Ausfall von Lindemann fast sicher: Eiskunstläufer humpeln ins neue Jahrtausend
zuletzt aktualisiert: 02.01.2001 - 12:32Hamburg (sid). Verletzungen, Absagen und Blessuren - die ohnehin krisengeschüttelten deutschen Eiskunstläufer humpeln förmlich ins neue Jahrtausend. Und so werden die Starterfelder bei den nationalen Titelkämpfen am Wochenende in Oberstdorf klein, aber beileibe nicht fein sein.
Besonders schwer trifft die Deutsche Eislauf-Union (DEU) der fast sichere Ausfall von Junioren-Weltmeister Stefan Lindemann. Der Titelverteidiger aus Erfurt laboriert noch immer an einer Sprunggelenkverletzung, die er beim Grand Prix Mitte November vergangenen Jahres in Gelsenkirchen erlitten hatte. Trainerin Ilona Schindler will sich die Entscheidung zwar bis zur letzten Minute offen halten, kündigte aber bereits an: "Stefan startet nur, wenn er absolut fit ist."
So könnte am Fuße des Nebelhorns der Weg frei sein für Ex-Champion Andrejs Vlascenko. Dem viermaligen Titelträger scheint der Wechsel von Füssen nach München zu Trainerin Steffi Ruttkies gut bekommen zu sein. Der ehemalige EM-Vierte soll seine bekannten Konditionsschwächen ebenso in den Griff bekommen haben wie einen seit Jahren angekündigten Vierfachsprung, ohne den international nichts mehr läuft.
Geradezu dramatisch ist die Situation im Paarlaufen. Titelverteidiger Mirko Müller aus Berlin hat mit seiner neuen Partnerin Sarah Jentgens nach nur wenigen Monaten gemeinsamen Trainings noch nicht das von ihm selbst geforderte Niveau erreicht, ihre Berliner Vereinskollegen Mariana Kautz und Norman Jeschke fehlen verletzungsbedingt. Es dürfte der DEU schwer fallen, die ihr zustehenden drei Startplätze bei den Europameisterschaften vom 22. bis 27. Januar in Bratislava adäquat zu besetzen.
Fitze-Comeback steht im Mittelpunkt
Das Comeback von Eva-Maria Fitze steht im Mittelpunkt der Damen-Konkurrenz. Die Münchnerin, die wegen einer massiven Essstörung 16 Monate lang keine Wettkämpfe bestreiten konnte, ist nach der Abmeldung ihrer einstigen Rivalin Tanja Szewczenko mit 18 Jahren mittlerweile die Älteste im Kreis der Titelanwärterinnen. Behaupten muss sie sich in Oberstdorf gegen Titelverteidigerin Susanne Stadlmüller (Stuttgart) und ihre Klubkollegin Zoya Douchine.
"Ich denke, das Publikum wird mir helfen", sagt Fitze, die ihre beiden Meistertitel 1997 und 1999 an gleicher Stelle gewann. Bei einem Schaulaufen Ende vergangenen Jahres, ebenfalls in Oberstdorf, war die ehemalige WM-Zehnte noch spürbar nervös, mittlerweile soll die verständliche Aufregung abgeklungen sein.
Aufregung gab es bei den alten und auch neuen deutschen Eistanz-Meistern Kati Winkler und Rene Lohse nur um die mittlerweile verbotenen Strapse Katis beim Originaltanz. Der fünfte deutsche Meistertitel ist für die Berliner nur eine Formalie. Zudem fehlen wahrscheinlich die letztjährigen Vizemeister Stefanie und Thomas Rauer aus Essen wegen Verletzung.
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