Kiefer hält Groeneveld für gute Wahl: Ertsrunden-K.o. für David Prinosil
zuletzt aktualisiert: 30.08.2000 - 22:41New York (dpa). Am Ruhetag von Thomas Haas und Nicolas Kiefer musste ein körperlich angeschlagener David Prinosil bei den US Open einen unerwarteten Erstrunden-K.o. verkraften. Der Daviscup-Spieler aus Amberg verlor bei dem mit 15 Millionen Dollar dotierten Grand- Slam-Tennis-Turnier in New York am Mittwoch gegen den 20-jährigen Qualifikanten Xavier Malisse (Belgien) mit 5:7, 4:6, 4:6.
Vor Beginn des dritten Satzes ließ sich Prinosil auf dem Platz vom Physiotherapeuten die offenbar schmerzenden Beine massieren. Zudem kühlte er den Nacken mit einem Eisbeutel. Fünf deutsche Herren stehen dennoch in Runde zwei, obwohl vor Prinosil am Mittwoch auch Qualifikant Lars Burgsmüller (Essen mit 1:6, 6:7 (5:7), 2:6 gegen Sjenk Schalken aus den Niederlanden verloren hatte.
Der erste Blickkontakt von Nicolas Kiefer galt nach seinem Auftakterfolg am Dienstag dem neuen Mann an seiner Seite. Nach der Trennung vom ehemaligen Becker-Trainer Bob Brett scheint die deutsche Nummer eins in Sven Groeneveld, einem früheren Coach von Michael Stich, den richtigen Tennislehrer für eine erfolgreiche Zukunft gefunden zu haben. "Ich glaube, dass ich mit Sven Groeneveld eine gute Wahl getroffen habe", sagte Kiefer nach dem 7:5, 6:4, 0:6, 6:4- Erfolg gegen den Italiener Andrea Gaudenzi.
Kiefer wurde im ersten Spiel seiner Favoritenrolle gerecht, zwei Grand-Slam-Champions dagegen erlebten einen schwarzen Tag. Zunächst unterlag French-Open-Sieger Gustavo Kuerten aus Brasilien im Arthur Ashe-Stadion dem Qualifikanten Wayne Arthurs mit 6:4, 3:6, 6:7 (4:7), 6:7 (1:7). Der Australier schlug in den 2:32 Stunden insgesamt 26 Asse, die Kuerten den Nerv raubten: "Der Schlüssel bei seinem Spiel ist der Aufschlag. Er weiß es, ich weiß es, alle wissen es."
Erst nach Mitternacht war am Dienstag die zweite Sensation perfekt: Nach einem dramatischen Kampf über drei Stunden verließ der zweimalige US-Open-Gewinner Patrick Rafter aus Australien nach einem 6:7 (3:7), 6:2, 3:6, 6:1, 6:7 (5:7) gegen den Außenseiter Galo Blanco (Spanien) mit hängenden Schultern den Platz. "Klar, ich bin enttäuscht, aber das ist nicht das Ende der Welt", sagte der Wimbledon-Finalist: "Ich habe einfach zu viele Fehler gemacht."
Konkrete Änderungen seitens Groeneveld am Spiel von Kiefer waren zumindest in der ersten Partie noch nicht zu erkennen. Dafür ist es wohl auch zu früh. Das deutsch-niederländische Gespann ist noch in der Findungs- und Planungsphase. "Man muss viel miteinander sprechen in so einer neuen Beziehung", berichtete Kiefer. Wo der Hebel konkret angesetzt werden soll, wollte er nicht öffentlich Preis geben: "Jeder Spieler hat so seine Geheimnisse." Der gute Start stimmte den besten deutschen Spieler aber zuversichtlich für das nächste Kräftemessen mit dem Schweden Jonas Björkman.
Dass Kiefer wie auch Thomas Haas und einige andere junge Spieler in einer neuen Kampagne der ATP-Tour mit dem Namen "New Balls please" schon zu Nachfolgern von Pete Sampras und Andre Agassi ausgerufen werden, macht ihn angeblich nicht nur "stolz", sondern setze ihn auch nicht zusätzlich unter Druck. "Von mir wird, egal wo, eh' erwartet, dass ich Turniere gewinnen muss", entgegnete Kiefer.
Wimbledon-Siegerin Venus Williams (USA) eilte am Mittwoch im Sauseschritt in Runde drei. Beim 6:1, 6:1 in 48 Minuten gestattete sie der Tschechin Kveta Hrdlickova bei ihrem 21. Sieg in Folge gerade zwei Spielgewinne. Ihre Schwester und Titelverteidigerin Serena hatte tags zuvor in ihrem ersten Match gegen die Slowenin Tina Pisnik beim 6:3, 6:2 immerhin 59 Minuten benötigt. Für Aufsehen sorgte aber in erster Linie ihr neues, extravagantes, teilweise transparentes Tennis-Dress in schwarz und pink. Die 18-Jährige war am Design des Outfits beteiligt. "Es ist ein sehr leichtes Material. Man braucht es nicht zu waschen, sondern muss es nur trocknen lassen."
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