Ertsmals Titel für Italien / Deutsche Siebte: Eiskunstlauf-WM: Gold für Fusar-Poli und Margaglio
zuletzt aktualisiert: 24.03.2001 - 12:10Vancouver (rpo). Die Freude war riesengroß, als Barbara Fusar-Poli (Foto) und Maurizio Margaglio den ersten Weltmeistertitel im Eiskunstlaufen nach Italien geholt hatten. "Eiskunstlaufen hat bei uns nicht den Stellenwert wie Fußball. Er ist in unserem Land die klare Nummer eins, aber wir können unseren Sport höher bringen", sagte der 26-Jährige Margaglio.
Noch bei den Europameisterschaften wurde dem Paar nachgesagt, mit ihrer Romeo und Julia-Kür nur gewonnen zu haben, weil die Franzosen Marina Anissina/Gwendal Peizerat stürzten. Doch beim Saisonhöhepunkt liefen die Vorjahreschampions eine fehlerfreie Kür zur Rockoper "Beethoven's last night" und wurden trotzdem nur Zweite. "Wir waren mit Abstand die Besten. Mit dieser Leistung hätten wir gewinnen müssen, und das Publikum war eindeutig hinter uns", beschwerte sich die enttäuschte Marina Anissina über das Preisgericht. Doch sogleich kündigte die rothaarige gebürtige Russin an, bis Olympia 2002 so hart zu arbeiten, dass sich die Italiener und auch die Dritten Irina Lobaschewa/Ilja Awerbuch (Russland) warm anziehen müssten.
Eine Kampfansage wollten die mehrmaligen deutschen Meister Kati Winkler/Rene Lohse nicht von sich geben, auch wenn sie von Platz sieben aus angreifen wollen. "Das war unsere beste Saison", sagte die 27 Jahre alte blonde Berlinerin. Zwar hätten sie einen Platz zum Vorjahr verloren, aber die starken Kanadier Bourne/Kraatz seien im vergangenen Winter auch verletzt gewesen. "Nächste Saison müssen wir noch professioneller angehen und schon im Mai mit dem Aufbau beginnen. Dann können wir auch über die Leistung nach oben kommen", meinte der gleichaltrige Lohse, der aus diesem Jahr "mehr Selbstvertrauen" mitnimmt.
Nach der WM wollen sich die in Oberstdorf trainierenden Sportsoldaten mit den Funktionären der Deutschen Eislauf-Union (DEU) zusammensetzen, um die Planung bis Salt Lake City im kommenden Februar festzumachen. Zu Beginn der Titelkämpfe in Kanada hatten die Tänzer dem Verband vorgeworfen, sie oft zu lassen und finanziell nicht genug zu unterstützen. "Die Bedingungen müssen besser werden, zum Beispiel haben andere Spitzenpaare einen Co-Trainer", monierte Kati Winkler am Freitag. Denn das Ziel könne nicht sein, den Standard zu halten, sondern "jetzt erst recht nach oben zu kommen".
Davon ist die deutsche Meisterin Susanne Stadlmüller noch ein paar Jahre entfernt, bei ihrem WM-Debüt ließ sie aber schon ihr Können aufblitzen. "Ich versuche mir einen Namen aufzubauen. Die Preisrichter sollen sehen, dass hier jemand kommt, der ein großes Potenzial hat", sagte die kesse 16-Jährige, die mit einer Kombination aus Dreifach-Lutz/Zweifach-Toeloop im Kurzprogramm glänzte. Die Stuttgartin qualifizierte sich locker für das Finale der besten 24 Läuferinnen am Samstag, in das Irina Slutskaja (Russin) als Führende vor der dreimaligen Weltmeisterin Michelle Kwan (USA) ging.
Ergebnisse:
Eistanzen, Endstand: 1. Barbara Fusar-Poli/Maurizio Margaglio (Italien) 2,0 Punkte, 2. Marina Anissina/Gwendal Peizerat (Frankreich) 3,6, 3. Irina Lobatschewa/Ilja Awerbuch (Russland) 5,8, 4. Shae-Lynn Bourne/Victor Kraatz (Kanada) 7,4, 5. Margarita Drobiazko/Povilas Vanagas (Litauen) 8,8, 6. Galit Chait/Sergej Sachnowski (Israel) 10,8, 7. Kati Winkler/Rene Lohse (Berlin) 12,8, 8. Elena Gruschina/Ruslan Gonscharow (Ukraine) 14,4, 9. Naomi Lang/Peter Tschernischew (USA) 16,4, 10. Albena Denkowa/Maxim Stawiski (Bulgarien) 18,0, 11. Marie-France Dubreuil/Patrice Lauzon (Kanada) 20,0, 12. Tatjana Nawka/Roman Kostomarow (Russland) 21,8, 13. Isabelle Delobel/Olivier Schoenfelder (Frankreich) 24,0, 14. Sylwia Nowak/Sebastian Kolasinski (Polen) 25,0, 15. Eliane und Daniel Hugentobler (Schweiz) 26,8, ... 18. Magali Sauri/Michail Stifunin (Frankreich) 32,2
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











