Keine 6,0 mehr: Eiskunstlauf: ISU kündigt neues Wertungssystem an
zuletzt aktualisiert: 19.02.2002 - 01:41Salt Lake City (rpo). Als Folge des Paarlauf-Skandals in Salt Lake City will die Internationale Eislauf-Union (ISU) ein völlig neues Wertungssystem einführen.
"Unser Projekt ist eine Revolution in der Geschichte des Eiskunstlaufens", sagte ISU-Präsident Ottavio Cinquanta am Montag. Die gravierendste Änderung ist die Abschaffung der bisherigen Noten bis 6,0. Stattdessen soll es ein Punktesystem geben, das viel besser vergleichbar ist. Statt wie bisher neun Preisrichter sollen in Zukunft 14 Juroren eine Vorstellung bewerten. Ein Computer wird aber nur sieben Wertungen auswählen.
"Das neue System verhindert die Blockbildung nach Ländern, die uns so oft vorgeworfen wurde", sagte Cinquanta bei einer Pressekonferenz vor hunderten von Journalisten. Der elfköpfige ISU-Vorstand hatte das am Morgen einstimmig abgesegnet. Nun muss es beim Kongress im Juni in Kyoto mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit abgesichert werden. Bereits vor Jahren scheiterte der Italiener mit ähnlichen Systemänderungen in seinem Verband. "Die Versammlung ist sehr konservativ, wir müssen das Projekt erst absegnen lassen", meinte Cinquanta, der das Wertungssystem so schnell wie möglich einführen will.
Zum Fall der französischen Preisrichterin Marie-Reine Le Gougne wollte sich er sich nicht abschließend äußern. Es sei eine Kommission eingesetzt, die die Vorfälle um die manipulierte Paarlauf-Wertung aufklären soll. Dort werde die suspendierte Jurorion sowie ihr Verbandspräsident Didier Gailhaguet vernommen. Angeblich soll Le Gougne von Gailhaguet unter Druck gesetzt worden sein, ihre Stimme für Elena Bereschnaja/Anton Sicharulidse (Russland) statt Jamie Sale/David Pelletier gegeben zu haben. In französischen Medien gibt es nun widersprüchliche Aussagen von Le Gougne, die die Kommission erst untersuchen will.
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