Lindemann läuft beste Kür: Eiskunstlauf: Traumstart für deutschen Meister
zuletzt aktualisiert: 22.03.2004 - 19:22Dortmund (rpo). Stefan Lindemann bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Dortmund in der Qualifikation die bislang beste Kür seines Lebens gelaufen. Hinter dem Ex-Weltmeister und dessen Landsmann Ilja Klimkin reihte sich der deutsche Meister auf einem kaum erwarteten Rang drei ein.
Er sorgte damit für einen Paukenschlag im Lager der WM-Gastgeber. Zwar kam der Erfurter zweimal zu Fall und musste sein Schwierigkeitsrepertoire etwas reduzieren, doch der "kleine Däumling", so das Kür-Thema, forderte mit schönem Laufstil immer wieder den Beifall seiner deutschen Fans heraus. Bis zu 5,7 Punkten zogen die Preisrichter zweifellos etwas wohlwollend für den einzigen deutschen Vertreter in der Herren-Konkurrenz.
"Das ist eine Super-Ausgangsposition für das Kurzprogramm am Dienstag", sagte der ehemalige Junioren-Weltmeister anschließend freudestrahlend. Er sei besonders stolz darauf, so der 23-Jährige, dass er nun in der Kurzkür in der Gruppe der besten sechs Athleten aufs Eis dürfe.
Der russische Olympia-Zweite Pluschenko war erwartungsgemäß eine Klasse für sich, spulte vor nur 1000 Zuschauern in der Westfalenhalle seine Kür nahezu fehlerfrei, aber ohne große Emotionen, ab. Dennoch setzten alle Juroren den 21-Jährigen mit Noten zwischen 5,8 und 5,9 Punkten auf den ersten Platz der Gruppe A.
Pluschenko erlaubte sich bei seinem Vortrag zum Thema "St. Petersburg 300" nur einen kleinen Lapsus, als er den Salchow nur doppelt sprang. Doch nur wenige Sekunden später korrigierte der Blondschopf, der seinen EM-Titel im Januar in Budapest überraschend an den Franzosen Brian Joubert verloren hatte, seinen Fehler mit spielerischer Leichtigkeit.
"Die EM-Niederlage habe ich längst abgehakt. Im Sport geht es immer weiter, man darf nicht zurückschauen", erklärte der St. Petersburger, der mit seiner Präsentation angesichts einer weitgehend leeren Halle durchaus zufrieden war.
Bereits am Mittag hatte der kanadische Meister Emanuel Sandhu die Führung in der Gruppe B übernommen. Der aktuelle Grand-Prix-Sieger dominierte mit einer engagierten Kür und setzte sich in der Westfalenhalle vor Joubert und dem Schweizer Stephane Lambiel zunächst an die Spitze des Wettbewerbs. Die besten 15 Läufer beider Gruppen qualifizierten sich für das Kurzprogramm.
Zwischen der Herren-Qualifikation und dem Kurzprogramm der Paare fand die offizielle WM-Eröffnungsfeier vor Publikum statt. Mittlerweile 2000 Besucher verfolgten eine 40-minütige Show, bei der die deutschen Ex-Weltmeister, die 1964 und 1980 an gleicher Stelle Goldmedaillen gewonnen hatte, von Nachwuchsläufern gedoubelt wurden. Zu den Ehrengästen in der Westfalenhalle gehörten Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee sowie Ulrich Feldhoff, Vize-Präsident des Deutschen Sportbundes. Popsternchen Natalie sang den offiziellen WM-Song "Dreams on Ice."
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