Auch Winkler/Lohse träumen von Medaille: Eiskunstlauf-WM: Lindemanns Medaillenträume
zuletzt aktualisiert: 23.03.2004 - 22:54Dortmund (rpo). Nach einer sensationellen Vorstellung darf Stefan Lindemann bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Dortmund auf eine WM-Medaille hoffen. Auch Kati Winkler und Rene Lohse haben eine gute Chance auf Edelmetall.
Einen Tag nach seinem glänzenden Start in der Qualifikation überzeugte Lindemann seine Fans auch mit einer nahezu fehlerfreien Leistung im Kurzprogramm, die ihm am Ende einen sensationellen dritten Platz einbrachte.
Kaum zu zweifeln ist schon vor der Kür-Entscheidung am Donnerstag (18.30 Uhr) an einer erfolgreichen Titelverteidigung von Jewgeni Pluschenko. Der 21 Jahre alte Russe faszinierte die 3500 Zuschauer mit einem sehenswerten Flamenco und baute seine Führung nach der Qualifikation weiter aus. Nur Europameister Brian Joubert aus Frankreich konnte annähernd mit dem Olympia-Zweiten von Salt Lake City mithalten.
Lindemann gelangen zur Filmmusik "Earnest" sowohl der dreifache Axel als auch die Kombination aus vierfachem und dreifachem Toe-Loop einwandfrei, den dreifachen Lutz allerdings landete der Erfurter auf zwei Füßen. Belohnt wurde der ehemalige Junioren-Weltmeister mit hohen Noten zwischen 5,5 und 5,8 Punkten. Jubelnd wie ein Fußballspieler verließ der 23-Jährige freudestrahlend die Eisfläche.
Glänzende Vorstellung
Nach seiner glänzenden Vorstellung hatte sich Lindemann aber wieder schnell in der Gewalt und kommentierte den starken Auftritt eher nüchtern: "Ich bin zufrieden, weil ich konzentriert war und ein fehlerfreies Programm gelaufen bin." Seine Trainerin Ilona Schindler weit euphorischer: "Das war sensationell von Stefan."
Bei Kati Winkler und Rene Lohse reiften nach einem sehenswerten Pflichttanz und Rang zwei im Zwischenklassement schon am Nachmittag wieder die Träume von ihrer ersten Medaille. Zum Auftakt der Eistanz-Konkurrenz mussten die sechsmaligen deutschen Meister in der Qualifikationsgruppe B nur den russischen Europameistern Tatjana Nawka und Roman Kostomarow den Vortritt lassen, lagen aber vor Isabelle Delobel und Olivier Schoenfelder aus Frankreich.
Nach mehrwöchiger Verletzungspause präsentierten die Berliner den Midnight Blues ausdrucksstark und praktisch fehlerfrei. In der A-Note für den Technischen Wert gab es zwischen 5,2 und 5,5 Punkten von den Preisrichtern, in der B-Note für die Präsentation zogen die Juroren zwischen 5,0 und 5,8 Punkten. "Die Anspannung war schon sehr groß, aber nun ist ein ganzes Stück davon abgefallen", sagte Lohse.
Innenbandanriss im rechten Knie
Noch Ende Januar hatte er einen Innenbandanriss im rechten Knie erlitten. Die Schützlinge von Trainer Martin Skotnicky mussten daraufhin auf die Teilnahme an den europäischen Titelkämpfen im Februar in Budapest verzichten und entschieden sich erst ganz kurzfristig für einen WM-Start, "weil wir unbedingt vor dem deutschen Publikum laufen wollten", wie Winkler berichtete.
Der 30-Jährige lief zwar mit zwei bandagierten Knien - im linken Knie war 2001 das Kreuzband angerissen -, doch Schmerzen verspürte Lohse nicht: "Das war mehr eine Vorsichtsmaßnahme für den Kopf. Da hat mich schon eher meine leichte Erkältung ein wenig behindert."
Selbst der sonst so zurückhaltende Skotnicky wollte einen Sprung seines Paares in die Medaillenränge nicht ausschließen: "Ich äußere mich nicht über eine zu erwartende Platzierung, aber der Originaltanz von Kati und Rene ist einer der Besten in der Welt." Die Original-Konkurrenz ist für Donnerstag (13 Uhr) angesetzt.
Die WM wird am Mittwoch (10 Uhr) mit der Qualifikation der Damen fortgesetzt. Die Deutsche Eislauf-Union (DEU) wird in diesem Wettbewerb durch die deutsche Meisterin Annette Dytrt aus München vertreten.
Eiskunstlauf, Weltmeisterschaften in Dortmund, Herren, Stand nach dem Kurzprogramm:
1. Jewgeni Pluschenko (Russland) 1,0 Punkte,
2. Brian Joubert (Frankreich) 2,0,
3. Stefan Lindemann (Erfurt) 3, 0,
4. Stephane Lambiel (Schweiz) 4,8,
5. Michael Weiss 5,0,
6. Johnny Weir (beide USA) 5,2,
7. Min Zhang (China) 5,8,
8. Ilja Klimkin 6,2,
9. Andrei Griazew (beide Russland) 7,2,
10. Frederic Dambier (Frankreich) 7,6,
11. Emanuel Sandhu (Kanada) 8,2,
12. Chengjiang Li (China) 9,2,
13. Daisuke Takahashi (Japan) 9,4,
14. Gheorghe Chiper (Rumänien) 11,4,
15. Ben Ferreira (Kanada) 12,0
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