Kiefer und Huber weiter: Erstrunden-Aus für Rafter
zuletzt aktualisiert: 30.08.2000 - 09:01New York (rpo). Nach Thomas Haas war beim Start in die US Open auch auf Anke Huber und Nicolas Kiefer Verlass. Der an Nummer 14 gesetzte Holzmindener überstand am Dienstag bei dem mit 15 Millionen Dollar dotierten Grand-Slam-Turnier in New York das von ihm selbst prophezeite "Geduldsspiel" gegen den kampfstarken Italiener Andrea Gaudenzi trotz eines unerklärlichen Einbruchs im dritten Satz nach 2:50 Stunden Spielzeit erfolgreich mit 7:5, 6:4, 0:6, 6:4. Ausgeschieden ist dagegen der zweifache US Open-Sieger Patrick Rafter. Der Australier unterlag dem Spanier Galo Blanco 6:7, 6:2, 3:6, 6:1, 6:7.
Die an Nummer zehn gesetzte Karlsdorferin Huber musste zuvor bei ihrer Frühschicht keine nervenaufreibende Schwerstarbeit verrichten. Nach 80 Minuten hatte die an Nummer zehn eingestufte Karlsdorferin ihr Tennis-Tagewerk vollbracht und einen glanzlosen 6:2, 6:3-Erfolg gegen die Amerikanerin Meilen Tu eingefahren. "Das erste Spiel ist nie leicht, darum bin ich zufrieden", sagte Huber, die in der zweiten Runde auf die Russin Tatjana Panowa trifft.
Huber und Kiefer setzten mit ihren Siegen den erfreulichen Anfangstrend der 14 deutschen Profis in Flushing Meadows fort. Denn am ersten Spieltag hatten neben den für Olympia in Sydney nominierten Thomas Haas, Rainer Schüttler und Jana Kandarr auch Jens Knippschild und Wimbledon-Viertelfinalist Alexander Popp den Sprung in die zweite Runde geschafft. Qualifikantin Miriam Schnitzer aus Neufahrn erhöhte am Dienstag nach einem 6:7 (4:7), 4:6 gegen Elena Lichowtsewa aus Russland die Verlierer-Quote erst auf drei.
Beim ersten großen Favoritensturz hieß das Opfer Gustavo Kuerten. Der French-Open-Sieger aus Brasilien, hinter Andre Agassi an Nummer zwei gesetzt, unterlag gegen den australischen Qualifikanten Wayne Arthurs mit 6:4, 3:6, 6:7 (4:7), 6:7 (1:7). Nach 2:32 Stunden besiegelte Arthurs mit seinem 26. Ass Kuertens schwarzen Tag.
Grund zum Ärgern fand auch Thomas Haas. Nach seinem gelungenen Comeback nach sechs Wochen Verletzungspause knöpfte sich der 22- Jährige, der in Runde zwei im reizvollen deutschen Vergleich auf den Bad Homburger Schüttler Farbe bekennen muss, Kritiker Niki Pilic vor. "Es gibt immer wieder Leute, die etwas von sich geben müssen, um in die Zeitung zu kommen", bemerkte Haas nach seinem Drei-Satz-Erfolg gegen den Briten Jamie Delgado über den ehemaligen Daviscup-Kapitän: "Mich interessiert nur, dass ich wieder gesund bin."
Pilic hatte ihm und Kiefer vorgeworfen, "zu satt zu sein" und nicht mit der Konsequenz eines Boris Becker dem ganz großen Erfolg nachzujagen. "Letztes Jahr haben Nicolas und ich ganz gut gespielt und zu den Top Ten gehört", hielt Haas dem entgegen. Zum großen Wurf habe ihm noch die Reife gefehlt: "Ich denke, dass ich mein bestes Tennis erst mit 25 spielen werde."
Eine fürchterliche Vorstellung lieferte in der ersten Runde Goran Ivanisevic ab. Der Kroate, einst als "Herr der Asse" gefürchtet, unterlag in 81 Minuten gegen Dominik Hrbaty aus der Slowakei mit 6:3, 0:6, 1:6, 0:6. Nichts geht mehr! "Ich kann auf dem Platz nicht einmal mehr meinen Schläger zertrümmern", klagte Ivanisevic frustriert.
Andre Agassi begann das Unternehmen Titelverteidigung dagegen am Montag mit einer entspannten "Night Session" im Arthur Ashe-Stadion. Das 6:4, 6:2, 6:0 gegen seinen 21-jährigen Landsmann Alex Kim war nicht mehr als eine lockere Trainingseinheit für den Amerikaner. "Ich habe das Spiel kontrolliert, die Form ist da", meinte Agassi. Auch für Wimbledonsiegerin Venus Williams lief alles nach Plan: Die große Favoritin fuhr beim Heimspiel mit einem 6:3, 6:4 gegen Anne-Gaelle Sidot aus Frankreich den 20. Sieg in Folge ein.
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