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Krefeld Pinguine
War das der Anfang vom Ende?

Krefeld Pinguine: War das der Anfang vom Ende?
Das war im letzten Spiel des Jahres einer der Höhepunkte. Dragan Umicevic (hinten) bereitete den Treffer von Justin Feser in Überzahl zum 1:1- Ausgleich vor. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Die Krefelder gaben gegen Iserlohn im letzten Spiel des Jahres 2017 zwei wichtige Punkte leichtfertig aus der Hand und unterlagen vor Saisonrekordkulisse mit 4:5 nach Verlängerung. Jetzt droht sogar wieder die Rote Laterne. Von H.-G. Schoofs

Wie die Faust aufs Auge passte das letzte Spiel des Jahres 2017 zum Saisonverlauf der Pinguine. Erneut verschenkte die Mannschaft im Heimspiel beim 4:5 n.V. gegen die Iserlohn Roosters im Kampf um einen Pre-Play-off-Platz zwei wichtige Punkte. Nur 53 Sekunden fehlten an einem "Dreier", mit dem die Krefelder Eishockeywelt zum Jahreswechsel noch einigermaßen in Ordnung gewesen wäre. Diese 53 Sekunden zeigen aber auch, dass es dem Team vorne und hinten an Qualität fehlt, um so einen 4:2-Vorsprung ins Ziel zu bringen. Denn Glück und Pech hielten sich am Samstag für beide Teams die Waage. In zehn von 13 Duellen, die in der Verlängerung oder im Penaltyschießen entschieden wurden, verließen die Schwarz-Gelben als Verlierer das Eis.

Dabei hatte das Match am Silvester-Vorabend vor der neuen Saisonrekordkulisse (6345 Zuschauer/ bisher 6095), an der die Roosters mit gut 900 Fans einen großen Anteil besaßen, verheißungsvoll begonnen. Die Pinguine legten los wie die Feuerwehr und verbuchten bis zur 15. Minute bereits 9:1-Schüsse. Doch der zweite Schuss der Roosters landete im Krefelder Kasten. Wenigstens gelang Justin Feser in Überzahl nach super Vorarbeit von Dragan Umicevic kurz vor der Pause noch der Ausgleich. Über das zweite Drittel hüllt man aus Sicht der Pinguine besser den Mantel des Schweigens. Lediglich beim Solo von Umicevic bot sich die Chance, die erneute Führung der Gäste auszugleichen. Doch der Schwede scheiterte an Torwart Lange. Selbst bei einer Überzahl kurz vor der zweiten Pause lief nichts zusammen.

So richtig Fahrt nahm das Spiel dann nach dem Ausgleichstreffer von Alex Trivellato auf (46.), der zwei Minuten später mit seinem zweiten Glückschuss aus der Distanz sogar die Führung erzielte. Und als Umicevic seine gute Leistung mit dem vierten Tor für Krefeld krönte, stand die Halle Kopf. Fünf Minuten vor dem Ende der 60 Minuten nahm das Schicksal dann seinen Lauf. Torwart Dimitri Pätzold war bei einem Distanzschuss von Schmidt die Sicht versperrt. Und als die Roosters ihren Torwart vom Eis nahmen, ging die Ordnung im Krefeld Spiel verloren. Combs konnte ungehindert am kurzen Pfosten zum Ausgleich abstauben. Zum Entsetzen der Krefelder Fans gesellte sich in der Verlängerung auch noch reichlich Frust, weil auch noch der Zusatzpunkt verschenkt wurde.

Trotzdem fanden sich nach dem Spiel noch gut 200 KEV-Fans hinter der Nordtribüne zur After-Game-Party ein, die von der Stimmung zunächst mehr einer Saisonabschluss-Feier glich. Auch wenn es nur sechs Punkte bis zu Platz zehn sind, war diese Niederlage selbst für viele kühne Optimisten der Anfang vom Ende. Das war deutlich zu spüren. Jetzt ist sogar wieder die Rote Laterne in Sicht. Die Straubinger können morgen beim Gastspiel in Krefeld nach Punkten mit den Pinguinen gleichziehen. Lediglich das Torverhältnis würde die Schwarz-Gelben vor dem Absturz ans Tabellenende retten. Bereits in vier Wochen treten die Pinguine zum letzten Heimspiel der Hauptrunde an. In der Olympiapause gibt es vielleicht noch ein oder zwei Freundschaftsspiele. Danach ist die Mannschaft noch dreimal auswärts zu Gast.

Erst nachdem die Spieler zur Party erschienen waren und sich die Fans den Frust von der Seele gespült hatten, stieg das Stimmungsbarometer wieder ein wenig an. Mehr als über das Geschehen auf dem Eis wurde die Frage nach der Zukunft diskutiert. Nach wie vor gibt es kein klares Signal, wohin die Reise gehen wird. Ob tatsächlich alles vom neuen Mietvertrag abhängt, der immer noch nicht in trockenen Tüchern ist, bezweifeln mittlerweile einige Insider aus der Liga. Jedenfalls fehlt von Seiten der Verantwortlichen in Krefeld die Nachhaltigkeit, so schnell wie möglich Planungssicherheit zu erhalten. Hier sind klare Worte dringend notwendig. Einige Spieler des Kaders stehen bereits bei anderen Vereinen auf der Wunschliste. Das war am Samstag von anwesenden Agenten zu erfahren. Von den Kontingentspielern sollen das Markus Nordlund, Justin Feser und Dragan Umicevic sein. Für Jordan Caron sollen die Pinguine eine vereinsseitige Option für ein weiteres Jahr besitzen. Auch einige deutschen Akteure sind sicherlich schon ein Thema bei der Konkurrenz.

Quelle: RP
 
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