Basketball: Michael Jordan baut in Washington sein neues Reich aus: Er holte seinen alten Kumpel Darrell Walker als Trainer
zuletzt aktualisiert: 01.02.2000Washington (sid). Im Eiltempo baut der ehemalige Basketball-Superstar Michael Jordan bei den Washington Wizards sein neues Reich auf. Der "President of Basketball-Operations" des NBA-Klubs aus der Hauptstadt machte Darrell Walker nur zwei Tage nach der Entlassung von Coach Gar Heard zum neuen Trainer und holte sich damit einen alten Freund ins Haus.
In der Saison 1992/93 gewannen Jordan und Walker gemeinsam den NBA-Titel und bescherten damit den Chicago Bulls die dritte Meisterschaft in Folge. Auch bei den Wizards ist der 38-Jährige kein Unbekannter. Zwischen 1987 und 1991 war Walker bei Washington aktiv. "Darrell hat hervorragende Führungsqualitäten. Er holt das Beste aus den Spielern heraus", sagte Jordan bei der Vorstellung des neuen Head-Coaches im MCI Center.
Dass der ehemals beste Basketball-Spieler der Welt mit Vorliebe für gute Freunde die Hand ins Feuer legt, ist bekannt. Seinem kongenialen Partner Scottie Pippen besorgte "Air Jordan" bei den Chicago Bulls durch massivem Druck auf den Vorstand einen höher dotierten Vertrag. Die Fortsetzung seiner aktiven Karriere, die er im Januar 1999 bei den Bulls beendete, hatte er immer wieder vom Verbleib seines Trainers und väterlichen Freundes Phil Jackson abhängig gemacht.
Die Inthronisierung seines Freundes bei den Wizards stellt allerdings auch für Jordan ein Risiko dar. Denn Walkers bisherige Leistungen als Trainer in der NBA sind eher bescheiden. In zwei Jahren als Coach bei den Toronto Raptors kassierte Walker zwischen 1996 und 1998 in 131 Spielen 90 Niederlagen und musste den Hut nehmen.
Deshalb ist auch Jordan vorsichtig: "Bevor wir nicht in der Erfolgsspur zurück sind, werde ich nicht viele Garantien geben. Nach dieser Saison werden wir die Leistungen von Trainer und Spieler beurteilen. Wenn wir wechseln müssen, werden wir das tun". Bereits in den ersten Tagen bei den Wizards hatte "His Airness" angekündigt, mit eisernem Besen zu kehren. Trainer Heard war das erste Opfer. Jordan: "Ich denke, die Spieler haben den Respekt vor ihm verloren. Es musste etwas geschehen." Washington belegt nach einer bislang völlig enttäuschenden Saison in der Atlantic Division nach 30 Niederlagen in 44 Spielen den letzten Platz.
Mit dem fünffachen Familienvater Walker soll alles besser werden. "Er ist ein echter Gewinner. Er wird die Spieler hart 'ran nehmen und den Karren aus dem Dreck ziehen", sagte Wizards-Besitzer Abe Pollin. Auch Walker, der schon als Spieler als "harter Hund" galt, sparte bei seiner Vorstellung nicht mit markigen Sprüchen an die Adresse seiner Spieler: "Wenn ihr nicht für mich kämpfen wollt, könnt ihr euch neben mich auf die Bank setzen."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











