Gülke auf Platz eins: Eiskunstlauf-DM: Fitze-Comeback endet mit Sturz
zuletzt aktualisiert: 05.01.2001 - 21:09Oberstdorf (sid). Ein kapitaler Sturz hat die Hoffnungen auf ein glanzvolles Comeback von Eva-Maria Fitze bei den deutschen Meisterschaften in Oberstdorf schon im Keim erstickt. Nach 16-monatiger Wettkampfpause reichte es für die zweimalige nationale Titelträgerin nach dem Kurzprogramm nur zum fünften Platz. Die Münchnerin hat damit praktisch keine Chance mehr auf ihre dritte Meisterschaft nach 1997 und 1999.
Um den Titel, der auch zur Teilnahme an den Europa- und Weltmeisterschaften berechtigt, werden sich am Samstag (10.00 Uhr) die führende Caroline Gülke aus Berlin, Titelverteidigerin Susanne Stadlmüller (Stuttgart) und die Münchnerin Andrea Diewald streiten. Eine Chance auf eine vordere Platzierung vergab auch die mit großen Vorschusslorbeeren bedachte Deutsch-Amerikanerin Alexa Treichel, die vor 1.500 Zuschauern große Sprungschwächen offenbarte und lediglich auf Rang zwölf kam.
"Nach dem Sturz war ich schon sehr erschrocken, aber meine Leistung hat mich gar nicht so sehr interessiert. Insofern bin ich auch mit mir zufrieden, denn das Schwierigste liegt hinter mir. Ich habe nie einen Gedanken daran verschwendet, mich für die Europa- und Weltmeisterschaften qualifizieren zu können", sagte die 18-jährige Fitze, die wegen einer massiven Essstörung (Bulimie) zwischenzeitlich mehr als ein halbes Jahr mit dem Training ausgesetzt hatte.
Der Schützling von Trainerin Steffi Ruttkies kam beim dreifachen Lutz zu Fall, damit war auch die geplante Kombination misslungen. Auch der dreifache Toe-Loop war unsauber gelandet, da half ein sauberer Doppel-Axel nicht mehr weiter. In der A-Note für den technischen Wert gingen die Preisrichter bis auf 4,2 Punkte herunter.
Für Fitze ist die vorolympische Saison damit ebenso beendet wie für die ehemalige WM-Dritte Tanja Szewczenko. Die Düsseldorferin hatte bereits im November vergangenen Jahres erklärt, einen Winter lang pausieren zu wollen. Derzeit ist die 22-Jährige mit einer irischen Tanzshow auf Tournee, ob sie in der olympischen Saison auf das Eis zurückkehrt, erscheint mehr als fraglich.
Eistanzen: Geschwister Rauer vor erstem Meistertitel
In Abwesenheit der haushohen Favoriten Kati Winkler/Rene Lohse (Berlin) stehen die Essener Geschwister Stephanie und Thomas Rauer vor ihrem ersten Sieg bei den deutschen Meisterschaften in Oberstdorf. Nach dem Originaltanz führen die Vorjahres-Zweiten vor den Dortmundern Jill Vernekohl und Dimitri Kurakin. Die Eistanzkonkurrenz verlor nach der krankheitsbedingten Absage der mehrfachen Champions Winkler/Lohse ihre Spannung. Neben einem französischen Paar, das außer Konkurrenz startete, nahmen am Freitag nur drei Eistanzpaare teil.
Die besten Siegaussichten im Paarlaufen erarbeiteten sich Claudia Rauschenbach aus Chemnitz und der Erfurter Robin Szolkowy. Betreut von Trainerin Monika Scheibe setzten sich die deutschen Junioren-Meister nach dem Kurzprogramm vor den beiden Stuttgartern Brigitte Maier und Rastislav Gretjak an die Spitze der Konkurrenz. Vorjahressieger Mirko Müller aus Berlin und seine neue Partnerin Sarah Jentgens hatten wegen Trainingsrückstands auf eine Teilnahme verzichtet, ihre Klubkollegen und letztjährigen Vize-Meister Mariana Kautz und Norman Jeschke fehlten verletzungsbedingt.
Ergebnisse von den deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften in Oberstdorf:
Damen, Stand nach dem Kurzprogramm:
1. Caroline Gülke (Berlin) 0,5 Punkte 2. Susanne Stadlmüller (Stuttgart) 1,0 3. Andrea Diewald (München) 1,5 4. Zoya Douchine (München) 2,0 5. Eva-Maria Fitze (München) 2,5 6. Christiane Berger (Mannheim) 3,0 7. Katharina Häcker (Mannheim) 3,5 8. Stephanie von der Thüsen (Dortmund) 4,0 9. Sarah Waldmann (Oberstdorf) 4,5 10. Annette Dytrt (München) 5,0
Eistanzen, Stand nach den Pflichttänzen:
1. Stephanie und Thomas Rauer (Essen) 0,4 Punkte 2. Jill Vernekohl/Dimitri Kurakin (Dortmund) 1,2 3. Natalie Spies/Sebastian Fraas (Amberg) 1,6 Außer Konkurrenz: Roxane Petetin/Mathieu Jost (Frankreich) 0,8
Paarlauf, Stand nach dem Kurzprogramm:
1. Claudia Rauschenbach/Robin Szolkowy (Chemnitz/Erfurt) 0,5 2. Brigitte Maier/Rastislav Grejtak (Waldau) 1,5 Außer Konkurrenz: Celine Masson/Vivian Rolland (Frankreich) 1,0
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