Vierter Titel für "Pate" Pluschenko: EM-Bronze für Lindemann trotz zweier Stürze
zuletzt aktualisiert: 27.01.2005 - 22:49Turin (rpo). Zwei Stürze in den letzten zwei Minuten seiner Kür - der Traum von einer EM-Medaille war für Stefan Lindemann eigentlich geplatzt. Dennoch schaffte es der deutsche Meister, Stephane Lambiel aus der Schweiz vom dritten Platz zu verdrängen.
Den Titel holte sich zum vierten Mal Jewgeni Pluschenko. Der Weltmeister aus St. Petersburg ließ mit 227,14 Punkten Titelverteidiger Brian Joubert aus Frankreich (224,43) keine Chance und revanchierte sich damit für seine überraschende Niederlage im Vorjahr. Sein Vortrag zur Filmmusik "Der Pate" riss das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.
Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU), war vom Abschneiden des ehemaligen Junioren-Weltmeisters begeistert: "Stefan soll in dieser Saison seine Leistung stabilisieren und im olympischen Winter wieder zulegen". Auch DEU-Präsident Reinhard Mirmseker lobte Lindemann in höchsten Tönen: "Er ist ein richtig feiner Läufer geworden, wir wissen, was wir an ihm haben."
Einen schwachen Tag hatte der Oberstdorfer Silvio Smalun erwischt, der nach zwei Stürzen mit 153,30 Punkten vom elften noch auf den 16. Platz zurückfiel. 20. wurde EM-Debütant Martin Liebers aus Berlin (141,43). Damit darf die Deutsche Eislauf-Union nur noch zwei Herren zu den europäischen Titelkämpfen 2006 nach Lyon entsenden.
Geschwister Beier nur auf Platz 17.
Bereits am Nachmittag waren auch die Eistänzer Christina und William Beier weiter im Mittelmaß stecken geblieben. Die deutschen Meister konnten sich im Originaltanz nicht weiter nach vorne schieben und nehmen wie schon nach der Pflicht unter 22 Paaren mit 68,34 Punkten nur den 17. Platz ein. Bei seinem letztjährigen EM-Debüt hatte das Geschwisterpaar aus Dortmund auf Anhieb Rang 16 belegt.
"Wir sind schon enttäuscht, die Preisrichter machen weiter, was sie wollen. Ich hoffe nur sehr, dass das auf Dauer nicht so bleibt", sagte Christina, die wie ihr Bruder auf den Philippinen geboren wurde. William ergänzte: "Es gibt immer wieder Tiefen in einem Sportlerleben. Wir werden uns nicht unterkriegen lassen. Irgendwann wird sich das bestimmt einmal auszahlen."
An der Spitze bauten die Weltmeister Tatjana Nawka und Roman Kostomarow ihre Führung nach dem Pflichttanz (Golden Waltz) weiter aus und tanzen mit 107,81 Punkten einer erfolgreichen Titelverteidigung entgegen. Den beiden Russen am nächsten kamen vor 8000 Zuschauern Jelena Gruschina und Ruslan Gonscharow (102,40) sowie die Israeli Galit Chait und Sergej Sachnowski (98,99).
Die Kür-Entscheidung fällt am Freitag (18.30 Uhr). Bereits um 12.15 Uhr beginnt das Kurzprogramm der Damen mit der deutschen Meisterin Annette Dytrt aus München.
ERGEBNISÜBERSICHT
Herren, Endstand:
1. Jewgeni Pluschenko (Russland) 227,14 Punkte
2. Brian Joubert (Frankreich) 224,43
3. Stefan Lindemann (Erfurt) 200,54
4. Stephane Lambiel (Schweiz) 196,47
5. Andrej Griazew (Russland) 196,31
6. Kevin van der Perren (Belgien) 195,47
7. Frederic Dambier (Frankreich) 183,60
8. Gheorghe Chiper (Rumänien) 180,86
9. Samuel Contesti (Frankreich) 171,59
10. Kristoffer Berntsson (Schweden) 166,70,
11. Jamal Othman (Schweiz) 163,48
12. Sergej Dawidow (Weißrussland) 163,23
13. Roman Serow (Israel) 162,76
14. Andrej Lezin (Russland) 157,39
15. Wachtang Murvanidse (Georgien) 155,60
16. Silvio Smalun (Oberstdorf) 153,30
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20. Martin Liebers (Berlin) 141,43
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