Motivationsschub für deutsche Meisterin: Eiskunstlauf: Fitze Zweite bei Junioren-Wettbewerb
zuletzt aktualisiert: 10.12.2000 - 15:38Hamburg/Zagreb (dpa). Eva-Maria Fitze ist zurück auf dem Eis. Nach mehr als einem Jahr Wettkampfpause wagte die zweifache deutsche Meisterin am Wochenende in Zagreb beim Junioren-Wettbewerb "Golden Bear" einen Neuanfang und landete prompt auf dem zweiten Platz. "Das ist eine Superleistung", freute sich die Münchner Stützpunktleiterin Julia Ganser am Sonntag über den Erfolg ihres 18 Jahre alten Schützlings. Fitze, die wegen einer Bulimieerkrankung erst seit Juli wieder trainiert, soll ganz behutsam aufgebaut werden.
"Das Ergebnis von Zagreb wird ihr einen großen Motivationsschub geben", erklärte Ganser und warnte gleichzeitig davor, das Eislauftalent unter Druck zu setzen. Das nächste sportliche Ziel sei zwar die deutsche Meisterschaft vom 5. bis 7. Januar in Oberstdorf, wo Eva-Maria Fitze zwei Mal bereits ganz oben auf dem Treppchen stand, doch von einem dritten Titel will die Stützpunktleiterin nichts hören: "Sie trainiert gut, ist gut drauf, aber ob sie das Ganze noch einmal packt, steht auf einem anderen Blatt."
Schon einmal hielt die sensible Läuferin den Erwartungen nicht stand, als sie nach ihrem Sieg über Glamourgirl Tanja Szewczenko Anfang 1999 die neue deutsche Eisprinzessin sein sollte. Bei den Europameisterschaften wurde sie Zwölfte, beim Weltchampionat in Helsinki verließ sie in Tränen aufgelöst als 21. das Eis. "Das war mein Tiefpunkt", erkannte die abgemagerte Eva-Maria Fitze, die sich in therapeutische Behandlung begab und in eine Wohngemeinschaft zog. Inzwischen ist sie wieder zu den Eltern zurückgekehrt, baut weiter auf die Unterstützung ihres eislaufverrückten Vaters.
Die neue Trainerin, Steffi Ruttkies, traut ihrer ehrgeizigen Schülerin einiges zu und hofft, dass die WM-Zehnte von 1997 wieder den Anschluss an die Weltspitze findet. Doch überstürzen will Ruttkies nichts, schließlich habe "Eva-Maria viel durchgemacht und soll sich erst mal selbst finden". Auch die Verantwortlichen der Deutschen Eislauf-Union (DEU) haben Verständnis für die schwierige Situation der Münchnerin. Doch eine gesunde Eva-Maria Fitze wäre den DEU-Funktionären, die wegen mangelnder Nachwuchsarbeit in letzter Zeit viel Kritik einstecken mussten, äußerst willkommen.
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