gefordert haben. Bei den Panthern soll er jetzt 70 000 Euro verdienen. Vielleicht erfüllt der Aufsichtsrat dem Trainer ja doch noch dessen Herzenswunsch nach einer echten Verstärkung für den Angriff, damit Adduono mit seinem Team nach der Deutschland-Cup-Pause entscheidend in die Erfolgsspur kommen kann.

Quelle: RP
 
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