Hoffnungsvolles Fitze-Comeback: Eisläufer vor Titelkämpfen in schwieriger Lage
zuletzt aktualisiert: 04.01.2001 - 12:10Oberstdorf (dpa). Viele Absagen, nur ein hoffnungsvolles Comeback: Nach der verletzungsbedingten Abreise von Stefan Lindemann (Erfurt) spitzt sich die Situation im Lager der Deutschen Eislauf- Union vor ihren Meisterschaften am Wochenende in Oberstdorf zu. Spannung verspricht nur der Auftritt der zweimaligen Titelträgerin Eva-Maria Fitze, die nach über einem Jahr Wettkampfpause wegen einer Bulimie-Erkrankung zurück ist. Als Formsache gilt die fünfte Meisterschaft für Andrejs Vlascenko (München) und die Lokalmatadoren Kati Winkler/Rene Lohse im Eistanzen.
Im früher so starken Wettbewerb Paarlaufen werden sich Nachwuchspaare miteinander messen, denn nach Champion Mirko Müller, der mit seiner neuen Partnerin Sarah Jentgens noch nicht so weit ist, haben auch die Vizemeister Mariana Kautz/Norman Jeschke (Berlin) wegen Verletzung abgesagt. Kautz/Jeschke haben nun genau wie Lindemann nur ein Ziel: Fit werden für die Europameisterschaften in zweieinhalb Wochen in Bratislava. "Das ist jetzt mein Saisonziel, ich werde hart dafür trainieren", sagte der deutsche Meister, der enttäuscht seine Koffer packte und sich die Konkurrenz nur im Fernsehen angucken will.
Zwar räumt die DEU dem Berliner Paar und dem Junioren-Weltmeister einen Sonderstatus für die EM ein, aber sicher ist es nicht, dass der 20-Jährige mit seinem lädierten Sprunggelenk in dieser Saison noch einmal angreifen kann. "Unser Ziel ist die Olympia-Saison 2002, dafür setzen wir nichts aufs Spiel", stellt Trainerin Ilona Schindler klar. Realist ist auch DEU-Sportdirektor Udo Dönsdorf: "Wir müssen langfristig planen, denn zurzeit ist international nichts zu holen."
Preisrichter sind konservativ
Die deutschen Kufenkünstler werden bei der EM (21. bis 28. Januar) in der Slowakei und der WM Ende März in Vancouver kleine Brötchen backen müssen. Sogar die Vorzeigetänzer Winkler/Lohse, die mit ihrem fetzigen Charleston im Originalprogramm schon international für Aufsehen sorgten, werden mit den Medaillen nichts zu tun haben. Dafür treten die hohen Favoriten in Oberstdorf noch mit ihrem umstrittenen Kostüm an: Die attraktive Kati Winkler wird ihre Strapse zum letzten Mal bei einem Wettbewerb tragen, denn die internationalen Preisrichter sind zu konservativ.
Die Aufmerksamkeit der Zuschauer wird sich von Freitag bis Sonntag aber vor allem auf den Auftritt der 18 Jahre alten Eva-Maria Fitze richten, die es noch einmal wissen will. "Es ist nur ein Versuch. Ich will mir nur selbst beweisen, dass ich es schaffen kann, trotz der Pause", sagte die Münchnerin dem "stern". Seit Juni trainiert die sensible Läuferin wieder auf dem Eis, das ihr während ihrer Krankheit so sehr gefehlt hat. Auch wenn sie und ihr Umfeld von Titelambitionen nichts hören wollen, weiß Eva-Maria Fitze, wo sie am liebsten im Februar 2002 wäre: Bei Olympia in Salt Lake City.
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