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Krefeld Pinguine
Reise nach Europa fast zu Ende

Ostrava . Die Krefelder mussten sich gestern in der Champions Hockey League im Auswärtsspiel gegen Vitkovice Ostrava aufgrund eines schwachen ersten Drittels mit 3:5 geschlagen geben und brauchen jetzt in Oulu ein Wunder. Von H.-G. Schoofs

Wenn nicht am Samstag in Finnland ein Wunder geschieht, dann geht die Reise der Pinguine nach Europa dort zu Ende. Gestern vergaben die Krefelder im Auswärtsspiel der CHL-Gruppe E beim HC Vitkovice die große Chance, sich mit einem Punkt erstmals in der Königsklasse des europäischen Eishockeys die Play-off-Teilnahme zu sichern. Die 3:5-Niederlage war unnötig, weil sie im ersten Drittel durch eine schwache Leistung zustande kam. Die tolle Aufholjagd ab der 20. Minute wurde am Ende nicht belohnt. Die Ausgangsposition ist vor dem letzten Gruppenspiel bei Kärpät Oulu höchst ungünstig. Denn bei den starken Finnen, die immerhin als CHL-Vize-Meister erneut zu den Topfavoriten gehören, muss ein Sieg mit zwei Punkten her, um sicher Zweiter zu werden. Bei nur einem Zähler würde am Ende das Torverhältnis gegenüber den Tschechen entscheiden.

Zum Warm-Up durften die Pinguine am Morgen erstmals das Eis der großen Arena betreten. Mit lauten und teilweise wütenden Kommandos machte Franz Fritzmeier seinen Spielern deutlich, worum es am Abend gehen muss. "Wir haben im Hinspiel unsere bisher beste Leistung der Saison geboten, das müssen wir heute wiederholen", sagte der Trainer vor dem Auftaktbully. Wie schon in Bremerhaven rückte Lukas Koziol in die zweite und Kevin Orendorz in die vierte Sturmreihe. Zwischen Mike Collins und Herberts Vasiljevs fuhren Daniel Pietta und Marcel Müller abwechselnd Doppelschichten.

Marcel Müller, der das Trikot des Krefelder Topscorers trug, hatte vom Auftaktbully weg die Führung auf dem Schläger, scheiterte aber an Torwart Bartosak, der auch den Nachschuss von Dragan Umicevic meisterte. Besser machten es die Hausherren, die mit ihren ersten beiden Schüssen gleich mit 2:0 in Führung gingen. Dabei machte Torwart Klein jeweils eine unglückliche Figur. Von diesem Schock erholten sich die Pinguine im ersten Drittel nicht mehr. Ihr Auftritt erinnerte an Testspiele bei den Turnieren in Olten und Bremerhaven. Keine Abwehrchance hatte Klein beim dritten Gegentreffer. Trainer Fritzmeier hatte das alles die Sprache verschlagen. Bei den Powerbreaks stand er regungslos hinter der Bande.

Laut wird er bestimmt in der Pause geworden sein. Denn sein Team nahm endlich den Kampf an und steigerte sich auch spielerisch. Trainer Fritzmeier stellte auf drei Sturmreihen um. Vasiljevs rückte für Umicevic in den ersten Sturm, der zusammen mit Collins und Kretschmann die dritte Reihe bildete. Müller scheiterte in Unterzahl bei einem Break am Torwart. Besser machte es Marco Rosa, der den wenigen KEV-Fans mit seinem Treffer wieder Hoffnung machte. Unfassbar war dann Sekunden vor der zweiten Pause, wie Umicevic den Anschlusstreffer vergab, als er den Torwart schon ausgespielt hatte. Die Krefelder drängten auch im Schlussdrittel auf weitere Treffer. In Überzahl wurde Vasilijevs vor seinem Anschlusstreffer mustergültig von Collins bedient. Die Vorentscheidung fiel dann, als die Pinguine zwei Strafen in Folge kassierten. Die 3:5-Unterzahl überstanden sie zwar, doch als Kretschmann wieder aufs Eis zurückgekehrt war, erhöhten die Gastgeber auf 4:2. Zwei Minuten vor Schluss setzte Fritzmeier dann in Überzahl alles auf eine Karte und nahm zusätzlich Torwart Klein vom Eis. Mancari fälschte einen Schuss zum 3:4 ab. Als Klein dann 60 Sekunden vor dem Ende erneut sein Tor verließ, besiegelte Ostrava endgültig die unnötige Niederlage der Krefelder.

Quelle: RP
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