Kreuzbandriss bei Rene Lohse: Eiskunstlauf: Olympia-Aus für Winkler/Lohse
zuletzt aktualisiert: 08.11.2001 - 15:40Gelsenkirchen (rpo). Eiskunstläufer Rene Lohse hat sich am Donnerstag bei einem Trainingssturz einen Kreuz- und Innenbandabriss im linken Knie zugezogen. Damit wird er mit seiner Partnerin Kati Winkler nicht an den Winterspielen in Salt Lake City teilnehmen können.
Während der 28-Jährige in einem Dortmunder Krankenhaus notversorgt wurde, verließ Kati Winkler tränenüberströmt die Emscher-Lippe-Halle, in der ab Freitag der Sparkassen Cup on Ice stattfindet.
Der folgenschwere Sturz passierte beim freien Training zum Grand-Prix-Wettbewerb ohne Musik. Bei einer Drehung kam der Sportsoldat zu Fall und riss Winkler mit. Sie fiel mit ihrem vollen Gewicht auf den Partner, dabei verdrehte Lohse sein Knie und musste von Helfern vorsichtig vom Eis geführt werden.
Die viermaligen deutschen Eistanz-Meister, als einzige Läufer der Deutschen Eislauf-Union (DEU) bereits fest für die Spiele in Utah nominiert, waren die größte DEU-Hoffnung auf eine olympische Top-Ten-Platzierung. Im vorolympischen Winter hatten sich die beiden Berliner bei den Welttitelkämpfen in Vancouver bis auf den siebten Platz vorgekämpft.
"Eine Operation ist natürlich unumgänglich. Wie lange Rene ausfallen wird, darüber kann man nur spekulieren", sagte DEU-Mannschaftsarzt Dr. Selim Al-Bazaz. Damit steht im Grunde schon fest, dass kein deutsches Eistanz-Paar in Salt Lake City starten wird. Die nationalen Meister Stefanie und Thomas Rauer aus Essen haben keine Chance, bei den Europameisterschaften im Januar in Lausanne den für die Nominierung erforderlichen zehnten Platz zu belegen.
Geschockt wie die Läufer war auch DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf: "Es ist brutal, wie schnell solche Dinge im Sport passieren. Jetzt können wir nur noch dafür sorgen, dass Rene die bestmögliche medizinische Versorgung erhält." Etwa ein halbes Jahr dauert es, bis ein Knie nach einer derart massiven Blessur wieder voll belastbar ist.
Für Winkler/Lohse ist der Ausfall besonders bitter, weil sie sich auf ihre letzten Olympischen Spiele vorbereitet hatten. 1998 in Nagano hatten die Schützlinge von Erfolgstrainer Martin Skotnicky Rang zehn belegt, 2006 in Turin werden sie nicht mehr dabei sein. Als Karriereende waren die Welttitelkämpfe 2004 in Dortmund angepeilt.
Derart schwere Verletzungen sind im Eistanz, wo es keine Sprünge gibt, im Gegensatz zu den übrigen Eiskunstlauf-Disziplinen äußerst selten. Dönsdorf, selbst ehemaliger Eistänzer: "Ich kann mich kaum an ein ähnliches Vorkommnis erinnern."
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