Titelverteidiger Pluschenko auf Platz eins: Eiskunstlauf-EM: Deutsche starten schwach
zuletzt aktualisiert: 21.01.2002 - 14:59Lausanne (rpo). Nichts Neues: Für die deutschen Eiskunstläufer haben die Europameisterschaften in Lausanne mit dem gewohnten Fehlstart begonnen.
Mit schwachen Vorstellungen sind Andrejs Vlascenko (München) und Stefan Lindemann (Erfurt) am Montag in den einzigen Qualifikationswettkampf für Olympia gestartet. Die beiden Rivalen konnten sich aber ohne Probleme für das Hauptfeld der 30 Läufer empfehlen. Ohne den verletzten Titelverteidiger und Weltmeister Ewgeni Pluschenko fehlt dem Russen Alexej Jagudin ein ernst zu nehmender Konkurrent.
Das russische Paar Tatjana Totmianina/Maxim Marinin legte am Abend den Grundstein für den Gewinn des EM-Titels. Nach dem Kurzprogramm führen beide vor ihren Landsleuten Maria Petrowa/Alexej Tichonow und Sarah Abitbol/Stephane Bernadis (Frankreich). Die Titelverteidiger Elena Bereschnaja/Anton Sicharulidse (Russland) hatten verletzungsbedingt abgesagt. Die Berliner Mariana Kautz/Norman Jeschke rangieren vorerst nur auf Platz neun, ihre Vereinskollegen Sarah Jentgens/Mirko Müller sind Zehnte.
Vlascenko gelang kaum ein sauberer Sprung, der viermalige deutsche Meister konnte sich aber dank des eleganten Ausdrucks noch Platz fünf in seiner Gruppe sichern. Lindemann, der bei den nationalen Titelkämpfen die Nase vorn hatte, war sichtlich nervös. Er stürzte in seiner Qualifikationskür beim dreifachen Axel und schaffte keine Kombination. Mit Glück wurde der 21-Jährige noch Gruppen-Siebter.
"Der Druck ist sehr groß, denn ich habe zwei Jahre für Olympia gearbeitet und möchte nun unbedingt die Norm schaffen", sagte der Thüringer Sportsoldat, der für das Ticket nach Salt Lake City Achter im Gesamtklassement werden muss. "Wer mich kennt, weiß aber, dass ich kämpfen kann. Und das werde ich im Kurzprogramm tun", sagte der Junioren-Weltmeister von 2000. Die Qualifikation zählt zu 20 Prozent zum Endergebnis.
Vlascenko unzufrieden
Unzufrieden war auch der sechs Jahre ältere Vlascenko, der in der Schweiz eine Medaille holen möchte. Der gebürtige Lette zeigte zwar eine Kombination aus Dreifach-Axel/Doppel-Toeloop, doch fehlte eine Umdrehung beim zweiten Element. Auch bei den Einzelsprüngen ließ der EM-Vierte von 1998 und 1999 gewohnte Sicherheit vermissen. "Ich hatte vorher eine Angina und bin noch nicht wieder der Alte", sagte Vlascenko, der knapp einen Monat vor den Winterspielen immer noch auf die deutsche Staatsbürgerschaft hofft.
Der seit mehr als sieben Jahren für Deutschland startende Läufer gilt als vorbestraft, weil er vor Jahren zwei Mal mit Alkohol am Steuer erwischt wurde. Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) schickte am Montag von Lausanne aus noch einmal ein Gnadengesuch an die deutschen Behörden. Erwartungsgemäß setzten sich die Russen Alexej Jagudin und Alexander Abt an die Spitze ihrer Gruppen.
Die EM-Neunten Kautz/Jeschke hatten einige Wackler im Programm und zeigten sich deprimiert: "Irgendwann sollte doch mal der Durchbruch gelingen. So wird es schwer, Platz acht zu erreichen", meinte Jeschke. Auch für die deutschen Meister Jentgens/Müller wird die Olympia-Norm zur hohen Latte. Bei ihrer internationalen Premiere konnten sie noch nicht mit den Spitzenpaaren mithalten.
Ergebnisse Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Lausanne:
Herren:
Qualifikation, Gruppe A:
1. Alexej Jagudin (Russland) 0,4 Punkte 2. Ilja Klimkin (Russland) 0,8 3. Iwan Dinew (Bulgarien) 1,2 4. Stephane Lambiel (Schweiz) 1,6 5. Gabriel Monnier (Frankreich) 2,0 6. Sergej Dawidow (Bulgarien) 2,4
Qualifikation, Gruppe B:
1. Alexander Abt (Russland) 0,4 Punkte 2. Brian Joubert (Frankreich) 0,8 3. Dimitri Dimitrenko (Ukraine) 1,2 4. Frederic Dambier (Frankreich) 1,6 5. Andrejs Vlascenko (Füssen) 2,0 6. Kevin van der Perren (Belgien) 2,4 7. Stefan Lindemann (Erfurt) 2,8
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