"Es wird eine schwere Saison": Eiskunstlauf: Schwieriger Neuanfang für Vlascenko
zuletzt aktualisiert: 06.11.2000 - 13:53Mississauga (dpa). Als der viermalige deutsche Eiskunstlauf- Meister Andrejs Vlascenko noch vom Gewinn internationaler Medaillen sprach, landete er abgeschlagen auf dem 16. Platz bei der Weltmeisterschaft in Nizza. Statt nach oben ging es bei dem 26- Jährigen abwärts, eine Knieverletzung handicapte ihn zusätzlich. Nur knapp drei Monate vor der neuen Saison, die für ihn am Wochenende mit einem siebten Platz beim Grand Prix-Wettbewerb Skate Canada in Mississauga begann, zog Vlascenko endlich die Notbremse: Im Sommer wechselte er von seiner langjährigen Trainerin Angelika Surupowa zu Steffi Ruttkies von Füssen nach München.
Für den 26-Jährigen war es ein radikaler Neuanfang, denn auch privat waren er und Surupowa lange ein Paar. Die Trainerin ist in Fachkreisen umstritten, gilt als schwierig. "Wir haben uns einfach nicht mehr verstanden", sagt Vlascenko. "Ich bin sehr froh, nach München gegangen zu sein." Zwar rückte Vlascenko schon nah an die Weltspitze heran, war Vierter bei der EM 1999 und Fünfter bei der WM ein Jahr davor, aber der ganz große Durchbruch gelang dem talentierten Eisläufer nicht. Oft wurde ihm mangelnder Trainingsfleiß vorgeworfen.
"Ich trainiere jetzt mit Frau Ruttkies ganz anders", sagt der Neu- Münchner. "Ich laufe meine Programme viel öfter durch, mache mehr Konditionstraining. In der kurzen Zeit, in der ich mit ihr zusammenarbeite, hat mir das schon viel gebracht, vor allem Selbstbewusstsein." Nach der Pleite bei der WM in Nizza hatten ihn schon viele abgeschrieben. Bei Skate Canada lieferte Vlascenko längst keine optimale Leistung, sprang einige Sprünge nur doppelt und wurde schließlich Siebter von zwölf Startern.
"Es wird eine schwere Saison", glaubt er. "Ich muss mich erst wieder finden. Andererseits bedeutet der Wechsel auch eine Chance." Ob der große Traum von einem Start bei den Olympischen Spielen in Salt Lake City 2002 wahr werden wird, hängt nicht nur davon ab, wie Vlascenko in dieser und der nächsten Saison Eis läuft. Der 26-Jährige wurde zwar in Weimar geboren, ist aber eigentlich Russe - sein Vater diente in der Sowjetarmee in der damaligen DDR. Er wuchs in Lettland auf und kam 1994 nach Deutschland. Einen Pass hat er jedoch noch nicht. Eine vorzeitige Einbürgerung scheiterte daran, dass der Sportler mit Alkohol am Steuer erwischt wurde.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











