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DEB-Team im Viertelfinale
"Defensiv-Dreieck" soll die russischen Offensivstars stoppen

Schlüsselfiguren im DEB-Team gegen Russland
Schlüsselfiguren im DEB-Team gegen Russland FOTO: dpa, tba
Moskau . Auf Torhüter Thomas Greiss und die Top-Verteidiger Christian Ehrhoff und Korbinian Holzer kommt im WM-Viertelfinale gegen Gastgeber Russland viel Arbeit zu. Für die Sensation müssen die drei NHL-Profis ihre Topform erreichen.

Der Stoiker, der Heißsporn und der Marathonmann: Wenn die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft im WM-Viertelfinale am Donnerstag (19.15 Uhr MEZ/Sport1) in Moskau gegen Gastgeber Russland auch nur den Hauch einer Chance auf die Sensation haben will, müssen Torhüter Thomas Greiss und das eingespielte Verteidiger-Paar Korbinian Holzer und Christian Ehrhoff wieder einen Sahnetag erwischen. Auf das bislang so überzeugende deutsche "Defensiv-Dreieck" werden zahlreiche Angriffe von Alexander Owetschkin und Co. zurollen.

Draisaitl im Formtief

Die drei NHL-Profis haben die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) mit teilweise herausragenden Leistungen überhaupt erst ins erste K.o.-Rundenspiel seit fünf Jahren geführt und voll überzeugt. Anders als Jungstar Leon Draisaitl, der seine bestechende NHL-Form auf dem Weg von Nordamerika nach Europa verloren zu haben scheint. Das 20 Jahre alte Ausnahmetalent konnte sich die Formkrise bislang erlauben, weil vor allem Greiss, Ehrhoff und Holzer vorangingen.

Greiss wird auch am Donnerstag gegen die russischen Offensivstars zum wichtigsten Mann auf dem Eis. Der 30-Jährige, der nach dem Play-off-Aus mit den New York Islanders nachgeflogen kam und erst beim fünften Gruppenspiel gegen Weißrussland (4:2) sein Debüt bei einer A-WM feierte, hat seine Vorderleute sofort auf ein höheres Niveau gehoben. "Er hat eine Riesenaustrahlung und gibt der Mannschaft einen großen Rückhalt", schwärmte DEB-Präsident Franz Reindl.

Seine Slapstick-Einlage gegen die Weißrussen, als er den Puck völlig unbedrängt ins eigene Tor beförderte, brachte Greiss überhaupt nicht aus der Fassung. Der Füssener ist keiner, der lange grübelt. Seine Sätze in Gesprächen mit den Medien beginnen meist mit "Ja mei" - und hören nur ein paar Wörter später auch schon wieder auf. Auf dem Eis ist diese "bayerische Bierruhe" das größte Plus für die deutsche Nummer eins.

"Wenn die gegnerischen Spieler mich hassen, bin ich gut"

Ein ganz anderer Charakter ist Holzer. Der Verteidiger der Anaheim Ducks provoziert gerne, zettelt wie im Spiel gegen Finnland auch mal eine Schlägerei an, um seine Teamkollegen wachzurütteln oder den Gegner aus dem Rhythmus zu bringen. "Wenn die gegnerischen Spieler mich hassen, bin ich gut", sagte der 28-Jährige einmal. Auch bei der WM ist Holzer mit 14 Strafminuten der "Bad Guy" im deutschen Team.

Holzer kann aber mehr als das. Der frühere Düsseldorfer, der vor sechs Jahren das Abenteuer Nordamerika eingegangen war, hat sich mit seinem unermüdlichen Willen "in der NHL festgebissen", wie er selbst sagt. Die anfänglichen Rückschläge hätten ihn noch stärker gemacht: "Man muss bereit sein, die ein oder andere bittere Pille zu schlucken." Holzer hat den Sprung geschafft, auch deshalb hat sein Wort in der Kabine Gewicht.

Auch Ehrhoff will der NHL noch nicht den Rücken kehren. Nach leichten Startschwierigkeiten nutzt er die WM-Bühne immer besser, um sich nach dem missglückten Engagement bei den Chicago Blackhawks für andere Klubs aus Nordamerika zu empfehlen. Im deutschen Team ist der 33-Jährige, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere 2011 bei den Buffalo Sabres einen Zehn-Jahres-Vertrag mit einem Gehaltsvolumen von 40 Millionen Dollar unterschrieben hatte, unumstritten. Mit einer Eiszeit von im Schnitt 23,4 Minuten ist Ehrhoff mit Abstand der Marathonmann im DEB-Team.

(old/sid)
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