Favoriten für Olympia: Eiskunstlauf: Anissina/Peizerat wieder Europameister
zuletzt aktualisiert: 18.01.2002 - 22:36Lausanne (rpo). Das französische Paar Marina Anissina/Gwendal Peizerat hat sich bei der Eiskunstlauf-EM in Lausanne in die Herzen der Jury getanzt. Am Ende reichte es für den Titel.
Nach einer verpatzten Vorsaison, in der sie auch ihren Weltmeistertitel an die Italiener Barbara Fusar- Poli/Maurizio Margaglio verloren, überzeugte das ausdrucksstarke Duo am Freitagabend in Lausanne Publikum und Preisrichter. Hinter den Italienern wurden die Russen Irina Lobaschewa/Ilja Awerbuch Dritte.
Wegen der verletzungsbedingten Absage der Berliner Kati Winkler/Rene Lohse ging Deutschland ein Platz im Eistanz für die EM 2003 in Malmö verloren. Denn die Essener Geschwister Thomas und Stephanie Rauer hätten einen Platz in den Top Ten belegen müssen. Es reichte aber nur zu Platz 17. "Wir wollten uns auf der internationalen Eisbühne zurückmelden, das ist uns gelungen", sagte der 24-Jährige Rauer. Jill Vernekohl/Dimitri Kurakin hatten ihren Start vor der Kür zurückgezogen. Die 21-jährige Dortmunderin litt an einem Magen-Darm-Virus. Sie hatten an 19. Stelle gelegen.
Die gebürtige Russin Anissina und ihr attraktiver Partner mit der langen Mähne boten die beste Darbietung vor 5000 Zuschauern in der ausverkauften Eisarena. Bereits nach dem Originaltanz hatten die Vize-Weltmeister in Front gelegen. Mit der Kür unter dem Titel "Liberté" untermauerten die Weltmeister von 2000 ihren Titelanspruch. Die unterlegenen Italiener Barbara Fusar-Poli/Maurizio Margaglio tanzten mit viel Tempo zu "I will survive", doch ihre Disko- Vorführung erinnerte sehr an eine Showlaufnummer.
Herren: Jagudin holt den dritten Titel
Der dreifache Weltmeister Alexej Jagudin hat sich auch zum dritten Mal die Goldmedaille bei der EM gesichert. In Abwesenheit von Titelverteidiger Ewgeni Pluschenko konnte dem 21-jährigen Ausnahmeläufer, der in der Kür Schwächen zeigte, kein Konkurrent Paroli bieten. Silber holte in Lausanne sein Landsmann Alexander Abt vor Brian Joubert (Frankreich). Der viermalige deutsche Meister Andrejs Vlascenko (München) erreichte den achten Platz.
Mit Rang zwölf verfehlte der Erfurter Stefan Lindemann klar die Olympia-Norm. Vlascenko wollte in der Schweiz ein Achtungszeichen setzen, um in letzter Minute vor den Olympischen Winterspielen noch den deutschen Pass zu bekommen. Doch in der Kür versagten wieder einmal seine Nerven, einige Sprünge gelangen nur unsauber.
Olympische Zukunft bekräftigt
Am Rande der EM bekräftigte Ottavio Cinquanta, Präsident des Internationalen Eislauf-Verbandes (ISU), die olympische Zukunft des Eistanzes. "Ich sehe kein spezielles Problem, und Eistanzen ist sehr beliebt beim Publikum", sagte Cinquanta. Der ehemalige Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees, Dick Pound, hatte kürzlich die Streichung der stark wertungsabhängigen Disziplin aus dem Programm der Winterspiele gefordert.
Ein russisches Trio liegt nach dem Kurzprogramm der Damen an der Spitze: Mit einer fehlerfreien Darbietung übernahm die 29 Jahre alte Maria Butirskaja die Führung. Hinter der zweifachen EM-Titelträgerin liegen ihre Teamkolleginnen Viktoria Woltschkowa und Irina Slutskaja. Slutskaja, die als große Konkurrentin für die Amerikanerin Michelle Kwan um die Goldmedaille in Salt Lake City gilt, kann sich nicht mehr aus eigener Kraft den fünften EM-Titel sichern. Die Münchnerin Andrea Diewald war bereits in der Qualifikation ausgeschieden.
Eistanz, Endstand: 1. Marina Anissina/Gwendal Peizerat (Frankreich) 2,2 Punkte, 2. Barbara Fusar-Poli/Maurizio Margaglio (Italien) 3,8, 3. Irina Lobatschewa/Ilja Awerbuch (Russland) 6,0, 4. Margarita Drobiazko/Povilas Vanagas (Litauen) 8,0, 5. Galit Chait/Sergej Sachnowski (Israel) 10,0, 6. Albena Denkowa/Maxim Stawiski (Bulgarien) 12,0, 7. Tatjana Nawka/Roman Kostomarow (Ukraine) 14,0, 8. Elena Gruschina/Ruslan Gonscharow (Ukraine) 16,0, 9. Eliane und Daniel Hugentobler (Schweiz) 18,2, 10. Sylwia Nowak/Sebastian Kolasinski (Polen) 19,8, 11. Marika Humphreys/Witali Baranow (Großbritannien) 22,8, 12. Federica Faiella/Massimo Scali (Italien) 25,6, 13. Alia Ouabdelsselam/Benjamin Delmas (Frankreich) 26,6, 14. Kristin Fraser/Igor Lukanin (Aserbaidschan) 28,8, 15. Natalia Gudina/Alexej Beletski (Israel) 31,2, ... 17. Stephanie und Thomas Rauer (Essen) 34,8, ... 19. Roxane Petetin/Mathieu Jost (Frankreich) 37,8
Herren, Endstand:
1. Alexej Jagudin 2,0 Punkte 2. Alexander Abt (beide Russland) 3,6 3. Brian Joubert (Frankreich) 8,6 4. Stephane Lambiel (Schweiz) 9,2 5. Frederic Dambier (Frankreich) 10,6 6. Ilja Klimkin (Russland) 11,2 7. Iwan Dinew (Bulgarien) 8. Andrejs Vlascenko (München) 12,0 9. Sergej Dawidow (Weißrussland) 16,6 10. Gabriel Monnier (Frankreich) 17,6 11. Dimitri Dimitrenko (Ukraine) 18,0 12. Stefan Lindemann (Erfurt) 21,0 13. Kevin van der Perren (Belgien) 23,2 14. Tomas Verner (Tschechien) 27,4 15. Margus Hernits (Estland) 27,6 ... 24. Patrick Meier (Schweiz) 42,0
Damen, Stand nach dem Kurzprogramm: 1. Maria Butirskaja 1,0 Punkte, 2. Viktoria Wolschkowa 2,0, 3. Irina Slutskaja (alle Russland) 2,2, 4. Galina Maniaschenko (Ukraine) 3,2, 5. Silvia Fontana (Italien) 4,2, 6. Susanna Pöykiö 4,8, 7. Elina Kettunen (beide Finnland) 6,2, 8. Elena Liaschenko (Ukraine) 6,8, 9. Vanessa Gusmeroli (Frankreich) 7, 0, 10. Julia Sebestyen (Ungarn) 8,2, 11. Laetitia Hubert (Frankreich) 8,8, 12. Julia Lautowa (Österreich) 10,0, 13. Sarah Meier (Schweiz) 10,2, 14. Zuzana Babiakova (Slowakei) 11,4, 15. Mojca Kopac (Slowenien) 11,6.
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