Sprint-WM in Inzell: Eisschnelllauf: Garbrecht zum vierten Mal Sprint-Weltmeisterin
zuletzt aktualisiert: 21.01.2001 - 17:48Inzell (dpa). Novum nach Wimpernschlag-Finale: Als erste Eisschnellläuferin der Welt hat Monique Garbrecht-Enfeldt am Wochenende den goldenen Hattrick bei Sprint-Weltmeisterschaften geschafft. Nach einem packenden Duell mit der Japanerin Eriko Sanmiya, die nach dem ersten Tag noch die Führung inne hatte, erkämpfte die 32-jährige Berlinerin auf der Freiluftbahn in Inzell ihren insgesamt vierten Titel im Sprint-Mehrkampf und sicherte sich die über 50 000 Mark Preisgeld. Damit schloss sich für Monique Garbrecht der Kreis ihrer Erfolgskarriere, hatte sie doch bereits vor zehn Jahren an gleicher Stelle ihr erstes WM-Gold errungen.
"Ich wollte noch mal alles geben und habe gehofft, dass Sanmiya nicht noch einmal so stark auftrumpfen kann wie am ersten Tag. Ich bin glücklich, dass es noch geklappt hat", jubelte Monique Garbrecht nach ihrem Triumph, für den sie auf der Ehrenrunde von den über 3 500 Besuchern begeistert gefeiert wurde.
Der Schützling von Erfolgstrainer Joachim Franke knüpfte damit nahtlos an ihr Superjahr 2000 an, in dem sie nicht nur die Titel über 500 m, 1 000 m und im Sprint-Mehrkampf die WM-Krone erkämpft, sondern auch beide Weltcups gewonnen hatte.
Die Titelverteidigerin war mit einem winzigen Rückstand von 0,08 Sekunden in die zweiten 500 m am Sonntag gegangen. "Nur nicht zu viel gegen Sanmiya verlieren oder sie sogar hinter mir lassen, war meine Devise", gab Monique Garbrecht ihre Gedankenspiele preis.
In 39,20 Sekunden und dem zweiten Platz hinter der wiederum schnellsten 500-m- Sprinterin Catriona LeMay-Doan (Kanada/39,02) gelang ihr dieses Vorhaben trotz eines Fehlstarts bei widrigen Bedingungen und Dauerschneefall glänzend. "Ich bin volles Risiko gegangen und habe mich über den Fehlstart sehr geärgert. Danach musste ich ein wenig zittern, aber es ist ja gut gegangen", meinte sie.
Mit einem Vorsprung von nur 0,28 Sekunden auf Sanmiya ging sie somit in die Entscheidung über 1 000 m, in der sie in 1:18,23 nochmals ihre Stärken ausspielte und die Asiatin sicher in Schach hielt. Freudestrahlend lag sie im Ziel ihrem Coach in den Armen und konnte ihr Glück kaum fassen. Sanmiya erkämpfte im Vierkampf die Silbermedaille vor 500-m-Olympiasiegerin LeMay-Doan.
Die anderen drei deutschen Damen konnten an die Top-Leistungen der "Leitfigur" nicht anknüpfen. Dennoch sicherte Marion Wohlrab (Pfaffenhofen) trotz des Ausfalls der beiden durch Stürze gehandicapten Anni Friesinger (Inzell) und Sabine Völker (Erfurt) mit dem 15. Platz das maximale Kontingent von vier Startplätzen für den deutschen Verband bei den nächsten Titelkämpfen.
Unter den Erwartungen blieben die deutschen Herren, die den erhofften Sprung in die Weltspitze nicht schafften. Besonders beim vorjährigen WM-Siebten Michael Künzel waren die Folgen des Trainingsausfalls nach seinem Sturz in Seoul unübersehbar. Da kein Deutscher unter die besten 16 kam, dürfen im kommenden Jahr nur noch zwei Läufer an den Sprint-WM teilnehmen.
Den Titel erkämpfte erstmals der Kanadier Mike Ireland, der allerdings nicht eine Strecke für sich entscheiden konnte. Platz zwei ging an "Eis-Floh" Hiroyasu Shimizu aus Japan, der beide 500-m-Rennen gewonnen hatte, vor Titelverteidiger Jeremy Wotherspoon (Kanada), der damit den angepeilten WM-Hattrick verpasste.
Eisschnelllauf, 30. Sprint-Weltmeisterschaften in Inzell, 2. Tag:
Damen:
500 m:
1. Catriona LeMay-Doan (Kanada) 39,02 Sekunden 2. Monique Garbrecht-Enfeldt (Berlin) 39,20 3. Eriko Sanmiya (Japan) 39,42 4. Swetlana Schurowa (Russland) 39,54 5. Susan Auch (Kanada) 39,70 6. Aki Tonoike (Japan) 39,75 ... 17. Marion Wohlrab (Pfaffenhofen) 40,48 ... 20. Emese Hunyady (Österreich) 40,57 ... 24. Jenny Wolf 40,92 25. Christina Zummack (beide Berlin) 40,96
1 000 m:
1. Monique Garbrecht-Enfeldt (Berlin) 1:18,23 Minuten 2. Eriko Sanmiya (Japan) 1:19,17 3. Chris Witty (USA) 1:19,34 4. Cindy Klassen (Kanada) 1:19,36 5. Warwara Baryschewa (Russland) 1:19,42 6. Marianne Timmer (Niederlande) 1:19,47 ...15. Marion Wohlrab (Pfaffenhofen) 1:20,75 ... 30. Jenny Wolf (Berlin) 1:25,92
Endstand nach vier Strecken:
1. Garbrecht-Enfeldt 155,970 Punkte 2. Sanmiya 156,580 3. Catriona LeMay-Doan (Kanada) 156,840 4. Aki Tonoike (Japan) 158,010 5. Swetlana Schurowa (Russland) 158,220 6. Timmer 158,245 ...15. Wohlrab 160,745 ... 26. Wolf 165,595
Herren:
500 m:
1. Hiroyasu Shimizu (Japan) 35,65 Sekunden 2. Jeremy Wotherspoon (Kanada) 35,81 3. Mike Ireland (Kanada) 35,99 4. Erben Wennemars (Niederlande) 36,08 5. Toyoki Takeda (Japan) 36,16 6. Manabu Horii (Japan) 36,23 ...17. Michael Künzel (Berlin) 36,55 ... 26. Christian Breuer (Grefrath) 37,08 ... 32. Andreas Behr (Erfurt) 37,20 ... 36. Jan Waterstradt (Berlin) 37,67
1 000 m:
1. Adne Söndral (Norwegen) 1:11,24 Minuten 2. Jan Bos (Niederlande) 1:11,47 3. Erben Wennemars (Niederlande) 1:11,76 4. Jeremy Wotherspoon (Kanada) 1:11,78 5. Gerard van Velde (Niederlande) 1:11,87 6. Hyu-Kyuk Lee (Südkorea) 1:11,98 ... 17. Christian Breuer (Grefrath) 1:13,07 ... 24. Michael Künzel (Berlin) 1:13,48 ... 31. Jan Waterstradt (Berlin) 1:14,71 ... 36. Andreas Behr (Erfurt) 1:15,36
Endstand nach vier Strecken:
1. Mike Ireland (Kanada) 143,125 Punkte 2. Hiroyasu Shimizu (Japan) 143,275 3. Wotherspoon 143,350 4. Bos 143,590 5. Wennemars 143,685 6. Söndral 143,890 ... 18. Künzel 145,850 ... 24. Breuer 146,770 ... 30. Waterstradt 148,935 31. Behr 148,935
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