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Eishockey-WM
DEB-Team kassiert zum Auftakt Niederlage gegen Frankreich

Deutschland startet mit Niederlage
Deutschland startet mit Niederlage FOTO: dpa, am sam
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist mit einer herben Enttäuschung in die WM in Russland gestartet.

Nach seinem missglückten WM-Einstand als Eishockey-Bundestrainer wollte Marco Sturm nicht zu hart mit seiner Nationalmannschaft ins Gericht gehen. "Die Spieler waren alle heiß, aber auch zu nervös. Insgesamt bin ich trotzdem zufrieden, meine Jungs haben alles gegeben und Chancen gehabt, das Spiel zu gewinnen", sagte Sturm nach dem 2:3 (0:1, 2:1, 0:0, 0:0, 0:1) nach Penaltyschießen zum WM-Auftakt gegen Frankreich.

Das mit viel Vorschusslorbeeren nach St. Petersburg angereiste Team um die NHL-Jungstars Leon Draisaitl und Tobias Rieder zeigte jedoch vor allem im ersten Drittel eine schwache Leistung. Durch die fehlenden Punkte steht die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) im Kampf um das anvisierte Viertelfinale bereits unter Druck.

"Haben gedacht, das wird ein Selbstläufer"

Am Sonntag (15.15 Uhr MEZ/Sport1) wartet als nächster Gegner der zweimalige Finnland, den Sturm selbst zu den Titelfavoriten zählt. "Wir haben vielleicht gedacht, das wird ein Selbstläufer", kritisierte Torschütze Felix Schütz (37.) die Einstellung zum WM-Start: "Jetzt müssen wir hoffen, dass uns die Finnen genauso unterschätzen wie wir Frankreich."

Neben Schütz hatte auch Rieder (21.) für das deutsche Team in der regulären Spielzeit getroffen, im Penaltyschießen versagten dem 23-Jährigen jedoch genau wie Draisaitl und Kapitän Marcel Goc die Nerven. Für die Franzosen waren Damien Raux (4.), Valentin Claireaux (40.) und Damien Fleury mit dem entscheidenden Penalty im Shootout erfolgreich.

Abgesehen vom Ergebnis genoss Sturm sein erstes WM-Spiel als Trainer. "Das hat absolut Spaß gemacht", sagte der deutsche NHL-Rekordspieler: "Ich hatte das Gefühl, als würde ich schon ein paar Jahre hinter der Bande stehen."

Vor 3750 Zuschauern in der Jubileiny-Halle von St. Peterburg tat sich das deutsche Team von Beginn an schwer gegen die kompakte französische Mannschaft. Es gab einige Stockfehler, im Spielaufbau war zu viel Zufall im Spiel. Auch die Paradesturmreihe mit den NHL-Profis Rieder, Draisaitl und DEL-Topscorer Patrick Reimer konnte nicht wie in der Vorbereitung glänzen.

In der Defensive zeigte sich das Sturm-Team vor allem bei Kontern anfällig. So fiel auch das frühe 0:1, bei dem der Ingolstädter Torhüter Timo Pielmeier keine Abwehrchance hatte. Der Gegner handelte sich im ersten Drittel vier Strafzeiten ein, aber das Powerplay der DEB-Auswahl strahlte kaum Gefahr aus. Kam doch einmal ein Puck durch, war der bereits 40-jährige Huet im Kasten der Franzosen zur Stelle.

Im Mitteldrittel fiel jedoch nur 26 Sekunden nach Wiederanpfiff in Überzahl der Ausgleich: Philip Gogulla zog von der blauen Linie ab, und Rieder nutzte den Abpraller zum 1:1. Danach bekam Deutschland deutlich Oberwasser, Schütz nutzte die Überlegenheit zum zweiten Treffer aus. Doch die Franzosen steckten nicht auf und kamen zum etwas glücklichen Ausgleich.

Im Schlussdrittel hatte der Nürnberger Reimer in der 44. Minute im Überzahlspiel die große Chance zur Führung, doch erneut war Huet auf dem Posten. Danach konnte auf der anderen Seite Pielmeier mit starken Paraden vor allem in der Verlängerung sein Können unter Beweis stellen.

Nach dem Spiel gegen Finnland am Sonntag wartet auf die DEB-Auswahl zwei Tage später das Duell gegen die Slowakei, die als ein Hauptkonkurrent im Kampf ums Viertelfinale gilt. Danach stehen die Spiele gegen Titelverteidiger Kanada, der Deutschland bei der WM im vergangenen Jahr in Prag mit 10:0 vom Eis gefegt hatte, gegen Weißrussland, die USA und Aufsteiger Ungarn auf dem Programm.

(sid)
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