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Pinguine-Coach Adduono
"Wir müssen positiv bleiben"

Krefeld. Der Trainer der Krefeld Pinguine will nichts unversucht lassen, seinen Spielern die Angst vor weiteren Heimniederlagen zu nehmen. Mancari trainiert heute wieder mit. Müller sieht in diesem Monat Vaterfreuden entgegen Von H.-G. Schoofs

Eigentlich müsste sich Rick Adduono ärgern, dass er am Sonntag im König-Palast nicht als Trainer der Straubing Tigers an der Bande stand. Dann wäre er einem Platz in den Pre-Play-offs jetzt ein ganzes Stück näher. Es fehlte nämlich nicht viel, dann hätte der 61-jährige Kanadier vor ein paar Wochen vielleicht bei den Niederbayern angeheuert. Denn zum Zeitpunkt, als der Trainerstuhl von Franz Fritzmeier zu wackeln begann, stand bei den Tigers Larry Mitchell in der Schusslinie der Kritik. Und Straubings Manager Jason Dunham hatte sich zu diesem Zeitpunkt bei Rüdiger Noack über Adduono erkundigt.

"Krefeld ist meine Heimat in der DEL", sagte Adduono am Sonntag vor dem Spiel in einem TV-Interview. Daher habe er sich auch für das Comeback entschieden. Bereut hat er seine Entscheidung nicht, wenngleich für ihn eine ganz bestimmte Situation der Pinguine Neuland ist: "Ich habe in meiner Karriere noch nie ein Team trainiert, das von 18 Heimspielen nur zwei gewonnen hat. Das kann und darf eigentlich nie passieren. Gerade zu Hause fühlen sich die Spieler am wohlsten." Und das sei immer so gewesen, wo er Trainer war: "In Iserlohn haben wir von 28 Heimspielen nur acht verloren." Damals gehörten 15 Team der Liga an.

Mit den Pinguinen kann Adduono jetzt nur noch auf zehn Heimsiege kommen. Selbst wenn die Mannschaft das noch schaffen würde, wäre das trotzdem die schlechteste Ausbeute auf eigenem Eis in der Krefelder DEL-Geschichte. Die Niederlage gegen Straubing tat besonders weh, da es ja gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um Platz zehn ging. Das Spiel erinnerte an einige Heimbegegnungen unter der Regie von Franz Fritzmeier. Trotz einer Führung löst der erste Gegentreffer oder ein Rückstand eine Blockade in den Köpfen aus, die für eine Verkrampfung sorgt. Die macht sich dann besonders vor dem gegnerischen Tor bemerkbar. Und je länger die schwarze Hartgummischeibe nicht ins Netz fliegt, umso mehr löst die Brechstange Verstand und Spielwitz ab.

An Willen und Einsatzbereitschaft mangelte es der Mannschaft nicht. Adduono redete ständig auf seine Schützlinge ein: "Ich habe ihnen gesagt, dass sie positiv bleiben müssen." Seine Umstellung im Schlussdrittel auf ein aggressiveres Forechecking sorgte für zusätzlichen Druck auf das Tor von Matt Climie, der in einigen Szenen mehr Glück als Verstand hatte. So stand am Ende erneut eine unnötige Niederlage zu Buche. Die Spieler wirkten hinterher fassungslos und hockten mit gesenkten Köpfen in der Kabine. "Ich habe sofort gesagt, Köpfe hoch und positiv bleiben", erklärte Adduono gestern. Das müsse jetzt auch für das Umfeld gelten: "Natürlich ist die Enttäuschung besonders nach so einer Niederlage groß. Aber es ist noch nichts verloren."

Mit viel Schusstraining und einer großen Portion guter Laune will der Trainer seinen Spielern die Angst vor weiteren Heimniederlagen nehmen. Am kommenden Sonntag ist Iserlohn in Krefeld zu Gast. Zwei Tage zuvor steht das schwere Auswärtsspiel in Nürnberg auf dem Programm. Bis dahin wird Mark Mancari wieder fit sein, der am Sonntag um 15 Uhr seinem Coach wegen einer Magen-Darm-Infektion hatte absagen müssen. Der Stürmer will heute wieder aufs Eis gehen. Adduono hofft, dass Marcel Müller mit ins Frankenland fahren kann, der in diesem Monat zum ersten Mal Vaterfreuden entgegen sieht. Eventuell steht Verteidiger Nick St. Pierre wieder zur Verfügung. Dann könnte vielleicht wieder die Stunde für Niklas Treutle schlagen. Der Torwart würde sich über einen Einsatz gegen die Tigers besonders freuen. Schließlich ist er ein waschechter Nürnberger.

Quelle: RP
 
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