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Krefeld Pinguine
Warum die Pinguine im Sinkflug sind

Warum die Krefeld Pinguine im Sinkflug sind
Kyle Sonnenburg stürzt in dieser Szene im Spiel gegen Ingolstadt beim Rettungsversuch gegen ERC-Stürmer Daniel Irmen über seinen eigenen Schlussmann Patrick Klein - ein symbolisches Bild für den aktuellen Absturz der Pinguine. FOTO: ispfd
Prognose. Erst ein glatter Sieg in sechs Spielen, die meisten Gegentore in der Liga kassiert, viele Verletzte, Tabellenplatz 13 - so hatten sich die Pinguine ihren Saisonstart sicherlich nicht vorgestellt. Am kommenden Freitag soll im Duell gegen den Letzten die Wende gelingen. Von Josef Hermanns und Oliver Schaulandt

Nach dem sechsten Spieltag sind die Krefelder nur Tabellenvorletzter in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Zwei Siegen stehen vier Niederlagen gegenüber. Schlechter ist bislang nur der kommende Gegner: Die Schwenninger Wild Wings haben bislang erst einmal gewonnen und sind Tabellenletzter. Im Schwarzwald geht es am kommenden Freitag zur Sache. Dann hoffen die Verantwortlichen im schwarzgelben Lager auf Besserung. Aber: Woran liegt es, dass die Krefelder so weit abgerutscht sind? Ein Erklärungsversuch.

Sechs Spiele sind ausgetragen, sechs Zähler haben die Pinguine bislang geholt. Auffällig ist: Von Woche zu Woche schneiden die Krefelder dabei schlechter ab. Dem glatten Sieg zum Auftakt in Augsburg folgte eine Niederlage, macht drei Punkte. Am zweiten Wochenende gab es einen Sieg in der Overtime gegen Hamburg, danach eine Niederlage bei der DEG - macht zwei Punkte. Und am vergangenen Wochenende kam lediglich ein Zähler durch das Erreichen der Overtime gegen Berlin hinzu.

In den vergangenen drei Spielen erzielte die Auswahl von Trainer Rick Adduono jeweils nur ein Tor und hat nun 17 Tore auf dem Konto. Vier Teams haben noch weniger Treffer erzielt, drei weitere ebenfalls 17. Die Quote ist also gesamt gesehen nicht schlecht, aber in den jüngsten drei Partien fielen eben nur drei Tore - in den ersten drei Spielen gelangen den Schwarz-Gelben 14 Treffer.

23 Gegentreffer mussten die Pinguine bislang hinnehmen - was sicherlich nicht daran lag, dass Patrick Klein neuerdings das Tor hütet. Der Youngster gehörte in den jüngsten Auftritten zu den Leistungsträgern seiner Mannschaft und vertritt den verletzten Stammtorwart Tomas Duba bislang prima. Duba hat übrigens am Samstag wieder erste Schritte auf dem Eis gemacht. Das Problem liegt also nicht im Tor, sondern davor. Die Defensive schwächelte in den ersten drei Partien - dort gab es 16 Gegentreffer -, ist aber inzwischen etwas stabiler geworden.

Die ohnehin schon lange Ausfallliste der Pinguine ist nach diesem Wochenende noch länger geworden. Torwart Tomas Duba (Verletzung am Hüftbeuger) und Stürmer Istvan Sofron (Außenbandanriss im Knie) haben bislang noch kein DEL-Spiel in dieser Saison absolviert. Kapitän Daniel Pietta ist nach seiner Einblutung im Oberschenkel erst seit diesem Wochenende wieder dabei. Neu hinzugekommen sind am Wochenende Steve Hanusch (Fußbruch), der wahrscheinlich in dieser Woche noch operiert wird (ihm wird eine Stahlplatte eingesetzt), und voraussichtlich noch mindestens sechs Wochen ausfällt und Verteidiger David Fischer (leichte Gehirnerschütterung). Letztgenannter sollte aber am Freitag wieder spielen können, genauso wie Angreifer Mike Miezskowski, der sich den Magen verdorben hatte.

Weitere Neuzugänge sind noch nicht in Sicht, aber in der Überlegung, sagte gestern der Sportliche Berater Rüdiger Noack: "Wenn wir auf dem Transfermarkt noch mal tätig werden, dann sollte es durch den langfristigen Ausfall von Steve Hanusch ein Verteidiger sein." Ob ihm ein ähnlicher Coup gelingt wie in der Vorsaison, als er Angreifer Marcel Müller während der Saison nach Krefeld lotste, ist zu hoffen. Allerdings: Jede Verpflichtung bei den Pinguinen ist immer auch eine Frage des Budgets.

Durch die Verletzungen sah sich Coach Rick Adduono gezwungen, seine Reihen häufig umzustellen. Warum er aber kurz vor der Partie in Ingolstadt die bislang torgefährlichste Sturmreihe (sieben Treffer) mit Andreas Driendl, Herberts Vasiljevs und Norman Hauner auseinander riss, bleibt sein Geheimnis.

Allzu lange dürften die Pinguine im Ligakeller nicht herumdümpeln. Mit komplettem Kader sind sie sicherlich stark genug, um einige Plätze nach oben zu klettern. Das kann auch schneller gehen, als es auf den ersten Blick scheint: Die Teams sind noch ziemlich eng beieinander - die DEG als derzeitiger Fünfter liegt nur einen Sieg von den Krefeldern entfernt. Da könnte also der Tabellenletzte aus dem Schwarzwald wie gerufen kommen.

Quelle: RP
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