Fitze/Rex landen auf Platz zwölf: Eiskunstlauf-WM: Gold an Totmianina/Marinin
zuletzt aktualisiert: 24.03.2004 - 22:44Dortmund (rpo). Die Paarlauf-Entscheidung bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften endete am späten Mittwochabend mit einem Sieg von Tatjana Totmianina und Maxim Marinin.
Die beiden Russen besiegten in Dortmund in einem spannenden Dreikampf sowohl die chinesischen Titelverteidiger Xue Shen und Hongbo Zhao als auch deren Landsleute Qing Pang und Jian Tong. Im Schatten der Medaillengewinner reichte es für die Chemnitzer Eva-Maria Fitze und Rico Rex zum zwölften Platz.
Die größere Ausstrahlung des Paares aus St. Petersburg setzte sich dabei gegen die technischen Höchstschwierigkeiten der Konkurrenten aus Asien durch. Die Schützlinge von Trainer Oleg Wasiliew erhielten in der B-Note für die Präsentation einmal die Höchstnote von 6,0 Punkten. Die beste Kürwertung für die Titelverteidiger Shen/Zhao reichte wegen des großen Rückstandes nach dem Kurzprogramm nicht mehr zum Gesamtsieg.
Die Schützlinge von Trainer Ingo Steuer verbesserten sich gegenüber den letztjährigen Welttitelkämpfen in Washington zwar um drei Positionen, doch die leisen Hoffnungen, vor 4.500 Zuschauern in der Westfalenhalle mit Rang zehn einen zweiten deutschen Startplatz für die WM 2005 in Moskau herauszuholen, scheiterten an fehlender Synchronität sowie körperlichen Defiziten am Ende einer rein optisch fehlerarmen Kür zur Filmmusik "Waterworld".
"Sehr hart für uns"
"Wir können uns noch eine ganze Menge steigern und das wollen wir auch im nächsten Jahr tun", sagte Rex. Seine Partnerin klagte über die Uhrzeit des Abschlusstrainings: "Wir mussten um 6.30 Uhr auf das Eis, das war schon sehr hart für uns."
Bereits am frühen Nachmittag hatte die deutsche Meisterin Annette Dytrt ihre WM-Premiere gründlich verpatzt. Nach einer schwachen Leistung in der Qualifikation reichte es für die Münchnerin in der Gruppe B nur zum zehnten Platz. Sorgen um ihre Finalteilnahme am Samstag (13.00 Uhr) muss sich die EM-Elfte aber nicht machen, da sie dafür als Vertreterin des Gastgeberlandes automatisch qualifiziert ist.
Aber auch Titelverteidigerin Michelle Kwan präsentierte sich nicht in Bestform. Die fünfmalige Weltmeisterin stürzte beim dreifachen Lutz heftig und brauchte das Wohlwollen der Juroren, um im Kampf um die sechste WM-Goldmedaille nicht schon entscheidenden Boden zu verlieren. Am Ende landete die Kalifornierin auf Rang drei hinter den beiden Japanerinnen Shizuka Arakawa und Miki Ando.
"Ich bin nicht zufrieden, aber auch nicht traurig", sagte die gebürtige Tschechin Dytrt, die sich nach mehreren Patzern mit Noten zwischen 4,2 und 5,0 Punkten bescheiden musste. Immerhin, so Dytrt weiter, sei sie in der Westfalenhalle deutlich stärker gelaufen als bei ihrer ersten Europameisterschaft im vergangenen Jahr. 2003 in Malmö hatte es nur zu einem enttäuschenden Rang 21 gereicht.
Kwan: Schwierige Bedingungen
Kwan begründete ihre schwache Tagesform mit den schwierigen äußeren Bedingungen: "Das Eis war sehr hart, härter als beim letzten Training. Aber vielleicht war es ja auch so etwas wie ein Weckruf für mich." Noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte präsentierte sich auch Ex-Weltmeisterin Irina Slutskaja. Nach mehr als einjähriger Pause reichte es für die Russin zunächst nur zum fünften Platz der Gruppe A.
Wie am Rande der WM bekannt wurde, wird die 20-Jährige Dytrt zusammen mit Trainer Alexander Wedenin im Frühjahr in die USA übersiedeln und künftig dort trainieren und leben. Dies bestätigte der russische Coach, dem nach monatelangen Querelen am Bundesstützpunkt München dort zum Monatsende gekündigt worden war.
Die Welttitelkämpfe werden am Donnerstag (13 Uhr) mit dem Originaltanz der Eistänzer fortgesetzt. Am Abend (18.30 Uhr) fällt die Entscheidung bei den Herren, der deutsche Meister Stefan Lindemann aus Erfurt geht auf Platz drei in die letzte Runde.
Eiskunstlauf, Weltmeisterschaften in Dortmund, Paarlauf, Endstand:
1. Tatjana Totmianina/Maxim Marinin (Russland) 2,5 Punkte,
2. Xue Shen/Hongbo Zhao 3,0,
3. Qing Pang/Jian Tong (alle China) 4,5,
4. Maria Petrowa/Alexej Tichonow (Russland) 5,0,
5. Dan und Hao Zhang (China) 8,0,
6. Dorota Zagorska/Mariusz Siudek (Polen) 8,5,
7. Julia Obertas/Sergej Slawnow (Russland) 10,5,
8. Anabelle Langlois/Patrice Archetto 12,0,
9. Valerie Marcoux/Craig Buntin (alle Kanada) 14,0,
10. Rena Inoue/John Baldwin (USA) 14,5,
11. Sabrina le Francois/Jerome Blanchard (Frankreich) 17,0,
12. Eva-Maria Fitze/Rico Rex (Chemnitz) 17,5,
13. Kathryn Orscher/Garrett Lucash (USA) 20,0,
14. Tatjana Wolososchar/Petr Charschenko (Ukraine) 20,5,
15. Milica Brozovic/Wladimir Futas (Slowakei) 22,5
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