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Pinguine: Nagel kein Geschäftsführer mehr

Lokalsport: Pinguine: Nagel kein Geschäftsführer mehr
Vier Monate und drei Wochen war Axel Nagel Geschäftsführer der GmbH. Gestern gaben die Pinguine die Trennung bekannt. FOTO: Thomas Lammertz
Del. Eishockey: Gestern gab die KEV Pinguine Eishockey GmbH das Ende der Zusammenarbeit mit dem 54-jährigen Unternehmer bekannt. Die Trennung kommt für viele Insider nicht überraschend. Ein Nachfolger ist noch nicht in Sicht Von H.-G. Schoofs

Axel Nagel ist nicht mehr Geschäftsführer der KEV Pinguine Eishockey GmbH. Diese Nachricht kam gestern für die Fans der Schwarz-Gelben sehr überraschend, für viele Insider sicher nicht. Seit einigen Wochen brodelte es hinter den Kulissen heftig. "Die Zusammenarbeit war von Anfang an nur als vorübergehend geplant", erklärte Aufsichtsratschef Wolfgang Schulz auf Anfrage unserer Zeitung. Zu Hintergründen wollte er keine Stellungnahme abgeben. Man sei auf der Suche nach einem Nachfolger. Auch Axel Nagel hielt sich gegenüber der RP ziemlich bedeckt: "Mein Engagement war zeitlich begrenzt. Die GmbH strebt eine andere Lösung an. Das kommentiere ich nicht. Ich gehe nicht im Streit."

"Die Krefeld Pinguine bedanken sich bei Herrn Nagel für die immer positive Zusammenarbeit und vor allen Dingen für die Unterstützung, welche er in dieser Zeit geleistet hat. Herr Nagel hatte sich in einer schwierigen Situation angeboten, den Krefeld Pinguinen zu helfen, und hat dies in vorbildlicher Art und Weise durchgeführt", heißt es in der offiziellen Presseerklärung der GmbH. Nagels neues Catering-Konzept habe bereits bei den ersten Spielen zu viel Beifall bei den Sponsoren geführt. Auch die Zusammenarbeit mit der Seidenweberhaus GmbH sei massiv verbessert worden. Man bedauere, dass die auf Zeit angesetzte Zusammenarbeit beendet sei.

Nagel trat Ende April die Nachfolge von Robert Haake an und erhielt einen unbefristeten Vertrag. Zuvor hatte er bereits mit den Vertretern der Seidenweberhaus GmbH den neuen Mietvertrag für die Spielstätte König-Palast ausgehandelt. Anschließend bat ihn der Aufsichtsrat, die Arbeit als Geschäftsführer fortzusetzen. Der selbstständige Unternehmer kam dieser Bitte sofort nach. Bei seiner Vorstellung verkaufte sich der 54-jährige Wirtschaftsexperte glänzend und läutete dann Mitte August bei der Jahrespressekonferenz mit seiner Präsentation "das Powerplay mit allen Infos rund um den KEV" und der Aussage "der Dornröschenschlaf muss ein Ende haben" eine neue Zeitrechnung bei den Pinguinen ein. Nagels neue Welt sollte transparenter, greifbarer und professioneller werden. Die Transparenz von Zahlen und Fakten stieß bei den Verantwortlichen auf Kritik. Das sei mit dem Aufsichtsrat nicht abgestimmt gewesen.

Auch in seinem direkten Umfeld machte sich Nagel keine Freunde. "So eine Vorbereitung mache ich nächste Saison nicht mehr mit, dann höre ich lieber auf", hatte der sportliche Berater Rüdiger Noack schon vor Wochen gesagt. Er war bei verschiedenen Meetings mit dem Geschäftsführer heftig aneinandergeraten. Nagel wurde vorgeworfen, mehr Baustellen aufzumachen als abzuarbeiten. "Er hat viele Dinge auf den Weg, aber nicht zu Ende gebracht", sagte gestern ein Mitarbeiter, der sich nur vertraulich äußern wollte. Auffällig sei gewesen, dass sich Nagel häufig nur selber auf die Schulter geklopft hätte, wenn etwas gut gelaufen sei.

Mit Simone Akin, die Nagel bei seiner Vorstellung als Geschäftsstellen-Leiterin und Prokuristin präsentierte, soll er schon länger nicht mehr auf einer Wellenlänge gefunkt haben. Beide hatten sich vor zwei Wochen zum DEL-Gesellschafter-Treffen in Kitzbühel mit verschiedenen Flügen nach München und von dort aus mit je einem Mietwagen auf dem Weg in die österreichische Skihochburg gemacht. In der Geschäftsstelle im KöPa soll zuletzt mehr gegen- als miteinander gearbeitet worden sein. Kapitän Daniel Pietta sagte gestern zur Trennung von Nagel: "Wir sind mit ihm gut ausgekommen. Es gibt immer Dinge, die von den Spielern negativ gesehen werden. Aber wir sind Angestellte der GmbH und müssen die Anweisungen akzeptieren." Kein gutes Haar ließen seit den ersten Spielen die KEV-Fans an Nagel, die dem Geschäftsführer Ende Mai beim "Hockey-Talk" der Pinguine Supporters nach dessen Rede noch viel Beifall zollten und ihn als großen Hoffnungsträger feierten. Nach Kritik am veränderten Kartenangebot stieß diese Woche die Schließung des Geschäftsstellen-Fanshops im KöPa auf massive Kritik.

Quelle: RP
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