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Finalsieg gegen Kanada
Schweden ist Eishockey-Weltmeister

Schweden besiegt Kanada im Finale
Schweden besiegt Kanada im Finale FOTO: dpa, skm htf
Köln. Schweden hat Kanada den dritten Titelgewinn in Folge vermasselt. Die Skandinavier gewannen das Endspiel der Eishockey-Weltmeisterschaft mit 2:1 nach Penaltyschießen. Niklas Backstrom war der entscheidende Schütze. Von Thomas Schulze, Köln

Zuvor hatte Victor Hedman Schweden in Unterzahl in der 39. Minute in Führung gebracht, Ryan O'Reilly in Überzahl ausgeglichen (42.). Der Traum, der Kanadier, mit dem Rekord-Weltmeister Russland (27 Titel) gleichzuziehen, ist vorerst geplatzt. Schweden entthronte den Titelträger und wurde zum zehnten Mal Weltmeister. Zuletzt war dies dem Drei-Kronen-Team 2013 geglückt.

Es war ein atemberaubendes, körperlich extrem intensives Spiel mit sehenswerten Checks zwischen den temperamentvolleren Kanadiern gegen die coolen Skandinavier, deren Defensive das Prunkstück der Mannschaft war. 

"Das war eines der besten Eishockeyspiele, die ich je gesehen habe", hatte Kanadas Trainer Jon Cooper nach dem 4:2-Sieg seiner Mannschaft im Halbfinale gegen Russland gesagt. Er bekam noch mehr geboten, denn das Endspiel war noch einen Tick schneller. Das Hochgeschwindigkeits-Eishockey beider Teams bescherte zugleich eine Fülle exzellenter Chancen auf beiden Seiten, doch fielen im Anfangsdrittel keine Tore. Je höher das Tempo, desto schwieriger ist eben der präzise Abschluss, der vonnöten ist, wenn auch noch Weltklasse-Torhüter zwischen den Pfosten stehen

Im Mitteldrittel intensivierten die Kanadier ihre Offensivbemühungen,  drängten auf den Führungstreffer und hatten Pech bei einem Pfostenschuss. Als sich die meisten schon damit angefreundet hatten, dass es auch torlos in die zweite Pause geht, musste der Schwede Backstrom auf die Strafbank. Doch nach nur 22 Sekunden gelang dem Drei-Kronen-Team ein Unterzahltor. Der Schuss von Victor Hedman hoppelte Torhüter Calvin Picard 21 Sekunden vor der Pause durch die Schoner.  

Ein Rückstand ist für Nordamerikaner kein Problem, das hatten sie gegen Russland beweisen, wo sie nach einem 0:2 noch mit 4:2 gewannen. Entsprechend motiviert kamen die Ahornblätter aus der Kabine. Keine zwei Minuten waren gespielt, als sie dann ihr drittes Überzahlspiel in der Partie nutzten. Ryan O'Reilly erzielte den Ausgleich. Die Schweden zeigten sich nicht geschockt, sondern drängten auf die erneute Führung. Dass den Schweden eineinhalb Minuten vor dem Ende ein Wechselfehler unterlief, mutete bei diesem Spiel auf höchstem Niveau geradezu kurios an. Doch ein Treffer fiel nicht mehr, so dass es in die Verlängerung ging.

Zuvor hatte Russland das Spiel um Platz drei gegen Finnland mit 5:3 gewonnen. Für die Sbornaja, die nach 28 Minuten mit 4:0 geführt hatte, trafen der überragende, zweifache Torschütze Gusev, Tkachyov, Kiselevich und Kucherov,  für die Skandinavier Ratanen, Lehtonen und Savinainen.

 
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