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Krefeld Pinguine
"Wir sind besser als ein Tabellenletzter"

Krefeld Pinguine: "Wir sind besser als ein Tabellenletzter"
Während Franz Fritzmeier mit einem Schiedsrichter-Assistenten spricht, schauen Daniel Pietta, Herberts Vasiljevs und Scott Valentine gespannt auf den Video-Würfel. Der Treffer zum 1:1-Ausgleich wurde nach Video-Beweis nicht anerkannt. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Unter Franz Fritzmeier stellten die Krefeld Pinguine einen neuen Negativrekord auf. Der Trainer fordert nach sechs Niederlagen ohne Punktgewinn von einigen seiner Spieler mehr Konzentration und eine Leistungssteigerung.

Die Rote Laterne der Deutschen Eishockey-Liga leuchtet über dem König-Palast immer heller. Daran wird sich bis zum Jahreswechsel wohl kaum etwas ändern. Und von einer Play-off-Teilnahme kann in Krefeld momentan nur noch geträumt werden. 16 Punkte beträgt für die Pinguine nun schon der Rückstand auf Platz zehn. Zum ersten Mal in ihrer DEL-Geschichte sind die Schwarz-Gelben sechs Spiele in Folge ohne Punktgewinn. Ihre längste Niederlagenserie (sieben Spiele) liegt knapp drei Jahre zurück. Damals wurde in drei Duellen wenigstens noch je ein Zähler geholt.

Franz Fritzmeier schaut sich den Auftritt seiner Mannschaft eigentlich immer noch am selben Abend per Video an. Darauf verzichtete er am Sonntag. "Ich wollte dieses Spiel erst einmal sacken lassen. Meine Enttäuschung war sehr groß", sagte der Trainer gestern. Die Umstände, die zur Niederlage gegen Köln führten, passen glänzend zur allgemeinen Situation der Mannschaft. Die Hauptschiedsrichter spielten am Nikolaustag mit strittigen Entscheidungen den Knecht Ruprecht, allerdings für beide Teams. Dann wurde den Pinguinen ihr zuschauerfreundlicher Service, die eigenen Treffer schnell auf dem Video-Würfel zu zeigen, zum Verhängnis. Die beiden Trainer der Haie forderten nach der Wiederholung den Videobeweis. Kein Kölner auf dem Eis hatte nach dem Ausgleichstreffer reklamiert. Am Ende führte dann noch ein Blackout von Oliver Mebus zur Unterzahl. "Oli war schon an der Bank und ist wieder aufs Eis gesprungen. Er dachte, die Scheibe sei noch nicht aus der Gefahrenzone. Aber Scott Valentine war schon auf dem Eis", erklärte Fritzmeier. Diesen Aussetzer begründet der Coach mit mangelnder Konzentration.

"Zweimal mit sechs Mann auf dem Eis, das darf uns einfach nicht passieren. Durch die Überzahl hat Köln am Ende das Spiel gewonnen. Wir müssen auf die Leistung der vergangenen Spiele aufbauen und endlich mal die Spiele nach Hause bringen. Für gute Leistungen können wir uns nichts kaufen, und geredet worden ist auch genug. Am nächsten Wochenende in Wolfsburg und zu Hause gegen Augsburg greifen wir neu an, um dann auch endlich zu punkten", sagte Daniel Pietta. Für den Kapitän, der seit dem Trainerwechsel neben den Schlittschuhen steht, wirkte sein Ausgleichstreffer nach elf Spielen ohne Tor wie eine Erlösung.

Einsatzwille und Kampf stimmen bei den meisten Spielern. Über ihre Qualität lässt sich weiter streiten. Dem ist sich Fritzmeier bewusst: "Mir war schon klar, dass ich hier keine dankbare Aufgabe übernehme und mit Handauflegen dafür sorgen kann, dass wir nach vorne marschieren. Aber die Entwicklung ist ja nicht über Nacht gekommen. Die hat sich schon in der Vorsaison abgezeichnet. Ohne Marcel Müller wären die Pre-Play-offs sicher nicht erreicht worden." Eine Qualität wie Müller besitzt Mark Hurtubise sicher nicht. Dennoch kann der neue Stürmer dem Team helfen, wieder in die Erfolgsspur zu kommen. "Er ist ein guter Typ, das merkt man in der Kabine. Er freut sich, bei uns sein zu können", sagt Fritzmeier, der aber nicht nur auf seinen Neuzugang baut: "Wir haben einige Spieler, die einfach eine bessere Leistung zeigen müssen. Dazu gehören Kontingentspieler und Deutsche gleichermaßen. Nur dann wird es uns gelingen, enge Spiele zu gewinnen. Bis auf das Match in Nürnberg hätten wir die vergangenen sechs Spiele alle gewinnen können. Das zeigt, dass wir besser sind als ein Tabellenletzter."

Quelle: RP
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