Di Luca gewinnt 95. Lombardei-Rundfahrt: Erik Dekker holt Gesamt-Weltcup
zuletzt aktualisiert: 20.10.2001 - 19:26Bergamo (rpo). Der niederländische Radprofi Erik Dekker hat den Gesamt-Weltcup 2001 gewonnen und damit die Nachfolge des am Samstag nicht mehr beim Saisonfinale in Italien gestarteten Telekom-Kapitäns Erik Zabel angetreten. Bei der 95. Lombardei-Rundfahrt über 256 Kilometer von Varese nach Bergamo reichte Dekker der 12. Platz, um den ersten nierderländischen Gesamt-Triumph in der 13-jährigen Weltcup-Geschichte perfekt zu machen.
Das "Rennen der fallenden Blätter" entschied der Italiener Danilo di Luca im Schlussspurt einer vierköpfigen Spitzengruppe vor seinem Landsmann Guiliano Figueras für sich. Dahinter erreichten der zweimalige niederländische Meister Michael Boogerd und Frankreichs Bergspezialist Richard Virenque das Ziel.
Der 31-jährige Dekker hatte die Weltcup-Führung zur Saison-Halbzeit durch seinen Sieg beim Amstel Gold Race übernommen und damit eine Erfolgsserie gestartet. Der Rabobank-Teamkollege des Hannoveraners Grischa Niermann gewann anschließend noch eine Etappe der Tour de France und wurde bei der Rheinland-Pfalz-Rundfahrt Gesamtsieger.
Zabel hatte auf den Start beim letzten von insgesamt zehn Weltcuprennen der Saison und damit auch auf die noch mögliche Cupverteidigung verzichtet. Der Weltranglistenerste, der in diesem Jahr Weltcupsiege bei den HEW-Cyclassics in Hamburg und zum Saisonauftakt beim Frühjahrs-Klassikers Mailand-San Remo feierte, hatte seine Straßensaison mit dem fünften Platz bei der WM am vergangenen Wochenende in Lissabon beendet.
Im Weltcup-Gesamtklassement 2001 landete Zabel auf dem dritten Platz hinter Dekker und Ex-Weltmeister Romans Vainsteins, der nach Zabels Verzicht als einziger Starter Dekker den Cupsieg noch hätte streitig machen können. Doch der Lette vermochte in der Lombardei nicht mehr zu kontern.
In Szene setzten konnten sich dagegen noch einmal die Telekom-Profis Andreas Klier und Matthias Kessler, ohne jedoch um den Sieg mitfahren zu können. Den holte sich Di Luca, der sich rund 15 Kilometer vor dem Ziel gemeinsam mit seinen drei Begleitern aus einer 24-köpfigen Gruppe abgesetzt hatte.
Kessler wurde am Ende Zehnter vor Once-Profi Jörg Jaksche, der mit zunächst sieben weiteren Kollegen 90 Kilometer vor dem Ziel dem Peloton davongefahren war. Zuvor hatte Klier bei störendem Nieselregen einige Attacken gefahren, war dabei auf der nassen Straße aber auch gestürzt.
95. Lombardei-Rundfahrt (258 km):
1. Danilo Di Luca (Italien) 6:38:29 Stunden; 2. Giuliano Figueras (Italien) gleiche Zeit; 3. Michael Boogerd (Niederlande) 1 Sekunde zurück; 4. Richard Virenque (Frankreich) 4; 5. Michele Bartoli (Italien) 1:25 Minuten zurück; 6. Beat Zberg (Schweiz) gleiche Zeit; 7. Maximilian Sciandri (Großbritannien) 1:26; 8. Wladimir Belli (Italien) 1:27; 9. Nicklas Axelsson (Schweden) 1:32; 10. Francisco Mancebo (Spanien) 2:25; 11. Matthias Kessler (Nürnberg) 2:59; 12. Jörg Jaksche (Ansbach) gleiche Zeit
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