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Gabriele Missaglia gewann HEW-Cyclassics in Hamburg: Erik Zabel weiter vorn

zuletzt aktualisiert: 06.08.2000 - 21:39

Hamburg (dpa). Erik Zabel kann zum Feiern rüsten, auch wenn er beim Weltcup-Rennen in Hamburg nicht auf das Podest kam. Der Telekom- Sprinter hat mit Platz vier bei den HEW-Cyclassics am Sonntag in Hamburg sein Punktekonto im Weltcup deutlich aufgestockt und die Führung vor Andrej Tschmil aus Belgien ausgebaut. Der Unnaer kann damit bereits vor den Olympischen Spielen in Sydney eine große Party vorbereiten, egal wie die Reise auf den Fünften Kontinent im September ausgehen wird. Nach dem fünften Gewinn des Grünen Trikots bei der Tour de France hat er am 21. Oktober die Chance, bei der Lombardei-Rundfahrt als zweiter Deutscher einen Gesamtsieg im Weltcup erobern.

Wie schon im Vorjahr überraschte eine kleine Gruppe kurz vor dem Ziel die Favoriten, und am Ende setzte sich erneut ein Italiener ins Szene. Der 30-jährige Gabriele Missaglia gewann das 251 km lange Rennen vor seinem Landsmann Francesco Casagrande. Das Hauptfeld kam zwar nur mit wenigen Sekunden Rückstand, konnte aber das Loch zu den beiden Ausreißern nicht mehr schließen. Zabel kam hinter dem Italiener Fabio Baldato, der damit einen Dreifach-Triumph für die Azzurri perfekt machte, auf Platz vier. "Ich habe mich noch nie so über einen vierten Platz gefreut, denn damit ist mein Ziel in Erfüllung gegangen. Ich habe einen sicheren Vorsprung für die restlichen vier Weltcup-Rennen in der Gesamtwertung", freute sich der Unnaer.

Auch der Zweite der Tour de France, Jan Ullrich (Merdingen), zeigte sich zufrieden mit dem Resultat der harten Arbeit auf dem Kurs. "Das wichtigste war die Verteidigung der Führung für Erik. Am Ende waren wir in einer hektischen Rennphase nur noch zu zweit. Da konnte die Konkurrenz taktisch mehr variieren", erläuterte Ullrich, der sich diesmal ganz in den Dienst von Zabel gestellt hatte.

Mitfavorit Marcel Wüst, der an seinem 33. Geburtstag Erik Zabel den Sieg streitig machen wollte, war bereits nach 150 km gestürzt, hatte aber schnell wieder den Anschluss an das zu diesem Zeitpunkt noch ruhig fahrende Feld der gut 200 Rennfahrer hergestellt.

Die Fahrer aus den so genannten GS-II-Teams haben auf dem langen Kurs rund um die Hansestadt wie schon im Vorfeld versprochen den etablierten Mannschaften Druck gemacht. Bereits nach zehn Kilometern hatte der Däne Sören Petersen aus dem Team Cologne die Flucht ergriffen, bei Kilometer 80 hatte er bereits 18:00 Minuten Vorsprung, die Konkurrenz hielt still. Petersen hatte mit einer ähnlichen Fahrweise im Mai bei der Friedensfahrt für einen Tag das Gelbe Trikot erobert, es tags darauf aber wieder verlor. Der Däne kassierte bei seinem Solo den Beifall der Hundertausende von Fans an der Strecke, aber nach 183 km Alleinfahrt war Petersen am Ende. Das Feld hatte ihn eingeholt, und der Däne stieg entkräftet vom Rad.

"Sein Solo kam uns sehr entgegen, damit war das Feld förmlich ruhig gestellt", kommentierte Telekom-Teamsprecher Olaf Ludwig. Kaum aber war Petersen gestellt, begann das Rennen neu: Viele Vorstöße einzelner Fahrer waren zu registrieren. Als erster warf 50 km vor dem Ziel Mapei-Fahrer Paoli Bettini (Italien) die Brandfackel, weitere Angriffe folgten. 45 km vor dem Finale gelang Weltmeister Oscar Freire (Spanien) gemeinsam mit Christophe Agnolutto (Frankreich) und Marc Wouters (Belgien) die Flucht. Damit war das Signal für die Telekom-Mannschaft gegeben. Die Helfer von Zabel spannten sich vor das Feld, um diese Gruppe zu stellen. Schließlich blieb 20 km vor dem Ziel nur der Belgier übrig, das war ebenfalls noch zu weit für ein Solo. Es folgten ständig neue Attacken, das Feld kam bis zum Ziel nicht zur Ruhe. Neun Kilometer vor dem Zielstrich glückte schließlich Missaglia und Casagrande der entscheidende Antritt.

HEW-Cyclassics (251 km):

1. Gabriele Missaglia (Italien) 6:17:22 Stunden; 2. Francesco Casagrande (Italien), gleiche Zeit; 3. Fabio Baldato (Italien) 2 Sekunden zurück; 4. Erik Zabel (Unna); 5. Thor Hushovd (Norwegen); 6. Gabriele Balducci (Italien); 7. Marco Zanotti (Italien); 8. Massimiliano Mori (Italien); 9. Magnus Backstedt (Schweden); 10. Romans Vainsteins (Lettland) alle gleiche Zeit Weltcup-Stand nach sechs von zehn Rennen.

1. Erik Zabel (Unna) 330 Punkte; 2. Romans Vainsteins (Lettland) 138; 3. Andrej Tschmil (Belgien) 136; 4. Fabio Baldato (Italien) 134; 5. Peter van Petegem (Belgien) 122; 6. Paolo Bettini (Italien) 120; 7. Zbigniew Spruch (Polen) 116; 8. Johan Museeuw (Belgien) 111; 9. Francesco Casagrande (Italien) 106; 10. Gabriele Missaglia (Italien) 102; ... 33. Steffen Wesemann (Wolmirstedt) 31

Quelle: RPO Archiv

 
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