Bei der Eiskunstlauf-EM in Bratislava: EM-Titel für Bereschnaja und Sicharulidse
zuletzt aktualisiert: 25.01.2001 - 09:31Bratislava (dpa). Nach dem Dopingskandal im vergangenen Jahr haben sich die Russen Elena Bereschnaja/Anton Sicharulidse (Foto) ihren Titel bei den Europameisterschaften in Bratislava zurückgeholt. Nach einer positiven Probe von Bereschnaja war den St. Petersburgern im Vorjahr die Goldmedaille wieder abgenommen worden.
Die beiden ließen am Mittwochabend keinen Zweifel daran, dass sie im März zum dritten Mal in Vancouver Weltmeister werden können. EM-Silber holten ihre Landsleute Tatjana Totmianina/Maxim Marinin vor dem französischen Paar Sarah Abitbol/Stephane Bernadis (Foto unten).
Die einzigen deutschen Paarläufer, Mariana Kautz/Norman Jeschke, wurden Neunte von nur 13 Duos. Nach dem Kurzprogramm lagen sie noch an zwölfter Stelle und profitierten in der Kür von der verletzungsbedingten Absage von zwei Konkurrenzpaaren. Die Berliner sicherten damit für die EM 2002 in Lausanne zwei Startplätze für die Deutsche Eislauf-Union (DEU).
"Das war ein Schritt nach vorn", sagte der 21 Jahre alte Jeschke nach der Vorstellung, in der er nach einem dreifachen Toeloop auf dem Hosenboden landete. Seine ein Jahr jüngere Partnerin hielt sich gut, denn sie leidet immer noch an einem langwierigen Bänderriss im Fuß. Erst kurz vor den Titelkämpfen hatten sie sich für die Reise ins ehemalige Preßburg entschieden, damit überhaupt einer von drei Startplätzen der DEU wahrgenommen wurde.
Stadlmüller qualifiziert
Die Stuttgarter Eiskunstläuferin Susanne Stadlmüller hat ihre Europameisterschafts-Premiere in Bratislava mit Bravour bestanden. In der Qualifikation kam die 16 Jahre alte deutsche Meisterin in der Gruppe B auf den neunten Platz und erreichte das Finale der besten 24 mit dem Kurzprogramm am Freitag und der Kür am Samstag.
Die herausragenden Eisläuferinnen am Mittwoch waren Titelverteidigerin Irina Slutskaja (Foto oben) und Maria Butirskaja (Foto unten). Die beiden Russinnen gewannen jeweils ihre Qualifikationsgruppe.
"Es ist total aufregend, bei der EM dabei zu sein. Große Angst hatte ich aber nicht, ich bin einfach raus und gelaufen", meinte Stadlmüller, die aber damit haderte, als Erste der zweiten Gruppe zu starten. Gleich zu Beginn glänzte die hoch gewachsene Gymnasiastin mit einer Kombination aus Dreifach-Lutz/Zweifach-Toeloop und deutete ihr großes Potenzial an.
Aus dem Konzept geriet sie nach einem verstolperten dreifachen Toeloop und sprang den Axel anschließend nur einfach. "Ich konnte den Fehler nicht so einfach wegstecken, da fehlt es mir noch an Souveränität", bekannte die junge Susanne Stadlmüller, die aber trotz der Fehler äußerst zufrieden mit ihrem ersten Auftritt im internationalen Rampenlicht war.
Vorjahres-Champion Irina Slutskaja lief leicht und locker in der von allen ungeliebten Qualifikation. "Ich habe alles gezeigt, was ich zeigen wollte. Aber meine Kraft habe ich mir aufgehoben", sagte die 21 Jahre alte dreifache Europameisterin. Ihre härteste Konkurrentin Maria Butirskaja zeigte eine mäßige Leistung und vermied nur knapp einen Sturz. Dennoch setzte sich die anmutige Moskauerin an die Spitze der Gruppe B. Die 28-Jährige möchte im Ondrej Nepela-Eisring zum dritten Mal den EM-Titel holen.
Ergebnisse:
Damen, Qualifikation
Gruppe A:
1. Irina Slutskaja (Russland) 0,4 Punkte, 2. Elena Liaschenko (Ukraine) 0,8, 3. Sarah Meier (Schweiz) 1,2, 4. Elina Kettunen (Finnland) 1,6, 5. Viktoria Wolschkowa (Russland) 2,0, 6. Silvia Fontana (Italien) 2,4, 7. Zoe Jones (Großbritannien) 2,8, 8. Idora Hegel (Kroatien) 3,2, 9. Alisa Drei (Finnland) 3,6, 10. Julia Worobiewa (Aserbaidschan) 4,0, 11. Roxana Luca (Rumänien) 4,4, 12. Karen Venhuizen (Niederlande) 4,8, 13. Daria Zurawicky (Israel) 5,2, 14. Anja Bratec (Slowenien) 5,6, 15. Kaja Hanevold (Norwegen) 6,0.
Gruppe B:
1. Maria Butirskaja (Russland) 0,4 Punkte; 2. Julia Soldatowa (Weißrussland) 0,8; 3. Sabina Wojtala (Polen) 1,2; 4. Julia Sebestyn (Ungarn) 1,6; 5. Galina Maniaschenko (Ukraine) 2,0; 6. Vanessa Gusmeroli (Frankreich) 1,6; ... 9. Susanne Stadlmüller (Stuttgart) 3,6
Paarlauf, Endstand nach der Kür:
1. Elena Bereschnaja/Anton Sicharulidse 1,5 Punkte; 2. Tatjana Totmianina/Maxim Marinin (alle Russland) 3,5; 3. Sarah Abitbol/Stephane Bernadis (Frankreich) 4,0; 4. Maria Petrowa/Alexej Tichonow (Russland) 6,0; 5. Sabrina Lefrancois/Jerome Blanchard (Frankreich) 8,0; 6. Aljona Sawtschenko/Stanislaw Morozow (Ukraine) 9,5; 7. Olga Bestandigova/Jozef Bestandig (Slowakei) 11,0; 8. Inga Rodionowa/ Andrej Kroukow (Aserbaidschan) 13,5; 9. Mariana Kautz/Norman Jeschke (Berlin) 14,0
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