Qualifikation in Moskau: Eiskunstlauf-WM: Kwan patzt
zuletzt aktualisiert: 16.03.2005 - 15:31Moskau (rpo). Bei der Eiskunstlauf-WM in Moskau ist die Qualifikation der Frauen abgeschlossen, die Bilanz der Läufer gemischt. Aus deutscher Sicht erfreulich ist der 14. Rang der deutschen Meisterin Anette Dytrt, die sich damit locker in den Kreis der 30 besten Läuferinnen für das Kurzprogramm am Freitag einreihen konnte. Außer Form zeigte sich hingegen Top-WM-Favoritin Michelle Kwan (USA).
Zum Musikthema "Spartacus" hatte die Münchnerin Dytrt zuvor im türkisfarbenen Kostüm sehr sicher begonnen, erst in der zweiten Hälfte des Programms nach einem Sturz beim dreifachen Rittberger schlichen sich bei der Blondine weitere kleinere Fehler ein. Mit insgesamt 89,98 Punkten war das Erreichen der nächsten Runde aber nie in Gefahr.
Trainerin betätigte sich als Masseuse
"Das war meine beste Kür in dieser Saison. Über eine genaue Endplatzierung denke ich gar nicht nach, aber ich würde schon gern einen olympischen Startplatz holen, das ist auch realistisch", sagte die Zeitsoldatin, die bei den europäischen Titelkämpfen in Turin mit Rang elf enttäuscht hatte. Dafür müsste sie wahrscheinlich unter die besten 20 Läuferinnen kommen. Eine kurzfristige Verspannung im Schulterbereich löste sich durch eine Kurzmassage ihrer Betreuerin gerade noch rechtzeitig.
Auch Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), registrierte die Leistungssteigerung von Dytrt mit Wohlwollen: "Das war eindeutig ein Schritt nach vorn."
Kwan enttäuschte
Top-Favoritin Michelle Kwan hingegen war vor 5000 Zuschauern im Luschniki-Sportpalast die Enttäuschung des Tages. Mit viel zu wenig Tempo und einer hausbackenen Choreographie war die fünfmalige Weltmeisterin nur noch ein Schatten erfolgreicherer Tage und fand sich mit ihrer Bolero-Kür und 99,96 Punkten auf einem für die Kalifornierin indiskutablen siebten Platz wieder, der ihr kaum noch eine Medaillenchance lässt.
Lokalmatadorin Irina Slutskaja nutzte indes die Gunst der Stunde und erarbeitete sich mit 119,08 Punkten einen nicht zu unterschätzenden Vorsprung auf Sasha Cohen aus den USA (113,64) und die letztjährige Junioren-Weltmeisterin Miki Ando aus Japan (110, 64). "Es war schrecklich, ich fühlte meine Beine kaum, ich weiß nicht, was ich getan habe", klagte Kwan, die in der russischen Hauptstadt erst ihren zweiten Wettbewerb in der fast beendeten Saison absolvierte.
"Der Druck ist im eigenen Land immer besonders groß, aber ich habe ihn gemeistert", erklärte Slutskaja erleichtert. Die Europameisterin, die wegen einer entzündlichen Erkrankung der Blutgefäße seit Monaten in permanenter ärztlicher Behandlung ist, kam ohne größere Patzer durch ihren Vortrag und erntete vom ansonsten eher reservierten russischen Publikum Ovationen.
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