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Krefeld Pinguine
Schulz enttäuscht von den Pinguine-Fans

Pinguine siegen in Wien nach Penalty-Krimi
Pinguine siegen in Wien nach Penalty-Krimi FOTO: Peggy Nieleck
Krefeld. Dem Aufsichtsratschef der GmbH missfielen die Transparente, die die Fans zuletzt emporhielten. Das Team sei die bestmögliche Mannschaft, die finanzierbar sei. Der neue Geschäftsführer, Karsten Krippner, soll nun neue Sponsoren finden. Von Oliver Schaulandt

Eishockey in Krefeld ist ein Stück weit eine Herzensangelegenheit. Demzufolge steckte gestern bei der Präsentation des neuen Geschäftsführers der Krefeld Pinguine eine ganze Menge Enttäuschung dahinter, als Aufsichtsrat Wolfgang Schulz das Wort ergriff und sich zu jenen Transparenten äußerte, die Fans beim vergangenen Heimauftritt emporgehalten hatten. "Sportliche Leitung - kritisch hinterfragen" und "Und das nennt ihr Profisport" stand darauf zu lesen. "Mit unseren finanziellen Möglichkeiten sind wir nicht in der Lage, eine Mannschaft aus NHL-Stars zusammen zu stellen, wie das andere Teams in der DEL können", sagte Schulz, der sich selbst bekanntlich seit Jahren erheblich finanziell bei den Pinguinen engagiert. "Wir können nur ein Team aus jungen Spielern zusammen stellen, dass das Ziel hat, in die Play-offs zu kommen. Wir liegen zurzeit einen Platz vor Ingolstadt, das einen doppelt so hohen Etat hat wie wir, und einen Punkt hinter Mannheim, das dreimal so viel Geld zur Verfügung hat. Von daher ist eine solche Reaktion der Fans für uns als Gesellschafter enttäuschend", sagte Schulz und ergänzte: "Wir müssen versuchen, einfach mehr Sponsoren zu finden. Die Einnahmensschere innerhalb der Liga geht immer mehr auseinander. Wenn wir da keine neuen Mittel finden können, werden wir Probleme haben, den DEL-Standort Krefeld zu erhalten."

Neuer Hoffnungsträger in Sachen Sponsoring und Vermarktung ist seit gestern nun Karsten Krippner, der zum 1. Januar 2016 Geschäftsführer der Pinguine werden wird. Der diplomierte Sportmanager arbeitete früher unter anderem beim Fußballverein Preußen Münster und beim Volleyball-Bundesligisten USC Münster und ist derzeit (und noch bis Ende Dezember) bei der Sport GmbH Düsseldorf beschäftigt. Er soll aber nicht nur Sponsoren finden, sondern auch die Vermarktung insbesondere der Logen in Schwung bringen. "Wir haben erst eine zusätzliche Loge vermietet. Das geht nicht richtig voran, weil wir einiges zu spät und auch falsch gemacht haben", räumte Schulz ein und gestand: "In den vergangenen Monaten ist nicht alles optimal gelaufen. Wir haben jetzt aber Maßnahmen dagegen ergriffen."

Eine ist eben offensichtlich die Trennung vom bisherigen Geschäftsführer Axel Nagel, unter dessen Leitung unter anderem der Fanshop im Königpalast geschlossen und komplett in die Innenstadt verlegt wurde - eine Maßnahme, die vielen Anhängern sauer aufgestoßen war. "Das werden wir rückgängig machen. Wir müssen auch wieder Fanartikel direkt an der Spielstätte verkaufen", kündigte Karsten Krippner quasi als vorgezogene erste Amtshandlung für den kommenden November an.

Bereits im April, Mai hatten sich er und die Führungsriege zu Job-Verhandlungen getroffen; diese seien zunächst von lockerer Art gewesen, erst vor gut vier Wochen seien sie dann intensiver geworden und hätten letztlich nun zu einer unbefristeten Anstellung Krippners geführt. Der neue Mann sieht seine vorrangigsten Aufgaben im Finden von neuen Geldgebern für den Club. "Die Logen zu vermarkten, aber auch das Klinken putzen - das müssen wir machen", sagte der 39-Jährige, der bei seiner Vorstellung gestern noch 38 Jahre alt war. Zudem müsse die Kommunikation mit den Fans erheblich verbessert werden - auch, um die Marke Pinguine innerhalb der Stadtgrenze weiter zu stärken - und sie eben noch mehr zur Herzensangelegenheit zu machen.

Quelle: RP
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