Eisschnelllauf-DM in Erfurt: Eisschnelllauf-DM: Solo-Show von Claudia Pechstein
zuletzt aktualisiert: 01.11.2002 - 21:44Erfurt (rpo). Die Stars glänzen bei den deutschen Eisschnelllauf-Meisterschaften mit Abwesenheit. Zum Auftakt gewann die Berlinerin Pamela Zoellner über die 500-Meter-Distanz. Claudia Pechstein verteidigte ihren Titel mit einem Bahnrekord.
Die 30 Jahre alte Berlinerin verbesserte am Freitag in Abwesenheit ihrer großen Konkurrentin Anni Friesinger (Inzell), die mit Fieber im Bett lag, in 4:10,48 Minuten ihren alten Bahnrekord (4:11,16) und sorgte für den Glanzpunkt des Abends.
Pechstein blieb in der Erfurter Gunda-Niemann-Stirnemann-Halle bei ihrem Sieg vor Daniela Anschütz aus Erfurt (4:15,76) und Lucille Opitz aus Berlin (4:16,63) trotz starker Frühform und ihrer schnellsten "Saison-Startzeit" zwölf Sekunden über ihrem eigenen Weltrekord (3:57,70).
"Den Bahnrekord hatte ich mir vorgenommen. Schön, dass es geklappt hat", kommentierte Pechstein ihre technisch saubere, sehr locker wirkende Vorstellung. Leicht verschnupft war "Frau Goldstein", die erst ihren zweiten nationalen Titel auf einer Einzelstrecke errang, in der Vorwoche bei einem Testrennen nur zwei Sekunden langsamer.
Im 5000-m-Wettbewerb der Männer gewann der Olympiadritte Jens Boden aus Dresden seinen ersten nationalen Titel bei den Männern auf einer Einzelstrecke. Der 24-Jährige, der in Salt Lake City sensationell Bronze holte, erwies sich auf seiner Spezialstrecke am Freitag in guten 6:38,26 Minuten als Bester vor dem Olympia-Neunten Frank Dittrich aus Chemnitz (6:39,69) und Stefan Heythausen aus Grefrath (6:41,07).
In den beiden ersten Entscheidungen des Tages waren die Sprinttitel über 500 m an Pamela Zoellner (Berlin) und Jörg Dallmann (Erfurt) gegangen. Die Vorjahresfünfte lief in Abwesenheit der Olympiazweiten Monique Garbrecht-Enfeldt (Berlin) und der Olympiadritten Sabine Völker (Erfurt) in 39,45 und 39,39 in beiden Durchgängen Bestzeit und gewann vor Jenny Wolf aus Berlin (39,66, 39,77). Dallmann setzte sich in 37,15 und 37,30 vor dem Berliner Jan Waterstradt (37,41, 37,07) durch.
Neben den Weltklasse-Sprinterinnen Garbrecht-Enfeldt und Völker hatte auch Olympiasiegerin Anni Friesinger (Inzell) ihre Teilnahme kurzfristig absagen müssen. Die 25 Jahre alte Mittel- und Langstrecklerin laborierte in der vorigen Woche an einem Magen-Darm-Virus und sagte eine Woche vor dem ersten Saison-Weltcup am 9./10. November in Hamar/Norwegen wegen einer fiebrigen Erkältung ab.
"Das ist eine kluge Entscheidung von ihr, denn mit den Weltcups in Hamar und eine Woche später in Erfurt warten in den nächsten Tagen strapaziöse und wichtige Wettkämpfe. Wir gehen davon aus, dass Anni dann an den Start geht", erklärte Helmut Kraus, Cheftrainer der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG).
"Andererseits sind diese Absagen sehr zu bedauern. Die Duelle unserer beiden besten Sprinterinnen oder der Zweikampf zwischen Anni Friesinger und Claudia Pechstein wären nun mal die Highlights gewesen. Dass es nicht dazu kommt, ist schade für die Meisterschaften wie für die Veranstalter."
Ergebnisse
Damen
500 m: 1. Pamela Zöllner (Berlin) 78,77 Sekunden (39,45/39,32); 2. Jenny Wolf (Berlin) 79,43 (39,66/39,77); 3. Heike Hartmann (Erfurt) 80,30 (40,12/40,18)
3000 m: 1. Claudia Pechstein (Berlin) 4:10,48 Minuten (Bahnrekord); 2. Daniela Anschütz (Erfurt) 4:15,76; 3. Lucille Opitz (Berlin) 4:16,63
Herren
500 m: 1. Jörg Dallmann (Erfurt) 74,45 Sekunden (37,15/37,30); 2. Jan Waterstradt (Berlin) 74,47 (37,41/37,06); 3. Dino Gillarduzzi (Inzell) 74,54 (37,35/37,17)
5000 m: 1. Jens Boden (Dresden) 6:38,26 Minuten, 2. Frank Dittrich (Chemmitz) 6:39,69, 3. Stefan Heythausen (Grefrath) 6:41, 90, 4. Marco Weber (Chemnitz) 6:42,25, 5. Danny Leger (Erfurt) 6:45, 46, 6. Alexander Baumgärtel (Berlin) 6:47,14
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